Kipppunkt Ost – Folge 1: Gehen oder Bleiben?
Shownotes
Die Gefahr, dass nach den Landtagswahlen 2026 erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine Partei der extremen Rechten ein Bundesland regieren könnte, ist hoch. Und dann? Gehen oder bleiben?
Am 6. September 2026 können rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag wählen. Zwei Wochen später, am 20. September, werden in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,3 Millionen Menschen die Zusammensetzung des Landtags bestimmen können.
Rassismus, Angst vor steigender Arbeitslosigkeit, Überalterung, fehlende Aufstiegschancen, Fachkräftemangel und soziale Verwerfungen, aber auch: viel Fläche für wenig Menschen und alternative Freiräume und Kulturorte – was bedeutet das für diejenigen, die in den beiden Bundesländern leben? Wer sind die Mutmacher:innen, die sich hier im Ehrenamt in Vereinen engagieren, Begegnungsorte schaffen und neue Initiativen gründen?
Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt haben seit 1990 fast ein Fünftel der Bevölkerung verloren – insbesondere in den für viele Menschen mit existenziellen Umbrüchen verbundenen Nachwendejahrzehnt und in den Baseballschläger- und Brandanschlagsjahren. Wer ist gegangen und wer ist geblieben? Wir sprechen über die Forschungsergebnisse der Soziologinnen Katja Salomo und Melanie Rühmling und wollen wissen: Wer geht jetzt, wer bleibt und wer kommt zurück?
- Katja Salomo: Abwanderung, Alterung, Frauenschwund Die verkannte Gefahr für eine offene Gesellschaft, in: WZB Mitteilungen, Heft 165 September 2019.
- Alexandra Gerlach: Frauen gestalten die Zukunft, auf: www.deutschlandfunk.de (25.10.2025).
- Melanie Rühmling: Bleiben in ländlichen Räumen. Wohnbiographien und Bleibenslebensweisen von Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern, bei: transcript Verlag 2023.
- Alma-Emilia Jahn / Marlene Mähler / Angelique Pershon (Hrsg.): Postwendekinder. Für eine solidarische und gleichberechtigte deutsch-deutsche Zukunft, Neofelis Verlag, Berlin 2026
Transkript anzeigen
00:00:00: Kipppunkt heißt erst mal, dass ein System sein Zustand schlagartig verämmert.
00:00:04: Ein positiven Kipp-Punkt?
00:00:07: Kipp Punkt!
00:00:07: Das
00:00:08: Osten ... Kipp punkt ist Osten.
00:00:09: Die kippe ich mir einfach
00:00:10: so rein.
00:00:11: Der Kippspunkt sozusagen.
00:00:15: Hallo, willkommen bei Kipp.
00:00:17: Ost mit drei P. Ich bin Katharina Wader und wir machen diesen Podcast begleitend zu den diesjährigen Landtagswahlen im Mecklenburg Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
00:00:27: Mein Name ist Julie Katz und ich habe gelernt, man sagt hier Moin zur Begrüßung.
00:00:32: Und ich moinse auch euch ab in Mecklenburg-Vorpommern.
00:00:35: ihr seid extra heute hier hingekommen damit wir die erste Folge gemeinsam aufnehmen können.
00:00:40: Mecklermurg-Vorpommern hat sich den Slogan gegeben Land zum Leben beziehungsweise MV tut gut und das sind ja nicht die schlechtesten Voraussetzungen erst mal um sich irgendwo aufzuhalten
00:00:52: Auf gar keinen Fall.
00:00:54: Ich mache mal mit einem Slogan weiter, den ich immer zwiespätig finde wenn
00:00:58: ich ihn
00:01:00: an den Autobahnen auf dem Weg nach Sachsen-Anhalt gesehen habe nämlich Sachsens Anhalt das Land der FrühaufsteherInnen.
00:01:09: Ich bin
00:01:09: Heike Kleffner und ich freue mich darauf mit euch und möglichst vielen Menschen die uns hoffentlich hören werden diesen Podcast vor den doch alles entscheidenden Landtagswahlen zu machen.
00:01:22: Denn es entscheidet sich unter Umständen, ob
00:01:26: die Berliner
00:01:27: Republik so wie wir sie kennen seit.
00:01:32: In Sachsen-Anhalt finden die Landtagswahlen
00:01:37: am sechsten
00:01:37: September statt und in Necklenburg-Vorpommern am zwanzigsten September.
00:01:42: Und vor allem das Wahlergebnis in Sachsen Anhalt
00:01:44: könnte
00:01:45: der KIP-Punkt für die Demokratie
00:01:48: darstellen?
00:01:50: Ja, genau deshalb machen wir diesen Podcast.
00:01:53: Wir wollen nämlich wissen ob es dazu
00:01:55: kommt.
00:01:56: wenn ja
00:01:57: warum
00:01:57: und wie es dazu
00:01:59: oder hoffentlich warum nicht.
00:02:02: und vor allem aber weil wir diejenigen stärken wollen, die sich einer rechtsextremen Regierungsübernahme entgegenstellen.
00:02:11: Manche machen das sehr aktiv schon lange oder jetzt erst recht und die allermeisten tatsächlich mit einer paradoxen Zuversicht und die teilen wir ja auf die demokratische Mehrheit und Widerstandsfähigkeit.
00:02:29: Kurzum die demokratische Mehrheit ist eigentlich wie in allen Bundesländern.
00:02:32: Bloß mit einem Unterschied, dass hier sich für viele die Frage stellt gehen oder bleiben?
00:02:38: War es richtig zu gehen jetzt gehen oder doch etwas bleiben oder eben wir bei den Wahlen gerade jetzt bleiben?
00:02:47: Hier muss man auch wegziehen als junger Mensch.
00:02:50: Ich bleibe hier,
00:02:50: weil es irgendwie
00:02:51: so selbstverständlich war ... Ich
00:02:52: hatte schon öfter Gedanken von hier wegzuziehen
00:02:56: oder allem, weil's nicht so
00:02:58: viel
00:02:58: berufliche
00:02:59: Möglichkeit war.
00:03:02: Gehen oder bleiben ist ja genau das Thema dieser ersten Episode und Katharina glaubt diese Frage begleitet dich schon dann ganzes Leben
00:03:14: nahm?
00:03:16: Ja, total.
00:03:16: Gehen oder bleiben ist so ein bisschen meine Lebensfrage.
00:03:19: Ich bin in Sachsen-Anhalt geboren, in Wernigerode und ich erzähle gleich mehr dazu.
00:03:24: aber ich würde gerne mal wissen wisst ihr was zu Sachsen anhalt?
00:03:27: Denn ich mache immer wieder die Erfahrung.
00:03:29: Die meisten wissen nichts über Sachseneinheit gar nicht!
00:03:32: Ich habe das Gefühl dass es das Bundesland Was so ein bißchen im Schatten liegt und über das niemand etwas weiß.
00:03:39: Was wisst Ihr über Sachsenanhalt?
00:03:41: Ich hab irgendwie eine Nudelverbindung zur Sachsen Anhalt.
00:03:44: Risa ist woanders, Sachsen.
00:03:47: Was hieß da eigentlich schon an?
00:03:49: Ja...
00:03:50: Ich hatte jetzt natürlich auch nicht alle Statistiken hier zu Sachsen Arth rausgesucht.
00:03:54: das würde in der eigene Podcast-Folge sein.
00:03:57: aber ich wollte so ein paar Fun Facts teilen oder so ein Paar bezeichnende Facts.
00:04:02: Ich bin ja in Wernigerode geboren und als ich geboren wurde war es noch nicht Sachsen Anhalt sondern es war eine DDR und damit bezirk
00:04:09: Magdeburg
00:04:10: Und Sachsen-Anhalt wurde tatsächlich zweimal gegründet.
00:04:14: Einmal in nineteenfünfundvierzig
00:04:15: und dann sieben
00:04:16: Jahre später, ähm... In der DDR wurde Sachsen Anhalt aufgeteilt und eben in diese zwei Bezirke Magdeburg und Halle geteilt.
00:04:24: Und an zur Wiedervereinigung, neunzehntneunzig hatte man tatsächlich
00:04:28: recht lange noch überlegt
00:04:30: ob man Sachsen Anhalt überhaupt als Bundesland wieder aufruft?
00:04:34: Also ob es überhaupt ein Bundesland werden soll oder ist wahrscheinlich einfach dann an die anderen Bundesländer aufteilt?
00:04:39: Und natürlich hatte man auch nicht die Leute dazu befragt, die in Sachsen-Anhalt tatsächlich leben.
00:04:44: Sondern so ein bisschen ist es über den Kopf hinweg der Menschen in Sachseneinheit entschieden und ich finde das ist so ein bißchen bezeichnend dafür wo wir heute stehen.
00:04:53: Ja genau!
00:04:54: Die Frage ist... wäre das gut oder schlecht?
00:04:57: Katharina Das ist ketzerisch
00:05:00: und das werde ich auf gar keinen Fall beantworten aber Ich hatte immer eine recht schwierige Beziehung zu Sachsenerhaltung.
00:05:08: also ich bin sehr früh gegangen, im Sinne davon so schnell ich konnte.
00:05:14: Ich bin fünfundachtzig geboren und dann nach meinem Studium in einem Zunftsstudium zwei tausend fünf ausgezogen.
00:05:23: Und ich weiß noch dass ich sehr früh als Kind den Entschluss gefasst habe zu gehen also wirklich als kind und auch wirklich die tage gezählt hab.
00:05:32: In meinem kopf habe ich mich damals ausgemalt mit achtzehn geht man und dann habe ich immer die jahre gezählt bis ich gehen kann.
00:05:38: Und das lag aber einfach daran, ich bin als schwarze Person in Wernigerode aufgewachsen und gleich mit als Kind in die neunziger Jahre und die rassistische Gewalt der Neunzige Jahre rein gerutscht.
00:05:50: Und damit war es für mich die absolute Hölle in Wereningerode aufzuwachsen.
00:05:54: Werningerode ist oder würde auch sagen, der ganze Harz ist ein bisschen Magnet für Neonazis gewesen und immer
00:06:02: noch.
00:06:03: Und Wernigrodes Klein, ein bisschen konservativ... Aber es war auf jeden Fall in den neunzigern und frühen zweitausenden für mich sehr, sehr schwer.
00:06:13: Ich weiß noch dass ich selbst als kleines Kind in der Grundschule auf dem Weg nach Hause angegriffen wurde von Jugendlichen, von Berufsschülerinnen mit Steinen beworfen oder beschimpft wurden.
00:06:25: Und das wurde so ein bisschen... Solche Angriffe habe ich mein Leben lang da begleitet.
00:06:30: Deswegen war klar mit zwanzig Schau!
00:06:33: Ich
00:06:33: gehe hier
00:06:34: bei Lasse Sachsen an halt.
00:06:35: So ganz hat mich dann aber auch nicht losgelassen.
00:06:37: also mit meiner Idee war immer so, ich hab jetzt nichts mehr mit Sachsen anhalt zu tun und habe dann aber schnell gemerkt Ich krieg das auch nicht los im Kopf und ich möchte gerne da dazu... Also, ich bleib damit einfach verbunden.
00:06:50: Und hab dann angefangen zu arbeiten zu Sachsen-Anhalt, zu Ostdeutschland, zu marginalisierten Perspektiven, zu Rassismus in den Neunzigern ein bisschen zu Klassismus und auch ein bisschen Pank weil ich früher Pank
00:07:01: war
00:07:02: und dass ich das auch als wichtigen Protest angesehen
00:07:06: habe.
00:07:07: Und bin dann so, im Jahr zwei Tausendsechzehn habe ich angefangen mit meinem Projekt Dunkel Deutschland und woraus ganz viele andere Projekte gekommen sind wieder zu Sachsen-Anhalt zu arbeiten.
00:07:16: Ich freue mich jetzt auch einfach irgendwie zurückzusehen also meinen Frieden mit Sachsen Anhalt gefunden zu haben und bin jetzt auch wieder mit einem Wohnsitz in Sachsen anhalt und damit auch Wählerin im September.
00:07:29: Und man muss auch wirklich sagen, du hast einige der Standardtexte über Rassismus aus Deutschland und in Sachsen-Anhalt
00:07:38: veröffentlicht.
00:07:39: Die sind natürlich auch in den Shownots zu finden.
00:07:43: Du bist Wählerin in Sachsen-Anhalt und Juli, du bist auch noch Wählerin
00:07:48: im Mecklenburg-Vorpommern oder?
00:07:51: So ist es.
00:07:52: Ich bin Wählerin in Mecklemburg Vorporn.
00:07:54: Meine Geschichte mit dem Bundesland ist nicht ganz so lang nur sieben Jahre wobei das schon der größte Zeitblock ist, wo ich jeweils irgendwo gewohnt habe aber hier an verschiedenen Orten.
00:08:05: also ich war ja Urbahn unterwegs in Greifswald.
00:08:08: Ich war zweieinhalb Jahre hier auf dem Dorf und jetzt bin Sachen mitbekommen von diesem Bundesland.
00:08:15: Ich habe eigentlich einen relativ unkonventionellen Weg gemacht, ich bin nämlich zum Arbeiten nach einem V gekommen und das ist ja nicht so viel Menschen passiert, können wir später auch nochmal drüber klatschen.
00:08:26: Und
00:08:26: genau so gehen kommen bleiben ist für mich extrem nah an mir dran auf verschiedenen Ebenen und hat mich als Fragestellung in den letzten Monaten und Jahren sehr begleitet
00:08:41: Vor allem
00:08:41: deswegen auf einer beruflichen Ebene, weil ich letztes Jahr das Glück hatte mit dem Auto ganz viel durchs Bundesland zu fahren und in den ländlichen Raum.
00:08:51: Und wenn ihr mich nach dem Grund fragt, hey wieso bist du eigentlich immer noch hier?
00:08:54: Dann kann ich sagen naja... Ich bin mit großer Wahrscheinlichkeit verliebt im ländlichem Raum!
00:08:59: Ich finde das genial!
00:09:01: Letztes Jahr war ich in Kulturbörsen, Kulturscheune und ich war an Schulen.
00:09:06: Man spricht ja häufig über diese Bundesländer als so sehr düster und gleichzeitig habe ich aber auf dieser Reise viele Leute kennengelernt, die mich auch nochmal sehr in meinem Denken geprägt haben.
00:09:20: Da mich Leute sich bewusst entscheiden, diese Orte auf dich zu erhalten.
00:09:24: Die sich bewusst entscheidender bleiben, die sich freundlich ausgedrückt Sämtliches aufreißen Manchmal auch komplett unterfinanziert und als eigener Energie, das eigene Kraft Orte zu schaffen wo sich Menschen begegnen können.
00:09:37: Und das hat genießt meinen höchsten Respekt und dafür bin ich extrem dankbar für diese Erfahrung.
00:09:45: Das beschäftigt mich sehr und ich glaube dass ist auch etwas was ich so
00:09:49: aus...
00:09:50: von mir mitbringen, also ich bin auch im ländlichen Raum aufgewachsen hier in der V. Aber erkenne das quasi?
00:09:56: Ich kenne es auch kein Auge zu haben und so weiter und sofort und möchte in diesem Podcast genau diese Menschen die auch häufig in der Berichterstattung übersehen werden, mit in unseren Podcast holen weil ich weiß nicht ob euch auf eurer Reise nach Mv Medienhaus begegnet ist.
00:10:12: Die Wahrscheinlichkeit ist relativ gering.
00:10:16: darüber können wir dann noch mal in der Medienfolge sprechen.
00:10:20: Aber genau um die Einstiegsfrage zu beantworten, also es gibt verschiedene Elemente in mir.
00:10:25: Die sich mit kommen gehen und bleiben beschäftigen Und deswegen finde ich das total toll mit diesem Thema auch an diesen
00:10:31: Podcast einzusteigen
00:10:33: So Heike.
00:10:34: aber wie ist das denn bei dir?
00:10:35: Bist du da geordnete unterwegs?
00:10:37: Ich habe gerade gedacht als du das Wort
00:10:40: Medienhaus
00:10:40: gesagt hast Wir sollten mal an dieser Stelle der Transparenz halber und überhaupt sagen, hier sitzen eine Soziologin
00:10:51: Katarina.
00:10:52: Und mit Juli und mir zwei Journalistinnen.
00:10:56: Ich muss sagen ich bin immer nur in Anführungsstrichen
00:11:01: gekommen
00:11:02: um zu arbeiten als Journalistin Und ich kenne halt sowohl Sachsen-Anhalt als auch Mecklenburg-Vorpommern durch meine Arbeit.
00:11:15: Also Mecklemburg-
00:11:15: Vorpommern
00:11:17: hat mich total geprägt, weil ich als junge Journalistin Augenzeugen war des rassistischen Prokoms, im August in Rostock-Lichtenhagen.
00:11:32: Ich kann mich tatsächlich noch ... sehr, sehr bildlich daran erinnern wie ich mit einem Kollegen und Freund hinter
00:11:41: einer
00:11:42: Mülltornestand zusammengekauert.
00:11:44: Und vor uns eben diese rassistische aufgepeitschte Menge und der Kollege sagte ah okay so also hört sich Faschismus an!
00:11:57: Das war für mich auch die Entscheidung.
00:12:00: Ich will zu dem Thema Rechtsextremismus rassistische Gewalt und auch Rechtshörerismus weiterarbeiten.
00:12:07: Weil schon damals war klar, das ist eigentlich ein Nischenthema.
00:12:11: Und dass wenn man aber in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt unterwegs war dann war es eben kein Nischenthema.
00:12:20: Sondern das bestimmt den Alltag von sehr vielen Menschen seit mehr als dreißig Jahren.
00:12:27: Kann ich dir... Also nimmst du es immer noch als Nischentehmer?
00:12:30: Warum?
00:12:31: Ich würde
00:12:32: Inzwischen
00:12:32: sagen es gibt so
00:12:35: eine hohe Gewöhnung
00:12:36: und so eine Normalisierung,
00:12:38: dass das kein Nischenthema mehr
00:12:40: ist.
00:12:40: Sondern
00:12:41: die Gefahren liegt in der Gewöhnung und in der Normalisierung.
00:12:44: aber da
00:12:45: werden wir auch in der nächsten Episode nochmal genauer darüber sprechen.
00:12:50: Genau, wir werden in der nächste Episode darüber sprechen, da geht es um Rechtsextremismus.
00:12:55: Ich finde auch die Gefahr ist nicht nur, dass es so nischig ist sondern das es zu dem Ostthema immer gemacht wird.
00:13:01: Also das passiert im Osten und es ist total wichtig, dass wir da hingucken.
00:13:04: aber wenn wir sagen ach das geht uns nichts an!
00:13:06: Das ist da drüben im Oston dann lässt man die Leute damit auch ganz schön allein und ändert vor allem nichts.
00:13:11: und darüber müssen wir unbedingt mehr sprechen.
00:13:14: und das finde ich hat ein bisschen aufgehört aber nicht möglich und auch nicht genug.
00:13:18: und die Folgen sehen wir bis heute.
00:13:21: Deswegen heißt unser
00:13:23: Podcast ja auch
00:13:24: Kipppunkt Ost, weil die Entscheidungen bei den Landtagswahlen werden die gesamte Republik betreffen und eben nicht nur in Anführungsstrichen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
00:13:36: Und ich sage jetzt mal noch kurz was zu
00:13:38: meinen
00:13:39: beruflichen Bezügen nach Sachsen.
00:13:41: anhaltig bin Mitte der zweitausender Jahre tatsächlich nach Magdeburg gezogen und habe mit Kolleginnen zusammen die mobile Opferberatung da aufgebaut.
00:13:53: Dann sind mir auch sofort so viele Menschen vor Augen, die ich in beiden Bundesländern kenne... wirklich mega Hochachtung hab.
00:14:04: Und wo ich mir wünschen
00:14:05: würde, dass die
00:14:08: viel
00:14:08: mehr Beachtungen
00:14:09: und ihr Engagement viel mehr beachtungen
00:14:11: finden?
00:14:13: Ich teile total euren Respekt vor denen, die geblieben sind und richtig was leisten.
00:14:17: Und ich würde auch sagen, dass sie die Demokratie in den Ländern nicht nur verteidigen sondern auch irgendwie erhalten.
00:14:24: Denn sonst würde das schon ganz anders aussehen.
00:14:27: Ich bin damals gegangen und es macht für mich total Sinn.
00:14:31: Aber ich finde es interessant, weil als bevor ich gegangen bin also so in den neunzigern früh in zwei tausenden haben wir ganz anders über die gesprochen.
00:14:40: Die bleiben nämlich nicht mit dem Respekt zu hey die verteidigen hier richtig was sondern bei uns war immer so das Statement ja wer bleibt bleibt hängen.
00:14:49: Also wer bleibt ist ein totaler Loser.
00:14:51: um etwas aus sich zu machen muss man gehen.
00:14:54: Naja, also die Zahlen sind ja auch total dramatisch.
00:14:58: Sowohl Sachsen-Anhalt als auch
00:15:00: Mecklenburg-Vorpommern haben zwischen
00:15:02: den
00:15:03: Neunzehnundneinzig und jetzt nahezu ein Fünftel ihrer Bevölkerung verloren durch Abwanderungen.
00:15:12: Und das sind jetzt die beiden Bundesländer wo Mecklemburg- Vorpommern muss man sagen?
00:15:19: Das
00:15:20: am dünsten
00:15:20: besiedelte Bundesland
00:15:22: der Republik ist und Sachsen-Anhalt, das am drittdünnsten besiedelte.
00:15:29: Also es gibt auch total viel Platz!
00:15:33: Das sind starke Zahlen und ich würde sogar in meiner These noch einen Schritt weitergehen.
00:15:40: Ich glaube dass nicht zufällig ist wer gegangen
00:15:43: ist.
00:15:44: Also auch wenn ich mir das von früher angucke, das ist vielleicht mehr eine Wahrnehmung als dass sich das beweisen kann.
00:15:50: Aber ich habe das Gefühl es sind bestimmte Leute vorangegangen nicht nur aber tendenziell.
00:15:55: Vorrangig sind viele Leute gegangen, die betroffen sind von rechter Gewalt.
00:15:59: Also mit den Erfahrungen, die ich in den Neunzigern gemacht habe aber auch viele andere sind einfach die, die rechte Gewalt erfahren haben oder Feindbilder von Rechten sind gegangen und es sind dementsprechend aber auch tendenziell offensichtlich nicht
00:16:13: nur
00:16:14: die geblieben, die damit weniger ein Problem haben oder die, die bereit sind richtig zu kämpfen.
00:16:20: Aber ich glaube dadurch hat sich eine gewisse Auswahl in bestimmte Zusammensetzungen in den Bundesländern geschaffen, die sich in den Wahlergebnissen widerspiegeln und das sind die hohen Wahlergebnisse hinsichtlich rechter Parteien, die wir heute sehen.
00:16:33: Das ist meine These.
00:16:35: Julie du hast dich erwissenschaftlich damit beschäftigt bzw mit wissenschaftlichen Studien.
00:16:40: würdest Du sagen dass da was dran ist?
00:16:42: Oder ist es einfach Wahrnehmung?
00:16:44: Ja.
00:16:46: Was kürzt du?
00:16:47: Schmerzlos, ja!
00:16:48: Du hast recht.
00:16:49: Ich habe mir verschiedene Umsagen angeguckt und ich habe mir Studienangeguckt.
00:16:53: Einzelne Forscherinnen
00:16:54: haben
00:16:54: sich auch... Frühere Wahlen angeguckt und daraus abgeleitet, wo wird eigentlich wie gewählt?
00:17:00: Und man kann sagen natürlich wählen nicht alle im ländlichen Raum die AfD.
00:17:05: Das ist eine Verallgemeinerung faktisch falsch aber in vielen ländischen Gebieten vor allem in Ostdeutschland erreicht die AfD oft deutlich höhere Zweitstimmanteile als in
00:17:16: großen
00:17:17: Städten.
00:17:18: Ja, ich glaube es liegt auch daran.
00:17:20: Also das hat auch Katja Salomo die ich euch gleich vorstellen möchte herausgefunden hast du Die Ost- und die Westdeutsche Gesellschaft haben einen unterschiedlichen Bezug zum ländlichen Raum weil Es auf die Frage ist wer wohnt wo?
00:17:34: Sie hat sogar Zahlen mir genannt.
00:17:36: Ich habe dir mein Interview.
00:17:37: Im westdeutschland wohnen sechsundzwanzig Prozent der Bevölkerung im ländlichem Raum Und in ostdeutsches land.
00:17:44: rate doch mal wie viele.
00:17:47: Ich bin ja, ich komme aus der Kleinstadt aber irgendwie vom Land und ich hab das Gefühl, Sachsen-Anhalt ist fast nur ein Land.
00:17:53: Insofern ... sechzig Prozent.
00:17:56: Heike du?
00:17:57: Na, ich
00:17:58: kann ja nur höher gehen als die Katarina.
00:18:00: Und ich werd jetzt mal sagen,
00:18:02: seventy-fünf.
00:18:04: Also es stimmt also deutlich mehr als den fünfundfünftig Prozent, aber das sind über die Hälfte der Bevölkerung, die im ländlichen Raum wohnen was man so in Westdeutschland natürlich nicht hat, also was ein ganz anderes Phänomen ist.
00:18:15: Und Katja Salomo, die sich ja als Soziologin vor allem mit Demografie beschäftigt hat.
00:18:20: Also die Wissenschaft, die vor allem über Bevölkerung was herausfinden möchte, sagt eben gerade auch dieses, wo die Leute wohnen und wie sich das verteilt ist Ausschlag geben dafür, wie ... Ja, war halt einfach bestimmte Konsequenzen.
00:18:36: Und welche sind das?
00:18:37: Das ist jetzt schon spannend.
00:18:38: Welche sind es?
00:18:39: Also Sie sagten zum Beispiel, dass für Ostdeutschland wie so eine kleine Insel ein eigenes kleines Land weil hier so viele Faktoren zusammen treffen die du in keinem anderen Land der Welt hast.
00:18:51: Das sind beispielsweise Überalterung.
00:18:55: Die Menschen sind sehr alt bekommen sehr wenig Kinder Es gibt einen Männerüberschuss Weil vor allem Frauen abwandern und dann wohnen eben auch noch so viele Menschen im ländlichen.
00:19:07: Das schafft dann bestimmte Vorkehrungen, die Auswirkungen
00:19:12: haben.
00:19:15: Auswirkungen
00:19:16: auf die Wahlergebnisse nehme ich an!
00:19:18: So kausal sagt sie das natürlich nicht.
00:19:21: Aber wenn wir jetzt zum Beispiel auf das Frauenthema gehen, es gibt mehrere große Abwanderungswellen und witzigerweise hat sich so einen ähnlichen Satz gesagt wie du Katarina nämlich, wenn man bleibt ist man wie ein Verlierer.
00:19:33: also sie hat auch eine ostdeutsche Hintergrund und hat genau dasselbe wie du gesagt.
00:19:40: Also es gibt drei große Abwanderungswellen natürlich aus unterschiedlichen Gründen.
00:19:44: Du hast irgendwie Massenarbeitslosigkeit, dann hast du aber irgendwie auch das Kind von Eltern die Massen Arbeitslosigkeit erfahren haben und da hast du irgendwie Schule gemacht.
00:19:53: und da heißt es so naja wenn du was aus dir machen
00:19:55: willst, dann
00:19:57: tschack geh mal in die Stadt oder jemand im Westen oder
00:20:00: machbar.
00:20:01: Und für allen fünf Frauen ist das besonders weil wenn ihr euch mal in Mecklenburg-Vorpommern
00:20:05: anguckt
00:20:06: oben an der Küste gibt's mega viel Tourismus.
00:20:09: Das heißt, hier ist viel dichter besiedelt als hier unten an der Seemplatte wo wir sind.
00:20:13: Weil hier gibt es ja weniger Städte und hier ist auch noch super viel Brauchland und das wunderschöne Land der Tausend Seen.
00:20:22: aber deswegen weil Frauen häufiger im Tourismus arbeiten rein statistisch Und dann vielleicht auch hier nicht die Jobs finden, die sie finden wollen gehen Sie halt
00:20:33: nur anders hin.
00:20:35: Man spricht ja oft über Frauen.
00:20:37: Die Frauen, die aus dem Osten gegangen sind und du hattest jetzt gerade erklärt wie das so funktioniert und was das für Gründe hat?
00:20:42: Ich finde es total spannend!
00:20:44: Ich wüsste gerne noch mehr, was hat das für Konsequenzen?
00:20:47: aber auch wer ist noch geblieben oder gegangen?
00:20:50: Ja also Katja Salomo zur Folge, Lisa zum Beispiel, dass Hauptgründe waren jetzt Massenarbeitslosigkeit, haben wir schon besprochen.
00:21:00: Job-Suche?
00:21:01: Welche Bildungsangebote sind vor Ort?
00:21:03: und will die vielleicht einfach mehr Cash verdienen?
00:21:05: Also auch das ist eine relativ relevante Frage.
00:21:09: Und auf dem Land hast du natürlich Nachteile.
00:21:13: Also Frauen haben, der Statistik zufolge zum Beispiel selten ein Führerschein.
00:21:17: Wenn Du jetzt aber wie ich auf einem Dorf wohnst mit hundertsechsunddreißig Einwohnern und Du heißt einen Bielen-Stich und musst zum Arzt fahren dann musste ich jemanden fragen hey kannst Du mich da hinfahren?
00:21:28: Es ist eine ganz andere Abhängigkeit davorhanden, die du halt in diesem kleinen Netzwerk-Dorf
00:21:33: haben
00:21:34: musst.
00:21:34: Als wenn du hier was weiß ich im Vorall von Hamburg wohnst und so einem kleinen Kaffee vor Hamburg, wo es am besten Fall irgendwie noch ne S-Bahn gibt, die dich also voll zum Arzt fährt, wo du unabhängiger bist
00:21:45: von aller Menschen.
00:21:47: Also so... Genau, Fortbewegung und Mobilität sind ein riesiges Thema.
00:21:51: da natürlich auch das kulturelle Angebot.
00:21:53: Wenn wir uns mal angucken, so Hofcafés Toll!
00:21:57: Wir haben Thrive Tee.
00:21:58: Und wenn die Leute weggehen, die sie betreiben, brechen diese
00:22:01: Orte zusammen.
00:22:01: In der Soziologie nimmt man als ja diese dritten Orte also die neben der Arbeit und dem Privatleben wie es so eine Ort sind wo sich Menschen einfach treffen und austauschen können, wo Begegnungen überhaupt stattfinden darf.
00:22:14: Wenn die Wegbrechen noch nicht mal vorhanden sind.
00:22:16: das macht natürlich auch was mit meiner Qualität, die ich verspüre
00:22:20: an einem
00:22:20: Ort,
00:22:20: an dem ich lebe.
00:22:22: Solche Orte verschwinden natürlich immer mehr, was auch ein Witz ist.
00:22:25: bei einerseits sagt man okay Leute macht alle Ehren an Erhaltet diese Orte am besten noch nach vierzig Stunden Vollzeitarbeitung, nachdem ihr dann drei Stunden gepennt seid
00:22:33: am Tag.
00:22:35: Danke für euer Engagement!
00:22:37: Wisst ihr wie
00:22:38: ich meine?
00:22:38: Ja genau.
00:22:39: und die wenigen Orte, die im Moment noch über Bundesmittel finanziert werden,
00:22:45: denen droht
00:22:46: halt der Kollaps oder das Ausfall Demokratie leben, dass Bundesprogramm umgestrickt wird Verrückterweise jetzt die Kommunen darüber entscheiden sollen, ob sie diese Orte fördern oder nicht.
00:23:00: Und auf die Frage halt mit welchem Geld und mit welchen Aufwand dann wieder irgendwelche Förderanträge gestellt werden müssen?
00:23:05: Und inwiefern diese Kapazitäten überhaupt in diesem Dorf handeln?
00:23:09: Aber ich habe noch eine Sache nicht beantwortet, die Katharina mich vorher gefragt hat wer bleibt zurück?
00:23:16: Und das sind Katja Salomo zufolge.
00:23:18: Ich zitiere formal niedrig gebildeter Männer am häufigsten und auch ältere Menschen, die vor Ort sind und vielleicht noch fit genug sind, dass hier nicht diese Abhängigkeiten zum Beispiel zum Arzt, der da gefahren werden müssen oder so, noch nicht haben
00:23:31: oder wo
00:23:32: Strukturen gibt, die sowas
00:23:34: auffangen?
00:23:42: Ihr hattet jetzt eine ganze Reihe an Verschiebungen genannt um Konsequenzen.
00:23:46: Ich würde gerne mal in die Wahlprognosen schauen Denn wir haben ja im September Landtagswahlen.
00:23:51: Wie sind denn da die Prognosen?
00:23:53: Wie wirkt sich da in so eine Verschiebung aus?
00:23:56: Also, die Prognosen sind – das muss man tatsächlich sagen – ziemlich dramatisch und wir gucken ja bewusst nur auf die Zahlen von
00:24:05: seriösen
00:24:06: Umfrageinstituten.
00:24:08: Und wenn man aber Infratest-Dima abnimmt, dann kommt die AfD auf thirty-fünf Prozent Und die demokratischen Parteien sortieren sich da, also da mehr diesen Schwesig-Faktor.
00:24:22: Da ist die SPD bei wundersamen... ...von zwanzig Prozent immer noch ein totaler Verlust im Vergleich zu den letzten Malen im Landtag in Mecklenburg-Vorpammern.
00:24:36: aber da ist es offen ja viel offener Wie am Ende die Landesregierung sich zusammensetzen wird und wie sich die Mehrheiten im Landtag in Schwerin verteilen werden.
00:24:51: In Sachsen-Anhalt ist die AfD, da war die AfD bei neununddreißig Prozent.
00:24:59: Es gibt andere Umfragen, die sehen im Moment so irgendwo zwischen dem siebenunddreißig und achtund dreißig Prozenten aber das würde wenn man sich die schlechten Werte für die demokratischen Parteien anschaut reichen dass die Landesregierung stellen können.
00:25:16: Und ich würde an der Stelle wirklich noch mal sagen, wenn wir über die AfD als eine rechtsextreme völkische nationalistische und marxistische Partei reden dann stützen wir uns auf die Definitionen von Politikwissenschaftler innen und da ist es auch total wichtig zu sagen, politik wissenschaftliche Definition sind Die Definition, nachdem wir Parteien beurteilen sollten und nicht die Definition des Verfassungsschutzes.
00:25:48: Dem würde ich mich total anschließen.
00:25:50: Ich möchte bloß
00:25:51: auch aus
00:25:51: Positives einwerfen.
00:25:53: Wir haben mit zwei Politikern gesprochen, die sich im Sachsen-Anhalt für die demokratischen Parteien einsetzen.
00:26:01: Einer davon ist Dennis Kreuzadler – mit dem habe ich gesprochen.
00:26:04: Dennis Kreutzadler geboren in Berlin-Kreuzberg aufgewachsenen im schönen Britz In Unterbezirk von Neukölln.
00:26:12: Ich lebe jetzt seit dem Jahr two-tausend neun in Tangamünde und Vater von drei Kindern.
00:26:19: Seit zwei tausend vierzen bin ich in der Kommunalpolitik aktiv und als Stadtrat ebenso natürlich auch im Landkreis Ständer, in der Kreispolitik.
00:26:31: Er tritt für die Linke an in Tanga Mündesachsen-Anhalt und das ist tatsächlich der spannendste Wahlkampf, den wir bei dieser Wahl beobachten werden.
00:26:42: Ja ich trete halt direkt als Spitzenkandidat der Linken im Wahlkreis Fünff an!
00:26:47: Für die Teuenstädter Tanga Hütte, Tangamünde Gentin, Elbe Paarei und Jericho.
00:26:55: Es ist auch der Wahlbezirk des Direktkandidaten der AfD.
00:27:01: Es ist eine gute Herausforderung.
00:27:07: Die AfD in Sachsen-Anhalt, wissen wir alle, ist ziemlich stark.
00:27:11: Für mich ist es natürlich wichtig.
00:27:13: Ich schaue gar nicht so extrem auf die AfD.
00:27:15: Es geht um unsere Themen, die sind viel wichtiger.
00:27:18: Wir stehen halt für eine solidarische Politik Genau das Gegenteil.
00:27:23: Und davon müssen wir natürlich die Leute, die hier oben jetzt auch endlich überzeugen weil so kann es nicht weitergehen.
00:27:29: Wir dürfen diesen Rechtsdruck auf gar keinen Fall gewinnen lassen.
00:27:33: Ich habe Hochachtung für seine Position und gleichzeitig kriege ich meine Gänsehaut wenn ich das Wort rechtsrück höre Weil es manchmal also tut als ob es sowas Neues wäre was so plötzlich auftaucht.
00:27:46: Und jetzt sind wir alle komplett geschockt und denken so, wo kommt das plötzlich her?
00:27:50: Und gleichzeitig beobachtet man ja auch hier vor allem im Mecklenburg-Vorpommern wie krass sich Strukturen festigen können,
00:27:57: wie
00:27:58: manchmal auch keine demokratischen Lösungen gefunden werden, wie die manchmal Gelder wegbrechen oder Geld entzogen werden
00:28:06: –
00:28:06: also das sind Strukturen, die wachsen und die sind nicht erst gestern aufgekommen!
00:28:11: Ich sehe das da sehr ähnlich wie du.
00:28:13: Ich benutze das Wort auch, ich glaube einfach weil es geläufig ist und jeder damit was anfangen kann und dass tatsächlich endlich angekommen ist.
00:28:20: Ich habe eher das Gefühl, das Wort Rechtsruck ist endlich angekommen.
00:28:26: den Rechtsruck gibt es schon sehr lange.
00:28:29: Ich denke gerade daran an die Medienfolge wo Juli darüber sprechen
00:28:35: wird
00:28:36: wie sozusagen die großen Medienhäuser für ein paar Monate mal Korrespondentinnen nach Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Freupermann schicken werden, um sie danach wieder abzuziehen.
00:28:52: Aber ich wollte dich noch was fragen zu Dennis Kreuz-Altrag.
00:28:56: Katharina, naja das ist so eine verrückte Bewegung von Berlin-Kreuzberg nach Tanger Münde.
00:29:05: Wie spricht Dennis denn darüber?
00:29:08: Ich fand das gerade deshalb schön, weil ich glaube es gibt so mal ganz viele Klischees die man übers Land hat und dann wachsen Anhalt und vielleicht nicht gerade als Berliner aber auch als Berlina.
00:29:18: Und er greift was total schon auf und sagt so sprich so viel sich als berliner Bier zum Tanga Münder geworden ist.
00:29:26: und lasst mal da rein hören.
00:29:29: Also ich weiß noch, als ich das erste Mal nach Tangermünde gekommen bin.
00:29:36: Als Berliner, der ja nur Berlin und sein Speckdürtel kennt, habe ich natürlich erst gedacht – Angermünde bei Berlin so!
00:29:41: Und dann fuhre ich immer weiter auf
00:29:44: einmal
00:29:44: im Land der Frühaufsteher.
00:29:47: Wo bin ich jetzt gelandet?
00:29:50: Aber dann kommt man in diese Altstadt rein.
00:29:53: Tangermunde ist eine mittelalterliche Stadt direkt an der Elbe.
00:29:58: Man merkt sofort, wenn man aus Berlin rauskommt.
00:30:01: Ich sag immer wieder, Berlin hat dreieinhalb Millionen Einwohner, ganz sagt es einen anderen Teil zwei Millionen.
00:30:05: Wir haben Platz!
00:30:06: Wir haben Luft so ja... Es ist entschleunigt.
00:30:09: Ja also wir wissen selbst wie's in Berlin ist, ja man hechtet von A nach B. Hier kannst du nicht hechten weil der Bus fährt nicht so
00:30:16: häufig,
00:30:17: da musst du dir erwarten.
00:30:21: Aber es gibt sich schon sehr angenehm hier.
00:30:24: aber Halt mal fest bei den steigenden Mieten im Steckhütte, also auch hier ziehen natürlich immer mehr aus dem Berliner Raum her.
00:30:31: Das ist natürlich auch aber das ist auch positiv.
00:30:34: ja es ist positiv weil dadurch wird es hier auch gelebt so.
00:30:39: wir haben halt auch einen Rückgang.
00:30:41: der Demografiewande ist hier ja auch ganz klar.
00:30:43: Wir brauchen auch Leute und hier macht eine gute Mischung macht's eigentlich dann auch aus.
00:30:48: Aber genau deshalb brauchen wir ja auch.
00:30:50: Wir brauchen Arbeitsplätze, wir brauchen einen ÖPNV damit die Leute zur Arbeit kommen.
00:30:54: Wir brauchen Schulen und Kitas.
00:30:56: Das alles brauchen wir!
00:30:58: Und natürlich Vereine – ganz wichtig!
00:31:00: Wir brauchen auch die Vereine, ja?
00:31:02: Wir brauchen halt auch Orte wo die Leute hingehen können sich treffen können was machen können.
00:31:07: so Ja, wir wollen nicht dass jeder praktisch hier herzieht und dann für sich zu Hause bleibt.
00:31:12: Davon haben wir nichts.
00:31:13: Wir braucht ein öffentliches Leben keine Ausgrenzung
00:31:16: Genau, Sachsen-Anhalt braucht Strukturen.
00:31:18: Sachseneinheit braucht aber auch Leute!
00:31:21: Noch einer der gekommen ist, Mohammad.
00:31:24: Mit dem hast du gesprochen Heike?
00:31:26: Ja genau ich habe mit Mohammad den vielleicht einige als Geschäftsführer des Landesnetzwerks der Migrantenorganisation in Sachsen Anhalt kennen die nennen sich Kurz-Lamsa gesprochen und zwar auch über Die Frage wie ist er überhaupt nach Sachsen-Anhalt gekommen?
00:31:46: Und Mamant hat mir erzählt, dass er mit sechzehn Jahren, neunzehnt sechsneinzig also mitten in den Baseballschlägerjahren als junger politisch aktiver Jugendlicher alleine vor der Repression des Asshat Regimes gegen Kudinnen und gegen Jesidinnen nach Deutschland geflogen ist.
00:32:10: Und damals wie heute wurde der Aufenthaltsort während eines Asylverfahrens durch die Behörden bestimmt.
00:32:19: Und Mama hat eben Asylantrag gestellt und ist erstmal nach Heiberstadt verteilt worden, dann nach Halle.
00:32:27: und er sagt ganz klar die Frage... Unseres Podcasts, um nicht gehen oder bleiben.
00:32:33: Die bewegt ihnen seit dreißig Jahren und das hören wir gleich mal von ihm.
00:32:38: Also die erste vier Jahre könnte ich ja nicht weg.
00:32:40: Das muss man auch dazu sagen mit ihrer Familie.
00:32:43: Es war schon ein Weg wo man dann später meine Kinder... also immer so einen Prozess der Verwurzlung.
00:32:49: Man wächst immer mehr in Land ein und es war so ein bisschen mein Prozess Die ich das immer natürlich mit der Frage gehen oder bleiben, wie gesagt.
00:33:01: Der erste Jahr war sehr stark aber ich konnte nicht und später War das eben diese frage okay jetzt hast du Familie Jetzt hast du Freunde jetzt hast irgendwie Netzwerke Was mich später auch natürlich mit erfrage.
00:33:16: wir hatten ja schon in Halle Bündnis der Migrantenorganisation schon mal gegründet, zwei tausend fünf schon.
00:33:21: Und dann haben wir gesagt ok also irgendwie Das heißt, landesweit fehlt uns diese Struktur.
00:33:28: Deswegen haben wir den Landesnetzwerk der Migranten um diesen Sachsen-Anhalt bekundet.
00:33:33: Für mannert war und ist die Frage der Teilhabe eigentlich von allen, die in Sachsen Anhalt leben?
00:33:41: Und wie Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografien sich in Sachsens Anhalt und überhaupt in Ostdeutschland in einer politischen Repräsentanz wiederfinden.
00:33:57: Das Lebensthema, würde ich sagen und vielleicht auch noch mal an der Stelle der statistische Hinweis dass ca.
00:34:06: sieben Prozent der Einwohnerin in Sachsen-Anhalt eine andere Staatsanmögenlichkeit als die Deutsche haben.
00:34:25: Mammert steht ja für sehr viele Menschen die aus sehr guten Gründen in Deutschland politisches Asyl beantragen.
00:34:33: Und man muss ja auch nochmal so klar sagen, dass Recht auf Asyl es im Grundgesetz verankert hat und die AfD möchte das Grundgesetz an der Stelle und nicht nur an dieser Stelle ändern und das Recht auf asyl komplett abschaffen.
00:34:51: In diesem Regierungsprogramm sprechen Sie da Beschönigend von einem Gnadenrecht.
00:34:59: Und es ist einfach ein Menschenrecht, ja?
00:35:03: Ich könnte mich da zinnt oder aufregend tust aber nicht um auf einen anderen Punkt aufmerksam zu machen wo ich wirklich dachte das kann einfach gar nicht wahr sein dass das bisher offensichtlich auch ganz schön vielen entgangen ist nämlich in diesem AfD Regierungsprogramm und im Entwurf auf Seite Landtagsfraktion tatsächlich davon, dass sie in ihrem sogenannten alternativen Haushalt für die Jahre zwei tausendfünfundzwanzig und sechsten zwanzig einen Betrag in Höhe von hundert Millionen Euro zur Einleitung einer Abschiebeoffensive für ausreisepflichtige Ausländer einstellen.
00:35:49: In Anführungsstrichen also Zitatende Und die AfD-Landesregierung würde diese Abschiebeoffensive praktisch umsetzen.
00:36:01: Ich frage mich zum einen hundert Millionen Euro, ja das ist ungefähr in der Hälfte des gesamten Kulturhaushaltes des Landes Sachsen-Anhalt.
00:36:11: Zum anderen ist damit natürlich eine krasse Drohung verbunden.
00:36:16: Ja absolut
00:36:19: sind einfach einschüchternde Zahlen vor allem, wenn man sich anschaut wie viele Sinteln währenden davon wirklich betroffen.
00:36:25: Also was wäre denn, wenn wir jetzt ganz rational kalt drüber sprechen?
00:36:29: Was wäre denn der Mehrwert davon?
00:36:32: und dann gleichzeitig ist die Zahl so hoch, Sachsen-Anhalt was nicht viele Ressourcen hat im Vergleich zu anderen Bundesländern, wo es dringend mehr Strukturen braucht.
00:36:45: Wo es dringingt viel, viele Dinge braucht die für das das Geld wahnsinnig gut wäre und hundert Millionen Euro anzudrohen in die Abschiebung von Menschen zu stecken in einem Bundesland, das auch noch mehr Menschen braucht halt ich auf allen Ebenen für Katastrophal.
00:37:04: Das Jahr zwanzivierundzwanzig war Kommunalenwahlen Am Sachsen-Anhalt und da hatten wir nächste Kampagne gestartet, haben gesagt, wir wollen sieben Prozent.
00:37:14: Was mir hinter mir ist?
00:37:15: Wir wollen auch Vertreterung der Menschen sein in Palernstadt treten und Kreistage.
00:37:21: Wissen Sieben Prozent!
00:37:22: Wir wollen sieb Prozent auch die Mandatsträger sein.
00:37:25: Am Ende hat nur eine einzige Person geschafft von achtzehn.
00:37:30: Und das hat mich wirklich am Ende zu einem Punkt gesagt okay Es wird uns immer von Parteien erklärt, ja ihr musst euch anfangen auf kommunaler Ebene in Kreisverband, im Ortsverband.
00:37:42: Also diese Struktur eines Partei, was man jedes Mal erklärt Ja da müssen auch Leute hingehen und mitmachen.
00:37:51: Und ich habe gesagt die Leute machen mit und gehen hin aber trotzdem werden nicht gewählt.
00:37:57: Das heißt es fehlt auch der Partei eine Strategie.
00:38:00: also es gibt keine Idee wie man Menschen mit Grazonsgeschichte in der Parlamente bringt.
00:38:09: Und das ist zu sagen auch mit Vielfelsmerkmalen und so weiter, das ist ja das Problem.
00:38:12: nicht nur wir sondern viele Menschen die vielfels Merkmale haben sind auch im Landtag nicht vertreten.
00:38:17: Vielwald ist ja in verschiedenster Sicht total wichtig und mit Mohammed würde eine Migrationsperspektive reinkommen, auch eine Asyl-Perspektive und jemand der einfach seit vielen, vielen Jahren politisch arbeitet in Sachsen-Anhalt.
00:38:34: Eine weitere Perspektive würde auch mit Dennis Kreuzadler rein kommen, nämlich ne schwarze Stimme im Landtag.
00:38:42: Direkte Migrationsgeschichte, aber seine Mutter ist aus Ghana.
00:38:45: Er selbst ist schwarz oder halbschwarz wie er sagt und darüber haben wir auch gesprochen.
00:38:49: denn mich hat die Frage interessiert gerade auch als schwarze Person, die gegangen ist aus Sachsen-Anhaltungen sehr viel später zurückgekommen ist Wie ist es eigentlich als Schwarze Person sich so sichtbar öffentlich politisch zu engagieren?
00:39:07: Und dazu habe ich ihn gefragt.
00:39:08: Für mich persönlich hat es bis jetzt noch keine Konsequenzen gehabt, da jetzt sehr direkter Spitzenkandidat gegen die AfD zu sein.
00:39:16: Aber meine Tochter hat's zum Beispiel schon erwischt.
00:39:19: nachdem sie nur in der Schule das erwähnt hat ist sie jetzt schon häufiger praktisch mit so was konfrontiert worden wie N*****.
00:39:28: oder
00:39:28: zum Glück seid ihr dann alle weg wenn die AfD gewinnt.
00:39:33: Da heißt es natürlich auch ganz klarkante zeigen Viele Gespräche auch mit den Lehrern, ja.
00:39:39: Also die Lehrer sind zum Glück auch offen und reagieren auch drauf.
00:39:44: Bei mir ist es so bis jetzt traut sich wahrscheinlich niemand.
00:39:48: Aller ist das brutal!
00:39:49: Ja...
00:39:52: Auch Mama spricht über diesen offenen Rassismus.
00:39:55: und während ich denn das Kreuzatler ... in dem Gespräch mit dir zugehört haben, musst du mal an Karambad Yabi denken.
00:40:03: Den schwarzen SPD-Bundestrass abgeordneten der wirklich auch sehr harte rassistische Anfeindungen und Bedrohung erlebt hat so.
00:40:13: Ich hab
00:40:13: das Gefühl die letzten dreißig Jahren laufe ich in der Stadt mit so Radars.
00:40:20: Also sie recht links vorne hinten bewegen.
00:40:23: Das heißt man bewegt sich nicht... Man bewegt immer mit der Gefahr, das könnte was passieren.
00:40:29: Und diese Gefahr hatte ich letztendlich bei mir nicht weniger geworden, sondern mehr geworden.
00:40:35: Das beeinträchtigt auch schon das Zusammenleben, dass man ständig um den Gefühl hat, man muss aufpassen, wo man unterwegs ist.
00:40:43: Ich würde gerne eine bestimmte Region im Land Sachsen-Anhalt kennenlernen oder auch in Sachsen aber ehrlich zu sein traue ich mich nicht
00:40:49: hinzugehen.".
00:40:52: Aber das ist halt auch Realität und ich finde es so wichtig, dass das angesprochen wird.
00:40:56: Dass das ausgesprochen wird Und natürlich ist rechte Gewalt nicht nur Rassismus sondern noch sehr viel mehr.
00:41:04: Also Rechte kennen wahnsinnig viele Feindbilde.
00:41:08: Das hat einen enormen Einfluss für andere auf das alltägliche Leben.
00:41:12: Ich habe auch mit Dennis darüber gesprochen.
00:41:13: Er hat mir ein anderes Beispiel genannt woran er gerade gearbeitet hat.
00:41:17: Also gestern hatten wir auch wieder so'n Fall gehabt.
00:41:19: Da hatten man eine Aktion gehabt für die Arbeit der Wohlfahrt.
00:41:25: Da soll jetzt Geld anliebsten von der AfD gestrichen werden, Fördergelder und da hat man auch versucht uns daran zu hindern diese Aktion zu machen obwohl wir auf öffentlichem Grund und Boden waren.
00:41:39: Da müssen wir einfach standhaft bleiben, standhaft und dagegen kämpfen.
00:41:43: Wenn man das alles hört, dann habe ich Dennis gefragt was er denn machen würde wenn die AfD gewinnt.
00:41:48: Also gehen oder bleiben und das ist seine Antwort Ich
00:41:51: bin hierher gekommen um zu bleiben Und wenn die AFD wirklich gewinnte Dann bin ich der erste der jeden tag gegen sie kämpfen wird
00:42:03: Stark.
00:42:04: Na ja Mama sagt so etwas ganz ähnliches.
00:42:08: Wir lassen uns da jetzt nicht einschüchtern wir lassen es nicht entmutigen sondern die müssen jetzt auf der Straße, wir müssen das jetzt noch mal kämpfen.
00:42:16: Und das heißt sie müssen für unser Mandat von uns da sein auch kämpfen und wir wollen auch die Mandats in den Parteien also am Ende hin zu sagen in dem Landtag haben.
00:42:29: und deswegen habe ich entschieden okay ich würde es und ich muss sagen ich war gestern bei einer Ausstellung zur Öffnung.
00:42:35: meine Entscheidung sozusagen zu kandidieren gibt gerade Menschen Mut.
00:42:39: Das erlebe ich gerade wirklich auch so.
00:42:42: Gestern war so ein Frau und sagte, wenn du reinkommst.
00:42:45: Und du wirst reinkommen sowieso.
00:42:47: Wir kommen alle zum Landtag!
00:42:49: Also ich glaube das ist so wichtig.
00:42:51: also mir geht es wirklich Kraft und Energie.
00:42:52: Ich merke meine Entscheidung zu kandidieren.
00:42:55: Meine Entscheidung zu sagen wir wollen zum Landtag.
00:42:58: Also ich zeige mich besonders, ich nutze wirklich dieses Vier weil es ist auch so Es ist eine Mission für mich geworden Das wäre ein Netzwerk.
00:43:26: Ich finde, auch unsere Folge geht ja um gehen oder bleiben und beide bleiben.
00:43:31: und bleiben klingt eigentlich immer so passiv, als würde man sich nicht bewegen oder wie man halt früher gesagt hat ja der bleibt verliert.
00:43:37: das sind die die nicht vorwärts kommen.
00:43:39: Und wenn ich den beiden zuhöre merke ich bleiben.
00:43:43: es kann so aktiv sein und ist so hart erkämpft.
00:43:47: Ich hab da einfach nur Respekt vor.
00:43:50: würde gerne mehr zum Bleiben wissen.
00:43:52: Und ich weiß, Juli du hast dich auch nochmal mit einer Studie beschäftigt in der es eben genau um bleiben als aktives Bleiben geht.
00:43:59: Voll
00:43:59: und das finde ich total toll weil Bleiben ist häufig übersehen.
00:44:03: also man hat häufig.
00:44:05: eben vorher bei der Einladung haben wir über Demografie gesprochen über Menschen die weggehen Und wir haben auch darüber gesprochen, mal kommen meine Rückkehrerinnen zurück und dann bringen die irgendwie Projekte mit uns so weiter.
00:44:17: Aber das bleiben auch ein aktiver Prozess sein kann und dass der Fokus mal auf den Leuten liegt, die die ganze Zeit vor Ort sind.
00:44:25: Das ist irgendwie auch schön und ein bisschen entgegen dieser Demografie, die wichtig ist und die wir vorher besprochen haben aber die glaube ich nochmal ganz viel verschluckt von den Leuten, die diese Transformation ja seit mehrerem... Jahrzehnten auch gestalten, die hier vor allem in den ostdeutschen Bundesländern geschieht.
00:44:42: Und da habe ich wieder eine Soziologin für euch im Petto.
00:44:44: Dieses Mal heißt sie Melanie Rümling und sie interessiert sich total für den ländlichen Raum und hat sich viele Wohnbiografien angeguckt und Geschlechterforschung und hat mit ganz vielen Frauen hier in Mecklenburg-Vorpommern gesprochen und die gefragt wie so bleibt ihr eigentlich?
00:45:00: Was macht ihr eigentlich
00:45:00: hier?!
00:45:02: Das ist nicht total gut, denn wir hatten das vorher und es ist ein wichtiger Punkt.
00:45:06: Und das wird ja auch immer wieder kritisiert.
00:45:08: oder ich bin dann die Frauen, die gehen... Aber was eigentlich mit den Frauen bleiben?
00:45:12: Was sagt sie dazu?
00:45:13: Es gibt ja dieses Bild von Frauen, dass sie irgendwie so volle Hinterwälder drinnen werden und dass sie es einmal nicht geschafft haben.
00:45:22: Sie räumt damit auf!
00:45:23: Also sie hat ansviel mit verschiedenen Frauen gestochen und verschiedene Bleibetypen quasi rausgefunden.
00:45:31: Leute, die eigentlich keine Frauen, die schubturelle nachteiligt sind und nie die Möglichkeit bekommen haben zu gehen.
00:45:38: Zum Beispiel weil sie in schubturreller Familienverhältnisse eingebunden sind, die das nicht zulassen oder weil sie durch Familie, Partner- oder Pflegepflichten gezwungen sind zu bleiben und das ein total blöde finden und frustriert sind und eigentlich lieber weg möchten.
00:45:55: Und es gibt aber auch die sogenannten kritisch-positiven Bleiberternen, die total Bock haben im ländlichen Raum zu bleiben trotz aller Herausforderungen und die dann aktiv positiv gestalten.
00:46:06: Die Projekte initiieren, die sich häufig in Vereinen engagieren usw.
00:46:10: und die tiefsozial eingebunden sind und hier das Leben im länderlichen Raum gestalten.
00:46:18: Bei manchen ein weiterer Typ, den Frau Rümling herausgefunden hat.
00:46:22: Das sind die sogenannten selbstverständlichen Bleiberinnen.
00:46:27: Da fragen das gar nicht so doll.
00:46:29: Die sind hier wahrscheinlich geboren, haben familiäre Strukturen und haben sich jetzt hundert Jahre reflektiert.
00:46:36: Ah!
00:46:36: Könnte ich noch woanders hin?
00:46:37: Und könnte man denen ganz anders aussehen?
00:46:40: Ja möglicherweise aber das ist eine Fragestellung spielt bei ihnen eher keine Rolle.
00:46:45: Deswegen bedeutet der ländliche Raum für diesen Typ ist er selbstverständlich im Leiberin, vor allem Selbstverständlichkeit und hat vielen mit Familie oder Alltagstätin zu tun.
00:46:56: Und ich finde diese Forschung extrem gut weil sie nochmal uns zeigt wie viele verschiedene Menschen über wie viele verschiedene Menschen ja eigentlich sprechen und wie viele verschiedenen Motivationen es gibt sich an bestimmten Orten zu bewegen, sich dafür zu engagieren.
00:47:11: Und gleichzeitig aber halt nicht auch die Probleme verschweigt, die ja durchaus im ländlichen Raum vorhanden sind?
00:47:16: Ich finde das total spannend weil genau diese Frauen werden ja aber auch politisch gerne übersehen.
00:47:23: dabei sind sie's, die sozusagen die ganzen Vereine am Laufen halten Und die ja auch dafür sorgen, dass Dörfer und kleine Kommunen wirklich lebenswert sind.
00:47:35: Ich würde gerne mal was von einer Frau hören, die geblieben ist.
00:47:39: Denn ich finde genau solche Geschichten und auch die Expertise, die dahinter steckt, kann total Mut machen nicht nur mir sondern vielleicht auch anderen.
00:47:48: Wir haben eine Kategorie in unserem Podcast, die in jeder Episode jetzt sein wird, Mutmacherin!
00:48:03: Sie hat eine Person, die gegangen ist.
00:48:10: Aber sich entschieden hat wieder zurückzukommen und hier selber Ideen hatte den Ort neu zu gestalten.
00:48:18: Das erzählst ihr euch jetzt selbst?
00:48:20: Ich bin in Neustrelitz an der Mecklenburgischen Seenplatte und wir haben hier vor anderthalb Jahren den Ping-Pong-Salon gegründet.
00:48:28: Das ist ein Begegnungsort hier in einer ehemaligen Lehrstandsfläche.
00:48:33: Da war früher ein Frisörsalon drin Und wir haben im Prinzip dort zwei Tischtennisplatten reingestellt und das so ein bisschen wohnzumarmäßig gestaltet.
00:48:42: Die Tür aufgemacht, seitdem können Menschen dort hinkommen, können Tischtenniss spielen oder auch Brettspiele.
00:48:50: Es gibt Raum für Veranstaltungen.
00:48:53: Wir machen jede Menge eigene Veranstaltung die immer auch irgendeinen Pingpong-Bezug haben oder auf eine Weise irgendwie ungewöhnlich Und kreativ sind und Welten zusammenführen, die jetzt vielleicht erst mal auf den ersten Blick so ein bisschen ungewöhnlich sind.
00:49:09: Also Lesungen an der Platte haben wir schon gemacht und Puzzleabende an der Platte.
00:49:15: Wir haben Ping-Pong Yoga als neue Sportart erfunden.
00:49:21: Das ist uns eigentlich immer wieder irgendwas Neues einfallen.
00:49:24: Ping-pong für Introvertierte war auch schon dabei.
00:49:26: Ping pong für Singles!
00:49:29: All das gucken wir mal, was die Menschen sich so wünschen und was vielleicht mal witzig wäre auszuprobieren.
00:49:36: Und dann testen wir es einfach aus.
00:49:38: und die Idee dahinter ist... Dass wir denken, dass die Tischtennisplatte für viele Menschen so eine Art kleinster gemeinsamer Nenner ist.
00:49:46: Etwas auf das sich sehr viele Menschen einigen können und die Platte ist daher für uns sowas wie der kleinste gemeinsame Begegnungsraum.
00:49:54: Das heißt Menschen, die ganz unterschiedlich sind oft sehr unterschiedliche Geschichten haben auch aus politisch sehr unterschiedlichen Richtungen kommen hinten an der Platte zusammen spielen miteinander, teilen sich diesen Raum haben eine gute Zeit miteinander und nebeneinander dann bewusst oder unbewusst auch ganz anders und wohlwollender war.
00:50:17: Und das ist genau der Effekt den wir damit letztendlich erzielen wollen also so ein bisschen Demokratiebildung durch die Hintertür weil man auf einmal merkt dass Menschen sich ihm nicht suchen einfach in Schubladen stecken lassen und beim Nähren hinsehen oder beim zweiten Ping-Pong-Match auf einmal Seiten sichtbar werden, die man so vielleicht gar nicht erwartet hätte.
00:50:39: Und auf einmal begegnet man sich mit einem warmen Gefühl oder grüßt sich auf der Straße oder quatscht mal kurz an der Lidlkasse was man vorher sonst nie gemacht hatte.
00:50:49: Das ist ein sehr schöner Effekt.
00:50:52: Der zeigt das es funktionieren kann!
00:50:54: Ja, solche Projekte sind total... Toll.
00:50:56: und gleichzeitig muss man auch übernachten in den Strukturen, die eigentlich stattfinden.
00:51:01: Und in welchen Kontexten diese sich überhaupt etablieren?
00:51:05: Struktur
00:51:06: New Year ist genau das Stichwort für die nächste Rubrik in diesem Podcast nämlich des Brennglas.
00:51:15: und mit dem Brennglass schauen wir auf die verwandten und fetternwirtschaftsaffäre der AfD.
00:51:22: Und dafür haben wir einen Experten befragt das Konrad Litko-Redakteur bei der Tat seit langen Jahren Experte zu Rechtsextremismus im Investigativressort.
00:51:34: Der Ausgangspunkt der Verwandtschaftsaffäre ist ja auch in Sachsen-Anhalt gewesen, oder?
00:51:42: Absolut!
00:51:42: Das ist sozusagen das Epizentrum Denn dort hatte der frühere Generalsekretär Jan Wenzel Schmidt schon Ende letzten Jahres angedeutet, dass er einen Fass aufmachen wird.
00:51:53: Nämlich indem er in einer innerparteilichen Feder ein Giftschrank öffnen wird wo er anderen aus seiner Partei dort Verfehlungen vorwerfen wird.
00:52:02: und er hat das erst nur angedroht.
00:52:04: und dann hat er es tatsächlich auch in die Tat umgesetzt und ist dann immer konkreter geworden.
00:52:11: Genau das, worüber wir sprechen.
00:52:12: Nämlich Fetter- und Wirtschaftminijobs die da nach Gefälligkeit verteilt werden wo Angestellte aus Verwandten bestehen wo Partner dann bei anderen Abgeordneten plötzlich beschäftigt sind.
00:52:26: Und man stellte fest es ist doch ein weitverbreitetes Netz.
00:52:30: Und dazu kamen dann eigene Recherchen auch von uns, aber auch von vielen anderen Medien.
00:52:34: Die geschaut haben nicht nur in Sachsen-Anhalt sondern auch plötzlich tauchten Fälle in Niedersachsen auf bis hoch zu Bundeschef Tino Krupala bis zum Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg Fronmaier wo man feststellte okay das hat ein gewisses System dass man über Kreuz Verwandte bei anderen Abgeordneten einstellt.
00:52:51: Aber Einfall und das war tatsächlich auch augenfällig in der Recherche wahr.
00:52:55: Das ist immer wieder Fälle In Sachsen.
00:52:57: Anhalt gab.
00:52:58: Und ich wollte dann von Konrad natürlich die Dimension dieser Affäre erfahren.
00:53:04: Die TATS hatte schon rausgefunden, dass auf Dreiundzwanzig Abgeordnete, die im Moment die AfD-Landteilsfraktionen im Sachsen-Anhalt im Landtag stellen, Hundertzweiundsechzig mitarbeiten bekommen.
00:53:20: Also hundertzehntzig Leute werden von Drei und zwanzig Abgeordneten beschäftigtes sind Im Schnitt pro Abgeordneter, Abgeordnete acht Personen.
00:53:31: Und ich habe Konrad auch gefragt... ist es eigentlich üblich, also wie sieht das im Vergleich mit anderen demokratischen Parteien aus und welche Rolle hat in dem ganzen eigentlich Ulrich Siegnund der Spitzenkandidat der AfD und ja der Gegenkandidaten gegen Dennis Kreuzer?
00:53:50: Ja auch da steht Sachsen-Anhalt an der Spitze.
00:53:52: Mit dieser Anzahl der Mitarbeitenden im Vergleich wir haben uns das angeguckt natürlich auch für die anderen Fraktionen haben die ungefähr zwei bis drei Mitarbeiter.
00:53:59: Die Sachsen-Anhalt hat die Spitzenreiterin bundesweit Nadine Kopehel, die hat sechzehn Mitarbeitende.
00:54:07: Und dann haben wir geschaut aber auch die Lokalpresse geschaut ist mal zum Parteibüro gefahren und haben festgestellt das ist völlig tote Hose obwohl in diesem Büro auch noch eine andere Abgeordnete saß obwohl in diesen Büro noch eine Lokalfraktion angeblich ihre Mitarbeitenden hat also eine Vielzahl an Mitarbeitenden, die dort keiner gesehen hat.
00:54:25: Und das zeichte sich auch bei anderen Mitarbeitende, auch Siegmund als Spitzenkandidat hat zehn Mitarbeiter angeblich beschäftigt nicht nur angeblich, sondern tatsächlich laut Landtagsverwaltung.
00:54:38: Die Frage ist nur was machen diese ganzen Leute?
00:54:40: Und wir haben den Fall Tobias Rausch auch eine zentrale Figur der AfD in Sachsen-Anhalt, wo dann Recherchen ergaben dass da vier Fußballkumpels eingestellt waren.
00:54:48: und dann stellt sich schon sehr dringend die Frage Ist das wirklich alles Arbeit für Parlaments Tätigkeiten, die diese Menschen leisten oder sind sie aus anderen Gründen eingestellten?
00:54:57: Dann steht die große Frage Scheinbeschäftigung im Raum.
00:55:00: Wie viel kostet das denn diese vielleicht Scheinbeschäftigung?
00:55:04: Also
00:55:04: es gibt ja tatsächlich eine fixe Kostenpauschale, das sind fünftausend vierhundertneunzig Euro.
00:55:08: Die bekommen alle Mitarbeitenden in Sachsen-Anhalt aber auch in anderen Bundesländern ist es ähnlich die sie einsetzen können und da gibts kein Limit wieviel man damit beschäftigt.
00:55:18: Aber wenn man sagt für diese Summe beschäftigt man sechzehn Mitarbeiter Dann ist natürlich schon die Frage, wie koordiniert man das?
00:55:25: Was machen sie wirklich?
00:55:26: Ist das Arbeit, die sich allein auf dem Parlamentsbetrieb fokussiert.
00:55:32: Ich finde es ja total spannend.
00:55:34: Erst mal ist Sachsen-Anhalt immer wieder Negativ-Spitzenreiter.
00:55:37: Dann gibt es diese vielen Angestellten, wo nicht ganz klar ist, braucht es das?
00:55:41: und dann würde ich gerne wissen okay aber sind die jetzt auch miteinander verwandt?
00:55:45: oder was steckt eigentlich hinter dieser Fetternwirtschaft-Affäre?
00:55:51: Genau, einmal diese Verwandtschaftsgrade oder die verwandten Netzwerke, die sich da zeigen und gegenseitig die Jobs zuschieben in der AfD.
00:56:02: Und zum anderen habe ich natürlich Conrad auch gefragt wie denn die Landtagsverwaltung und die anderen demokratischen Parteien darauf reagieren.
00:56:10: geht es jetzt einfach so weiter?
00:56:12: Und seine Antwort hat mich nicht so richtig gebrücht!
00:56:16: In NRW beispielsweise gab es den Fall, da hatte ein Abgeordneter der AfD eine fünfundachtzigjährige Frau eingestellt.
00:56:22: Wo die Frage war kann sie überhaupt noch real Arbeit leisten?
00:56:26: Das wurde geprüft von der Landtagsverwaltung.
00:56:28: anderes heißt das ist brauche konkrete Hinweise.
00:56:32: aber tatsächlich in Sachsen-Anhalt wird auch diskutiert unter den anderen Fraktionen dort ein Riegel vorzuschieben und zwar in dem Punkt über Kreuzanstellungen, also wo eben tatsächlich verwandte Partner von Abgeordneten bei anderen Abgeordneten angestellt sind.
00:56:46: Das ist in manchen Landtagen jetzt schon untersagt.
00:56:49: In Sachsen-Anhalt ist es nicht Und da diskutiert man auch im Bundestag, worauf die AfD vorne liegt.
00:56:54: mit den Mitarbeitenden gibt es Fälle, dass dort bis zur Hälfte der Bundestagsfraktion solche Überkreuzanstellungen praktizieren soll.
00:57:04: Also jedenfalls aber in einer größeren Größenordnung und auch da gibt's Überlegung da jetzt rechtlich
00:57:10: nachzuschärfen.".
00:57:11: Der
00:57:11: prominenteste AfD-Mitarbeiter im Bundestag ist ja der Vater von Ulrich Siegnund.
00:57:19: Er ist auch Mitarbeiter beim AfD-Bundestagsabgeordneten Ob die denen da eigentlich gefunden oder gesucht haben.
00:57:31: Das ist auch der Spitzenkandidat selbst, der in dieses System involviert ist.
00:57:37: Wir hatten Leute gehört, die gesagt haben wir haben den Vater hier noch nie im Bundestag gesehen.
00:57:41: also die Frage ist auch da was macht er da eigentlich?
00:57:44: Dieser Bundestagsabgeordneter, der den Vater anstellt, dem wurde von anderen Medien, wohnen mal Fotos seiner angeblichen Mitarbeiter oder eines angeblichem Mitarbeiters vorgelegt.
00:57:52: Den hat er gar nicht darauf erkannt.
00:57:54: Das ist ein Fall wo wir auch recherchiert haben dass die Bundestagsverwaltung sich das dann auch anguckt und gesagt hat okay das ist eine Grenze wo wir einen konkreten Hinweis haben und das prüfen.
00:58:03: aber das zeigt so wie dieses System läuft und wie kurios diese Praxis ist.
00:58:09: Also... Die Frage die man sich natürlich danach stellen muss Hat es der AfD geschadet oder nicht?
00:58:16: Und erst mal hat das nur einer Person gescheitet, nämlich dem Nestbeschmutzern.
00:58:22: Der ist von der AfD Bundestagsfraktion außer Fraktionen geschmissen worden und hat jetzt angekündigt.
00:58:27: Sein Giftschrank ist noch weit geöffnet.
00:58:30: Mal schauen was das bedeutet!
00:58:32: Die WienerInnen in Einland-Pfalz um Baden-Württemberg hat es in keinster Weise abgeschreckt.
00:58:40: Da konnte die AfD bei den Landtagswahlen ihre Stimmenanteile im Vergleich zur Wahl davor erheblich steigern.
00:58:48: Und wahrscheinlich müssen wir einfach davon ausgehen, dass die Wähler in der AfD genauso ticken wie die Partei selbst – nämlich sie sehen den Staat als Beute und das was man mitnehmen kann.
00:59:01: Das nimmt man mit!
00:59:03: Wow Heike, danke für dieses Interview.
00:59:07: Ich glaube, jetzt wäre es mal eine Zeit für einen Mutmacher.
00:59:16: Also
00:59:17: dafür schauen wir tatsächlich auch nochmal nach Sechsten Anhalt.
00:59:20: Also ich habe mit PsyCake gesprochen, der ist vor fünf Jahren nach Magdeburg gekommen hat sich da dem syrisch-deutschen Kulturverein angeschlossen und ist da zusammen mit anderen aktiv.
00:59:32: also sieben Menschen aus Syrien haben den Verein gegründet.
00:59:37: im Jahr Wir sind jetzt mehr als dreißig Mitglieder und wir bezeichnen uns hauptsächlich als Brückenbauer.
00:59:52: Also, wir bauen Brücken zwischen allen Kulturen in der Stadt, zwischen mehreren Communities und wir schaffen einfach neue Begegnungstreffen.
01:00:06: Wir helfen und unterstützen die Menschen, die neu nach Magdeburg kommen bei den ersten Schritten Aufklärungsarbeit gegen Rassismus und Diskriminierung.
01:00:21: Und wir haben den Integrationspreis auch letztes Jahr im Land Sachsen-Anhalt gewonnen in der Kategorie einfach Gegen Rassismus und Diskrimination besonders nach dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt.
01:00:34: Wir waren aktiv die Übergriffe gegen Menschen mit dem Regierungsgeschichte zu dokumentieren und an die Beratungsstellen in der Stadt einfach weiterzuleiten, wenn Bedarf zur Polizei zu begleiten.
01:00:55: Wir machen viele Angebote für Familie, Jugendliche Kinder... Ich finde das fantastisch, zu hören wie aktiv Menschen in Sachsen-Anhalt sind, im McKimburg-Vorpommern sind.
01:01:05: Aber tatsächlich muss man ja nicht in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern wohnen, um sich zu engagieren und auch nicht um sich solidarisch zu zeigen.
01:01:13: Also was können wir eigentlich tun?
01:01:16: Auf jeden Fall erstmal informiert bleiben!
01:01:19: Wir leisten unseren Beitrag und werden regelmäßig kipp.ost für euch recherchieren erstellen, schreibt uns eine E-Mail wenn ihr Themen habt die wir für euch recherchieren soll Wenn ihr Meinungen habt, wenn ihr Stimmen habt.
01:01:32: Ja an dem Kontakt zu uns auf.
01:01:34: Wir freuen uns auf Kommunikationen.
01:01:36: Ab jetzt hört ihr kipp und Ost immer Donnerstags alle vierzehn Tage.
01:01:41: Und Katharina, du hast ja schon gesagt In der nächsten Folge geht's um Rechtsextremismus Aber es geht auch um antifaschistisches Engagement.
01:01:50: Was man auch tun kann egal in welchem Bundesland man lebt, ist die Person, die wir vorgestellt haben zu unterstützen.
01:01:58: Und da hat auch Dennis Kreuz Adler noch mal einen richtig starken Aufruf gestartet den ich zum Abschied einfach abspielen würde.
01:02:05: Es wird eine sehr schwierige Wahl das ist klar.
01:02:07: ja also zum ein mein Gegenkandidat der ist hier geboren er kennt hier alle.
01:02:16: sein Vater ist natürlich auch praktisch bekannt als die Familie ist bekannt.
01:02:22: Es ist ein sehr großer Wahlbezirk.
01:02:24: Ich brauche alle Unterstützung, die es nur gibt und dafür kann ich nur werben.
01:02:29: Wenn ihr mich kennenlernen wollt kommt herum Kommt nach Tangermünde schreibt mich auch gerne an.
01:02:34: so ja Ihr findet mich auf jeden Fall.
01:02:36: Kreuzadler ist nicht so schwer zu übersehen.
01:02:40: Ja Jeder!
01:02:42: Ich rufe wirklich jeden Bürger auf egal ob Mit Migrationshintergrund oder nicht.
01:02:49: Wir brauchen jeden, der sich dagegen stellen möchte und das wirklich in allen Bundesländern jetzt!
01:02:58: Wir brauchen wirklich jeden.
01:03:01: Es geht nicht mehr, dass man sagt so es wird schon nicht so schlimm werden.
01:03:04: Nee, es wird so schlimm.
01:03:05: Das sollte wirklich jedem mal bewusst
01:03:06: sein.".
01:03:12: Katarina Heike
01:03:14: Und Juli und wir wollten einmal noch kurz Danke sagen, und zwar zu allererst unseren Gesprächspartnerinnen.
01:03:20: Dann natürlich noch Caroline Schwarz... ...und allen die uns zugehört haben!
01:03:26: Es
01:03:27: ist angetreten als freies Projekt, um über die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zu berichten.
01:03:34: Wir sind unabhängig und hinter uns steht kein Riesenmedienhaus oder Konzern.
01:03:39: Deswegen sind wir darauf angewiesen, dass Menschen uns finanziell unterstützen.
01:03:44: Wenn du eine Möglichkeit siehst, findest du alle Informationen bei uns auf der Website unter kipppunktost.de.
01:03:52: Bis nächstes Mal!
01:03:53: Tschüss!
01:03:57: Hier muss man auch wegziehen als junger Mensch.
01:04:00: Ich bleibe
01:04:00: hier, weil es irgendwie so selbstverständlich war... ich hatte schon öfter Gedanken
01:04:04: von hier wegzuziehen,
01:04:05: vor allem, weil's
01:04:07: nicht so viel gemütliche Möglichkeiten gibt.
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