Kipppunkt Ost – Folge 10: Wut & Mut nach der Wahl
Shownotes
Zusammen bewegen MV Netzwerk Polylux Sachsen-Anhalt Monitor
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00:00:00: Kipppunkt heißt erst mal, dass ein System seinen Zustand schlagartig verändert.
00:00:04: Ein positiven Kipp-Punkt?
00:00:06: Kipp Punkt!
00:00:07: Das Osten?
00:00:07: Kip
00:00:07: Punkt!
00:00:07: Die kippe ich mir einfach so rein...
00:00:11: Also der Kipp punkt sozusagen.
00:00:13: Hallo hallo hallo herzlich willkommen zu Kippunkt Ost, der Podcast begleitend zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
00:00:21: Und wir sind mittendrin.
00:00:23: Sachsen-Anhalt hat gewählt, die Ergebnisse sind draußen.
00:00:26: Mecklenburg-Vorpommern wird in zwei Wochen wählen.
00:00:28: also wir sind mitten in der Entscheidungsphase und quasi im Tag danach und deswegen geht es bei uns heute darum was macht dieses Wahlergebnis eigentlich mit den Menschen die sich seit Monaten für Demokratie engagieren?
00:00:44: Und genau darüber habe ich, ich bin Heike Klefner mit sehr vielen Menschen gesprochen.
00:00:50: Die alle die diesen Podcast schon länger hören auch schon kennen nämlich demokratisch antifaschistisch stabil engagierte Menschen die ihr jetzt in den folgenden forty fünf Minuten auch hören werden.
00:01:06: Und ich bin Juli Katz und schau heute von Außen drauf aus Mecklenburg-Vorpommern, wo ihn ein paar Tagen gewählt wird.
00:01:12: Mich interessiert was hat das Ergebnis auf Sachsen-Anhalt ausgelöst?
00:01:16: Wie sieht eigentlich der Tag danach in anderen Ländern aus?
00:01:25: Also wenn wir diesen Podcast aufnehmen ist es ja erst jetzt ein Paar... wenige Tage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, zwanzig sechsundzwanzig.
00:01:33: Und wir haben Wochen und Monate lang darauf hingearbeitet demokratisch engagierte sichtbar zu machen und ihnen gehört zu verschaffen und nun erreicht uns ein eher erwartbares aber auch enttäuschendes Ergebnis.
00:01:48: Katharina kannst du mich da mal abholen was eigentlich genau rausgekommen ist bei dieser Wahl?
00:01:55: Ja voll gerne!
00:01:56: Ich kann erst mal sagen für Sachsen-Anhalt, es ist noch gar nicht so viel klar.
00:02:00: Es ist viel Erwartbares passiert aber es ist auch noch gar nichts sehr viel klar.
00:02:04: und erstmal zu den Zahlen.
00:02:06: ich habe hier eine Karte vor mir liegen.
00:02:09: das ist ein Halbkreis der aus Punkten besteht und diese Punkte das sind dreiundachtzig die repräsentieren die Sitze im Landtag und auf die kommt es
00:02:18: an.
00:02:19: und Die Hälfte dieser sitze also dieser punkte von mir ist blau eingefärbt Wie zu erwarten war.
00:02:25: Also das bedeutet dahinter steht, dass die AfD dreiundvierzig Komma acht Prozent der Stimmen bekommen hat.
00:02:32: Das ist das Doppelte als in der letzten Wahl zweitausend einundzwanzig und macht am Ende neununddreißig Der dreieinachtzig Sitze aus also knapp die Hälfte knapp die hälfte aber eben nicht ganz.
00:02:46: Und dann gucke ich mir die andere Hälfte der Punkte an und sie sind schon sehr unterschiedlich eingefärbt.
00:02:51: Wir haben da eine große schwarze Anzahl an Punkten, das ist natürlich die CDU bei denen es genau das Gegenteil passiert von dem was bei der AfD passiert ist.
00:03:00: Die haben sich nicht verdoppelt sondern halbiert im Vergleich zur letzten Wahl um sind bei Rot, Pink, Grüne Punkte die alle ungefähr gleich stark sind.
00:03:21: Und es liegt daran dass die SPD, die Grünen und Die Linke ungefähr die gleichen Ergebnisse erzielt haben.
00:03:26: also da gibt's schon latente Unterschiede.
00:03:28: SPD ist davon am stärksten mit neun Komma drei Prozent.
00:03:32: Die Grünen sind dicht dahinter mit acht Komma Neuen.
00:03:35: das heißt nicht mal ein halber Prozentpunkt dazwischen und noch weniger liegt zwischen den grünen und der linken.
00:03:42: die Haben Acht Komma Sechs Prozent.
00:03:44: Das macht für die Sitze alles überhaupt keinen Unterschied, denn jede Partei hat acht Sitze.
00:03:50: Und damit mit diesen Zahlen sind diese beiden Lager – also wenn wir jetzt in demokratische Parteien und AfD unterteilen – eigentlich gleich stark?
00:03:59: Beide Lager haben neununddreißig Sitze im Landtag!
00:04:03: Es sind noch fünf Sitze übrig um an die dreieinachtzig zu kommen.
00:04:07: und jetzt kam so ein bisschen der Überraschungskandidat für mich zumindest mit rein, nämlich das BSW.
00:04:13: Ich hatte nicht damit gerechnet, dass das BSW genug Stimmen bekommt um tatsächlich einen Landtag einzuziehen.
00:04:19: Aber die haben sich noch mal hingegen der Prognosen deutlich verbessert und sind jetzt mit genau fünf Komma drei Prozent reingekommen und haben eben diese Fünfsitze.
00:04:28: Wenn sie nicht dabei wären diese fünf Sitze aufgeteilt worden auf die anderen Parteien prozentual Und mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit wäre dann die AfD die absolute Mehrheit gewesen.
00:04:39: Also wir hatten ja auch letztes Mal darüber gesprochen, wie wichtig es ist, dass die kleinen Parteien reinkommen.
00:04:43: Jetzt sieht man's – das hat einen gravierenden Unterschied gemacht!
00:04:46: Was kannst du denn über die Wahlbeteiligung erzählen?
00:04:49: War die irgendwie höher oder geringer als sonst?
00:04:53: Das ist total eine gute Frage, denn ich spreche ja nicht gerne aber viel zu häufig darüber, dass Sachsen-Anaths ein bisschen der Deutschlandmeister in traurigen Spitzenreiterpositionen ist und so auch bei der Wahlbetteiligung normalerweise.
00:05:08: Eigentlich fällt jede Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dadurch auf, dass die Wahlbeteiligung die geringste in ganz Deutschland ist.
00:05:15: Und diesmal war es komplett anders.
00:05:16: Diesmal hatten wir nicht um die sechzig Prozent wie es sonst ist, also gut die Hälfte der Leute, die wählen sondern siebenseitig Komma acht Prozent und das ist eine Wahlbeteiligung, die man sonst eigentlich eher so auf Bundesebene findet.
00:05:29: Also bei den Bundestagswahlen ist das ungefähr die Wahlbetteiligung.
00:05:31: Es will nie hundert Prozent aber das ist ne sehr stabile, sehr gute Wahlbesteiligung?
00:05:37: Man muss es glaube ich so hart sagen Die AfD ist die Partei, die am meisten Nichtwählerinnen mobilisieren konnte über hundertsechzig tausend.
00:05:45: Und die zwanzig-einzwanzig nicht gewählt haben, das ist schon wirklich krass und die dann AfD gewählt habe.
00:05:54: Okay Katharina du hast ja schon gesagt, dass du mit dem BSW nicht gerechnet hast.
00:05:58: was verändert das denn jetzt?
00:06:01: Oh total viel tatsächlich!
00:06:03: Das war von Anfang an für mich auch so ein schwieriger Kandidat das einzuschätzen.
00:06:07: also erst mal hat es ja das verändert, dass die AfD nicht die absolute Mehrheit hat.
00:06:11: Das ist erst mal gut, finde ich.
00:06:14: So jetzt kann es paradoxerweise aber genau der AfD trotzdem zum Sieg verhelfen und das ist so ein bisschen die Crux.
00:06:22: und das kann einerseits dadurch passieren dass die AfD mit dem BSW eine Koalition eingeht Denn alle anderen demokratischen Parteien haben das ja grundsätzlich ausgeschlossen, dass BSB an sich auch.
00:06:33: Aber aus anderen Gründen eben nicht weil sie nicht mit der AfD gemeinsam eine Sache machen wollen sondern weil die einfach ein anderes Modell für sich vorstellen wie es im Landtag laufen soll.
00:06:44: So aber da gibt es glaube ich meine Einschätzung nach.
00:06:47: Für großes Bedürfnis nach Macht.
00:06:49: Ich könnte mir persönlich gesagt das Vorstellen, dass des BSW noch ein Koalitionspartner für die AfD wird und damit haben sie eine Regierung in Sachsen-Anhalt.
00:06:59: Und wie steht es um die Positionen des Ministerpräsidenten?
00:07:03: Das ist eben genau der zweite Punkt wo das BSW total entscheidend ist.
00:07:07: ich weiß nicht ob ihr die letzte Landsendung mit Sarah Wagenknecht gesehen habt.
00:07:11: Die war aus verschiedensten Gründen für mich sehr schwierig anzusehen.
00:07:16: Darin wurde aber auch diskutiert, dass sie sich dafür ausgesprochen hat.
00:07:19: Dass das BSW in Sachsen-Anhalt eben sich der Wahl enthält bei der Wahl des Ministerpräsidenten.
00:07:25: Das klingt erst mal so wie ach die ok sollen halt die anderen Parteien entscheiden.
00:07:31: Aber genau das ist es eben nicht.
00:07:34: Wir hatten ja letzte Folge schon mal genau darüber gesprochen, wie das funktioniert mit der Wahl des Ministerpräsidenten.
00:07:39: Aber ganz kurz – das funktioniert relativ simpel!
00:07:41: Alle Parteien die im Landtag anwesend sind stimmen ab wer es nun werden soll.
00:07:46: Es wird wahrscheinlich eine Wahl sein zwischen den Ministerpräsidenten gestellt von der AfD versus gestellt von CDU und die Person, die die meisten Stimmen hat, wird es dann.
00:07:59: Und wenn das aber nicht zustande kommt... dann muss es eine zweite Wahl geben.
00:08:05: Und wenn das wieder nicht zustande kommt, da muss es ne dritte Wahl geben und die Dritte Wahl funktioniert dann anders.
00:08:10: Da werden eben nicht alle, die im Landtag sitzen gezählt und von denen schaut man also wie viele Stimmen sich am meisten für eine Person ausgesprochen hat sondern ist wer nur die gezählt die tatsächlich zur Wahl angetreten sind.
00:08:25: Das heißt, alle, die sich der Wahl enthalten werden nicht mehr mit reingezählt.
00:08:28: Damit – wir hatten es ja vorher schon – die AfD hat neununddreißig Sitze.
00:08:34: Die demokratischen Parteien auch plus das BSW kommt dann noch mit den fünf Sitzen dazu.
00:08:42: Wenn sich das BSV enthält, sind es diese Neun und Dreißig gegen die Neunund dreißig.
00:08:46: Und es haben sich auch schon Stimmen aus der CDU angemeldet, wieder abgemeldet dass sie sich der Wahl enthalten wollen.
00:08:54: All das... gibt einfach nur ein Puffer für die AfD.
00:08:59: Denn die werden alle wählen und umso mehr stimmen sich auf dem demokratischen Lager enthalten, umso größer wird die Macht in der AfD zu wählen – und Entscheidungen zu treffen, nämlich auch über den Ministerpräsidenten.
00:09:10: Das heißt eine Enthaltung vom BSW ist ganz klar ein Steigbügelhalter für einen Ministerpräsident von der
00:09:17: AfD.".
00:09:23: Kannst du mir verraten, was sich für dich denn jetzt als Person nochmal durch dieses... Keine Ahnung.
00:09:30: Wir verbringen ja schon Monate miteinander.
00:09:32: Jetzt steht das Ergebnis fest?
00:09:33: Was verändert sich da denn für dich als Person?
00:09:38: Also durch das Wahlergebnis hat sich tatsächlich gar nicht so viel für mich verändert.
00:09:42: Ich war überrascht, dass es BSW drin ist.
00:09:43: Ich habe tatsächlich nicht damit gerechnet.
00:09:45: Ich finde es perfide wieviel Machtes BSW auf einmal hat für eine Partei, die gerade so reingekommen ist.
00:09:52: Für eine Partie, die ich auch schwierig finde in ihrer Positionalisierung im Sachsen-Anhalt.
00:10:00: aber ich muss ehrlich sagen dieser ganze Prozess der Wahl hat mich total aufgerieben Und das löst sich jetzt einfach ein.
00:10:07: Also ich merke einen großen Vertrauensverlust in die Politik, auch gerade wenn ich solche Sachen höre vom BSW.
00:10:14: wir enthalten uns Stimmen aus der CDU Wir wollen uns enthalten ja dann wieder doch nicht.
00:10:20: also diese Haltungslosigkeit erschüttert mich einfach und schafft mir extrem wenig Vertrauen.
00:10:27: aber Ich habe auch wirklich einen vertrauens Verlust was die Menschen angeht Was die Wählerinnen angeht was die Bevölkerung angeht Die eben hinter diesem Wahlergebnis steckt.
00:10:36: Wie sieht denn das bei dir aus Heike?
00:10:39: Naja, also zwei Sachen die mich wirklich beschäftigen.
00:10:44: Eine davon ist, dass wir dieses Ergebnis eigentlich schon in der Vorhersage hatten.
00:10:51: Nämlich im Sachsen-Anhalten-Monitor – so da messen SozialwissenschaftlerInnen seit mehreren Jahren quasi die Befindlichkeiten aber auch die Einstellungen der Bevölkerung in Sachsen Anhalt und dieser Der Sachsen-Einheit-Monitor ist zu Anfangens sehr alles rausgekommen und da haben schon mehr als insgesamt fast forty-fünfzig Prozent, sechsundvierzig Prozent eine komplette oder teilweise Zustimmung zu einer Aussage getroffen.
00:11:37: eigentlich den Kern des AfD-Wahlversprechungs beinhaltet.
00:11:41: Nämlich die Aussage war, was Deutschland jetzt braucht ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert und genau das also diese homogene völkische Gemeinschaft, die AfD beschwört und einer einparteinen Diktatur faktisch eine Zustimmung dazu von über forty-fünf Prozent.
00:12:08: Genau das sehen wir jetzt leider in dem Wahlergebnis her und mir geht es so, dass BSW im Sachsen-Anhalt ist für mich außerhalb des demokratischen Spektrums.
00:12:19: also das ist eine mehr als rechtsoffene Partei.
00:12:23: Wir wissen ja, dass Claudia Wittig die Spitzenkandidatin und jetzt auch Fraktionsvorsitzende auch gar keine Probleme damit hat mit der AfD zusammen aufzutreten, kompakt Interviews zu geben und das BSW bedient genau die gleichen autoritären und auch völkischen Vorstellungen wie die AfD also Russlandfreundlichkeit etc.
00:12:54: Auf der anderen Seite sehen wir halt diese unterdruckstehende demokratische Mehrheit Und die Frage ist halt, was braucht diese demokratische Mehrheit jetzt um verteidigt zu werden?
00:13:13: Um unterstützt zu werden?
00:13:15: und diese Frage stellen sich ja sehr viele Engagierte in Sachsen-Anhalt.
00:13:22: Und stellen sich aber auch alle, die mit den Menschen in Sachsen-Anhalt, die sich wirklich über Wochen und Monate Tag und Nacht aufgeraucht haben für die Demokratie.
00:13:36: Was brauchen sie?
00:13:37: Das beschäftigt mich genauso!
00:13:39: Also Katharina du hast von Vertrauenverlust und Schock gesprochen und Magdalena vom Halle gegen rechts, mit der ich darüber gesprochen habe was das Wahlergebnis auslöst bringt es auch nochmal auf dem Punkt.
00:13:52: Es fällt mir gar nicht leicht, da überhaupt jetzt drauf zu antworten.
00:13:55: Auch wenn die Antwort vielleicht einfach ist aber es fällt heute unglaublich schwer überhaupt zu sprechen.
00:14:03: ich bekomme mit das vielen Menschen einfach heute an Worten fehlt dass sie sprachlos sind und ich denke das ist ein Ausdruck des Schockzustandes in dem sich viele Menschen befinden vor allem viele Menschen die sich unglaublich eingesetzt haben in den letzten Monaten im letzten Jahr und auch einfach erstmal ja den Schock verdauen müssen, trauern müssen.
00:14:27: Und ja auch nachdenken müssen was jetzt das bedeutet und wie es weitergeht.
00:14:36: Dennoch um die Frage zu beantworten was uns am meisten geschockt hat und auch wenn es vielleicht nicht unerwartet kommt ist die Tatsache dass Wählenden in Sachsen-Anhalt bereit sind, eine offen rechtsextreme Partei zu wählen.
00:14:54: Und in Sachseneinhalt hat die AfD noch nie ein Hehl daraus gemacht, dass sie rechtseXTrem ist.
00:14:59: und das bedeutet, dass Menschen die AfD nicht gewählt haben, obwohl sie rechtSExtreM ist sondern weil sie rechtSextREm isst.
00:15:09: Das ist schockierend!
00:15:11: Weil es ein Stück weit bedeutet, wir diese Menschen verloren haben zum aktuellen Zeitpunkt auf einer menschlichen Ebene, denn ja alles was an Mitgefühl irgendwie Menschen davon abhalten könnte eine rechtsextreme Partei zu wehendes scheint.
00:15:27: Da gerade bei den Menschen nicht vorhanden zu sein.
00:15:32: das schockt.
00:15:34: und ich denke auch geschockt hat uns die Tatsache dass das BSW eine Partei die sich gerade mit Blick auf Thüringen selber zerlegt und offenbar in einem sehr disolaten Zustand ist Mal ganz abgesehen von den Inhalten, die sie vertritt.
00:15:50: Es geschafft hat in dem Landtag ja einzuziehen fünf Prozent zu bekommen.
00:15:56: Das ist auch ein Schock.
00:15:58: Ich denke was genau das bedeutet dass können wir jetzt noch gar nicht sagen.
00:16:02: Auch da braucht es gerade einfach erst mal Zeit und Kraft um nachzudenken Und auch abzuwarten was jetzt passiert.
00:16:10: Ich fühle das sehr, was Magdalena da sagt.
00:16:13: Also dieser Schock und aber auch vor allem diese Trauer.
00:16:15: ich habe das auch gefühlt.
00:16:16: Ich musste richtig mit den Tränen kämpfen als ich das Ergebnis gehört hab nicht weil ich so überrascht war sondern einfach weil sich so viel aufgebaut hat die letzten Wochen Monate um was es bedeutet?
00:16:26: Das sagt sie ja auch also wie viele Vertrauensverluste in die Menschen um einen herum einher geht.
00:16:31: und was ist Bedeutet, wenn eben nicht die Hälfte aber schon bestimmten Drittel der Menschen um einen herum eine offen rechtsextreme Partei wählt.
00:16:40: Das haben auch andere natürlich über diesen Schock gesprochen und über dieses Gefühl von Überwältigung was damit einhergeht.
00:16:47: Und einer davon ist Robert Fitzke den wir auch schon mal gehört hatten in einem der letzten Folgen Sozialarbeiter aus dem Jugendclub Zora in Halberstadt.
00:16:56: Ja tatsächlich bin ich am meisten geschockt über das Endresultat und das gesamte Ergebnis.
00:17:01: ich hätte nicht für möglich gehalten dass die afd am ende noch über den schlimmsten umfragen da nackt sie bei insammal bei drei vierzig prozent Einläuft.
00:17:08: und wenn man sich die Ergebnisse in den wahlkreisen anschaut dann hat die afD in eidingen In durchaus vielen kleinen und mittelstädten Sachsen anhalt also zum beispiel in bernburg oder quer fort Fünfzig Prozent oder mehr als fünfzig Prozent geholt.
00:17:23: in einer Kleinstadt bei halberstadt in schwarnebeck hat sie fast sechzig Prozent Geholt.
00:17:28: Am Ende haben es dann vor allem Hall- und Bakterburg rausgerissen, dass sie im Land bei vierundvierzig Prozent gelandet ist.
00:17:35: Aber sie dominiert den ländlichen Raum und das hat schon den Charakter einer faschistischen Massenmobilisierung.
00:17:44: Wer die Bilder gesehen hat aus Queteburg von der Simson Fahrt wo fünftausend Menschen sich da versammelt haben mit knatternden Simson-Moppets
00:17:54: usw.,
00:17:56: Der ist auch nicht überrascht Auch über die Dimension dieses Ergebnisses, aber schockierend ist es trotzdem.
00:18:03: Rechtsextremismus ist hegemoniell offenbar und das ist die Situation, die einfach extrem bitter
00:18:10: ist.
00:18:10: Robert ist ja Sozialarbeiter in einem jungen Club und damit auch viel mit jungen Menschen zusammen und ich finde es interessant.
00:18:17: wir schauen uns hier gerne auch die Wahlergebnisse unter jungen Personen an, auch die, die auch unter achtzehn sind.
00:18:22: was würden sie wählen?
00:18:24: Gerade bei jungen Männern ist da auch die AfD auf Platz eins.
00:18:27: Wir sprechen aber viel zu wenig über die Jugendlichen, die eben nicht recht sind.
00:18:33: Und ja irgendwie auch in der Mehrheit sind, obwohl die Zahlen bei rechten Jugendlichen so hoch sind.
00:18:38: und genau mit diesen Jugendlichen hat halt Robert zu tun und hat dieses Thema auch noch mal angesprochen.
00:18:44: Was ich gehört habe von der Wahlpartie am Sonntagabend ist dass die Stimmung sehr geduld gewesen sein soll das sich Menschen in den Arm lagen und dass viele Tränen geflossen sind, so ging es mir.
00:18:55: ja Ich glaube, was ich am bedrückendsten finde an den Erzählungen und Schilderungen von Jugendlichen in den letzten Wochen und Monaten ist.
00:19:03: Die Tatsache hat das ganz viele darüber nachdenken nach ihrem Schulabschluss oder nach ihrer Ausbildung des Bundeslandes zu verlassen.
00:19:13: Das macht mich deswegen so fertig weil sich diese Bürofierfahrung über so viele Jahrzehnte immer wieder erneuert offensichtlich niemals ändert, das war damals schon so.
00:19:27: Das ging mir ganz genau so, das gingen ganz vielen meiner Schulfreundinnen damals so.
00:19:33: ich bin ja auch in Heiberstadt aufgewachsen und nach dem Abitur weggegangen, auch wegen rechter Gewalt die Mitte der zweitausender in Heberstadt extrem schlimm war und führte mich da auch vertrieben sozusagen obwohl ich die Stadt immer gemocht habe und auch vermisst habe nachdem Wegzug.
00:19:51: aber Ja jetzt so viele Jahre später zu erleben, dass das Jugendlichen jetzt ganz genauso geht und das rechte Gewalt hegemonär Rechtsextremismus wieder oder immer noch ein großer Motivator ist für nichtrechte Jugendliche die Stadt zu verlassen dann macht mich das einfach nur fertig.
00:20:13: Und ich frage mich wann sich das jemals erinnert?
00:20:18: Akteure und etablierte Parteien, WCDU und SPD auch etwas daran ändern wollen.
00:20:24: Wir wollen mit der Zora natürlich als Kulturort ein Bild von Gründen sein und bleiben in der Stadt zu bleiben aber man kann es den Jugendlichen nicht verdenken dass sie die Stadt verlassen wollen Die lieben und schätzen die Zora Aber das ist trotzdem kein Grund dann zu bleiben wenn's einem da insgesamt doch so schlecht geht.
00:20:45: aufgrund von
00:20:48: Robert spricht hier irgendwie alle unsere Themen an, die wir in den letzten Podcast-Episoden hatten und bringt es total auf dem Punkt.
00:20:55: Ich habe da eine ähnliche Biografie – ich bin auch aus Fernygerode – was gleich neben Halberstadt legt gegangen, weil das einfach zu krass war, was ich dort erlebt hab hinsichtlich rechter Gewalt.
00:21:04: Und jetzt sind wir wieder am Punkt wo genau das ne Frage wird?
00:21:08: Wo bleiben oder gehen?
00:21:10: ne Frage ist, wo rechte Gewalt ... einfach enorm hoch ist im Alltag und wo sich genau das auf einmal auch so krass in Parlament ausdrückt, mit einer rechtsextremen Partei.
00:21:21: Und die demokratischen Parteien wie CDU
00:21:23: etc.,
00:21:23: einfach nichts dagegen tun!
00:21:27: Ich fühle das alles was Robert da sagt und ich bin auch entsetzt und wütend und frage mich wann kommen wir denn mal von diesen Kontinuitäten raus?
00:21:35: Lernen wir daraus hinsichtlich in den Blick auf die anderen Landtagswahlen, die kommen auch die Bundestagswahl.
00:21:40: Also wo ist der Lerneffekt?
00:21:42: Wie geht es denn euch damit?
00:21:44: Ich finde bemerkenswert dass hier ja eigentlich zwei Sachen passieren.
00:21:48: klar einmal jetzt die politische Realität mit der man sich abfinden muss und gleichzeitig aber auch was du sagst eine rechte Gewalt ist halt vielerorts auch einfach Alltag.
00:21:57: also das ist das war wo sich Menschen jeden Tag miteinander setzen müssen und da jetzt noch eine Ebene nochmal ne Schelle zu bekommen.
00:22:05: ich finde be merkenswert Also, dass Leute den Gedanken haben also wieso wäre ich nicht hin?
00:22:10: Wieso mache ich weiter.
00:22:11: Wieso bleibe ich vor Ort?
00:22:13: und das finde ich sehr bemerkenswert gerade wenn man irgendwie wenig Unterstützung erfährt.
00:22:18: Das finde auch total bemerkswert.
00:22:20: Ich habe absoluten Respekt vor dem Leuten die bleiben, die auf die Straße gehen, sich irgendwie engagieren und kümmern.
00:22:28: Ich kann aber auch jeden Verstehen der geht und für viele muss das so sein.
00:22:34: Mein absoluter Solidarität und Mitgefühl den gegenüber, die mich gehen können.
00:22:38: Und betroffen sind... Aber weißt du?
00:22:41: Die andere Seite interessiert mich!
00:22:43: Das spricht ja Robert auch so ein bisschen an.
00:22:46: Warum gibt es denn seitens der CDU auf Bundesebene nicht irgendwie ein krasses Learning?
00:22:53: Es gab eine sehr starke... Props, wo Props hingehören.
00:22:59: Ich sage es nicht oft gut über den CDU.
00:23:03: Es gab eine sehr starke Abgrenzung seitens der Generalsekretärin der CDU auf Bundesebene nachdem das Wahlergebnis verkündet wurde, da gab's eine ganz klare Positionierung gegen rechts.
00:23:14: Applaus dafür.
00:23:15: genau das braucht es auch.
00:23:16: aber das braucht ist auch in allen anderen Auftritten Entscheidungen und Statements.
00:23:22: Also ich fühle mich nicht nur allein gelassen von den Personen, die die AfD wählen.
00:23:28: Ich fühle mir vor allem allein gelassend von denen, die es auch eigentlich besser wissen müssten und behaupten, es besser zu wissen und nichts machen.
00:23:38: Also diesen ganzen Rechtsdruck so heftig nach vorne bringen.
00:23:42: Und teilweise ja auch wie Fanchen im Wind agieren.
00:23:45: Wie wir jetzt an den ersten ... Wir enthalten uns, wir enthalten nicht
00:23:48: usw.,
00:23:49: also an den erster Reaktionen sehen?
00:23:51: Ich denke einfach auf vieler drüber nach, wie es ist so ausgeliefert zu sein.
00:23:57: Jetzt liegt wieder alles in den Händen von Leuten die ganz offensichtlich nicht das Wohl der allermeisten Menschen im Blick haben.
00:24:09: und wisst ihr was mich am meisten aufregt?
00:24:11: Ist auch wie wenig Das entsetzt.
00:24:15: Also wir sprechen darüber, oh blöd mit der AfD.
00:24:19: was passiert jetzt?
00:24:20: aber auch die mediale Berichterstattung danach war total also neutral ohne dass es das ist, dass es neutral ist.
00:24:28: Ulrich Sigmund wurde eingeladen gefeiert er würde nicht klar gemacht hey hier sitzt gerade ein Rechtsextremist neben mir Und wir sprechen über eine historische Zäsur, sondern ach herzlichen Glückwunsch Uli Jagd.
00:24:41: Starker Wahlkampf so nach dem Prinzip.
00:24:44: also ich warte auf den Aufstrei auf Bundesebene was hier gerade eigentlich passiert.
00:24:52: Also Katharina, das was du gerade gesagt hast ja über dieses Business-S-Usual mit dem alle so tun als wäre hier gar nichts passiert.
00:25:01: Als würde nicht hier wirklich eine recht extreme Partei, dass allererst mal seit nineteenhundertviertzig die Landesregierung übernehmen und damit ja auch bundespolitisch total etwas verändern Dieses Business SUV, das finde ich wirklich den zentralen Punkt eigentlich.
00:25:23: Ja, das sehe ich genau so... Also für mich ist es ja auch immer wieder ein Ärgernis und auch irgendwie das größte Ärgerenis Und ich habe das schon über die Neunziger gesagt.
00:25:32: Damals bei den sogenannten Baseball-Schlägerjahre, ja da gab es Neonazis.
00:25:37: Ja die waren stark, ja die waren aktiv aber die wären nichts und auch wirklich gar nichts wenn es nicht eine sogenannte Mitte der Gesellschaft geben würde, die das so krass unterstützt und decke durch ihre Feigheit, durch ihre Rückgratlosigkeit und eben durch diese Schweigen darüber!
00:25:51: Und genau das sehen wir hier jetzt auch.
00:25:54: Ja es gibt viele AfD Wähler in, ja es gibt auch ausgesprochene Nichts, wenn wir mal wirklichen Entsetzen darüber zeigen würden in unserer Gesellschaft was da passiert.
00:26:07: Konsequenzen ziehen würden, Haltung zeigen würden, Verantwortlichkeiten übernehmen würden.
00:26:13: also wenn ich auch schon die Ansprachen gehört habe direkt nach der Verkündung der Wahlergebnisse seitens der Parteien zum Beispiel wie viel Verantwortung wird denn da übernommen für Dinge die einfach schief gelaufen sind wo sie der AfD auch an die Hände gespielt haben wo Sie Ihren Kurs ändern müssen?
00:26:28: Na da!
00:26:29: Also bei manchen vielleicht ein bisschen, aber gerade auch seitens der CDU würde ich mir das dringlichst wünschen.
00:26:35: Und aber auch seitens der Medien, die anstatt klar zu sagen, hey hier sitzt gerade ein Rechtsextremist neben mir, der gerade gewonnen hat und das irgendwie auch faktisch einzuordnen.
00:26:45: Lassen Sie die AfD seit Jahren davon kommen mit Ihrer Faktenlosigkeit?
00:26:50: Mit Ihren Ausweichen?
00:26:51: Da wird ja keine Frage richtig beantwortet!
00:26:54: Mit ihren Verdrehen von
00:26:55: Realitäten?!
00:26:57: Und jetzt auch einfach wird sie erst so eine krasse Normalität behandelt, die sie nicht ist und nicht sein sollte.
00:27:04: Und so weiter.
00:27:05: Also es gibt, ich könnte noch ganz viele Posten aufstellen wo es darum geht Haltung zu zeigen Verantwortung zu übernehmen.
00:27:13: Stopp dieser Normalisierung.
00:27:14: diese normalisierung bringt genau die dorthin wo sie sind und uns dort hin wo wir sind
00:27:20: Was mich erinnert an dieses interview was wir geführt haben mit Theresa Völker vom WZB Die er meinte na gut wenn du jetzt vor zehn jahren über die AfD berichtet hast dann ist das was komplett anderes, wie wenn du jetzt zehn Jahre später wo sie einen ganz anderen Verantwortungs- und Machpositionen sich befindet berichtest.
00:27:36: Und dass man eben jetzt auch als Medien schaffende Weichen stellen muss und sollte um noch schlimmeres zu verhindern.
00:27:45: Ich meine es ja schon schlimm genug!
00:27:46: Und gleichzeitig erinnert es mich auch daran worüber wir ja Ausschauung gesprochen haben Wir müssen Genau an der Stelle immer wieder sagen, nein es ist keine normale Partei und alle die das auch zum Beispiel als LehrerInnen sagen.
00:28:04: Die das als Polizeibeamte sagen so da drin auch zu stärken dass sie das weiterhin sagen können auch wenn die unter Umständen den Innenminister stellen.
00:28:15: Ich hole jetzt mal noch eine neue Stimme mit rein, nämlich von Henriette Quade, die auch nochmal irgendwie ganz klar appelliert was denn hinter der AfD steckt und was das eigentlich auch bedeutet.
00:28:26: und kurz zu Henriette quade sie war erst linke Abgeordnete im Landtag in Sachsen-Anhalt Fast fünfzehn Jahre im Landtag und hat das Geschehen beobachtet.
00:28:40: Und auch mit beeinflusst, und spricht sehr klare Worte dazu.
00:28:44: Als ich als Geheimtreffen bei Potsdam öffentlich wurde, war die Empörung zu recht sehr groß.
00:28:51: Überrascht konnte meines Erachtens niemand sein der der AfD in den zehn Jahren im Landtag und außerhalb in den sozialen Netzwerken usw.
00:29:01: ernsthaft zugehört hat.
00:29:02: Denn was Risikmund in Potsdem vorgetragen haben soll, ist die Zuspitzung dessen was die AfD seit zehn Jahren im Landtag vertritt und fordert und propagiert.
00:29:16: Es geht im Kern um den Ausschluss und in letzter Konsequenz die Vertreibung von Menschen, die nicht in das Bild vom Gemeinschaft der AfD passen.
00:29:25: Und ich glaube es sehr ernst zu nehmen, es ist in der Vergangenheit viel zu wenig ernst genommen worden.
00:29:31: Insofern müssen wir mit einer absoluten Hemmungslosigkeit einer Regelosigkeit, auch eine Beraustheit an Macht und der absoluten Bereitschaft zum Rechtsbruch im Interesse der Durchsetzung rassistischer Politik rechnen.
00:29:49: Genau das haben wir schon immer wieder diskutiert in unseren letzten Folgen wenn es um Bildung geht oder Kultur geht.
00:29:57: Das sind einfach genauso wie Gedenkstättenarbeit wichtige Sachen die innerhalb der Länder entschieden werden Und da geht einfach seitens der AfD eine enorme Gefahr auf, dass sie ihren Spielraum innerhalb ihrer völkischen Politik dort in die Regierung einbringen.
00:30:15: Ich hole noch mal jemanden dazu nämlich Stefanie Schülerspringorum.
00:30:19: Sie leitet das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin und lebt in der Altmark in Sachsen-Anhalt.
00:30:24: Und sie schildert das sehr eindringlich!
00:30:26: Das ist meine größte Sorge im gedenksten Bereich Erinnerungspolitik aber auch im erweiterten Bildungsbereich.
00:30:33: Meine größte Sorge ist, dass wir das nicht als ein Thema sehen, sondern uns aufspalten lassen.
00:30:38: Weil man kann das eine nicht ohne das andere denken und ich glaube, das wichtige Stichwort ist die völkische Politik und die vökische Ausrichtung der AfD.
00:30:48: Das bedeutet eben, dass sie Menschen einteilt nach denen, die dazugehören und denen, den Bildungsbereich zum Beispiel nehmen, dann ist es ganz klar nicht nur die Inhalte, die vermischt werden sollen und da kann man in fünf Jahren schon sehr viel Unheil anrichten.
00:31:08: Sondern auch wer gefördert wird und wer nicht gefördert würde sich erinnern daran dass im Landkreis Ständerl sind der Stadtständerl vor kurzem schon AfD und CDU zusammen verhindert haben dreieinhalbzigtausend Euro Fördergelder vom Bund zu bekommen um ein Hort auszubauen in einer gegentwo hauptsächlich migrantischen Kinder leben oder viele migrantische Kinder leben mit der Begründung, die sind dann ja bald weg.
00:31:30: Also das ist sozusagen der Vorlauf von vor einem Jahr und genau so wird sich das im Bildungsbereich darstellen dass diejenigen die besondere Förderungen brauchen und es sind weiß Gott nicht nur migrantische Kinder weiter benachteiligt werden.
00:31:43: Das Inklusionsthema ist bekannt.
00:31:45: Und wenn man das dann weiter denkt also ich bin ganz fest davon überzeugt das Erinnerungskultur-, Geschichtspolitik eben auf der guten Basisbildung beruht da nützt es nichts wenn wir am Ende ganz wunderbare Gedenkstättenarbeit haben, wenn einfach
00:32:00: die
00:32:02: vierzehn Jahre oder zehn Jahre in der Schule eben nichts passiert.
00:32:06: Oder zu wenig kassiert weil Stellen gestrichen werden.
00:32:08: und ich glaube das zusammenzudenken ist sehr wichtig.
00:32:13: Dazu gehört dann auch, dass es mir auch als jemand der eben den Landkreis Ständer gut kennt.
00:32:18: Die Kulturpolitik das Theater der Altmarkt zum Beispiel mache eine fantastische Arbeit gerade auch im Kinder- und Jugendbereich Und die sind stark gefährdet.
00:32:26: und da hoffe ich dann auf wirklich auch Solidarität außerhalb von Sachsen-Anhalt weil wenn solche Institutionen alle möglichen auch also arbeiten die früher oder kommen in Situationen die von Demokratie leben gefördert wurden.
00:32:38: Wenn das jetzt wegbricht, dann bricht sehr viel Weg in dem Land und das müssten wir auf jeden Fall Verhindern.
00:32:44: Ich finde es total gut, wie Stephanie Schülers Springer um das hier zusammenbringt diese verschiedenen Ebenen.
00:32:49: ich höre schon sehr lange und immer noch und kann nur mit so einer Wut in der Stimme sagen dieses ach lass sie doch regieren wir werden schon sehen.
00:32:58: und das halte ich für höchst gefährlich denn egal ob Sie gute Politik machen oder nicht Die AfD wird einen enormen Einfluss haben, nämlich genau auf diese Aspekte.
00:33:08: Die hier Stefanie Schülerspringorum auch anspricht und können enorm schaden anrichten für im Leben ganz vieler Menschen und damit auch einfach eine Rechtsruck noch mehr normalisieren und in der tatsächliche Praxis bringen.
00:33:23: Du sagst genau das worüber ich die ganze Zeit auch nachdenke ja?
00:33:28: Wie viele Schaden richtet es an wenn man Ulrich Siegenhund und diese ganzen AfD-Spitzen so befragt, beziehungsweise nicht befragt wie es gerade in den allermeisten Interviews vor und nach der Wahl passiert ist.
00:33:47: Also diese Normalisierung von Positionen die so menschenfeindlich sind ja das ist was auch wirklich nachhaltig Gerade junge Menschen, Kinder und Jugendliche beschädigt.
00:34:04: Das beschädigt deren Wertesystem die Vorstellung von Menschlichkeit, Menschenwürde... Und das macht mir wirklich Sorgen!
00:34:15: Und das betrifft alle!
00:34:17: Nachhaltigkeit ist glaube ich auch das Stichwort, weil diese Schäden die jetzt.
00:34:21: also wir kommen ja nicht aus einer komplett stabilen Position sondern wir kämpfen ja irgendwie schon immer gerade in solchen Bereichen um Geld und so weiter.
00:34:29: Und gerade wenn sich diese Lage noch dramatisiert, glaube ich muss man auch die Langfristigkeit der Schäde noch einmal deutlich formulieren.
00:34:38: Also ich habe dazu ein kurzes interessantes Interview gelesen mit Marcel Lewandowski von der Uni Halle der eben auch gesagt hat, dass so viele Jungwähler also muss man schon sagen wie du schon gesagt hast Katharina vor allen Dingen junge Männer die AfD wählen.
00:34:57: Hat natürlich auch was damit zu tun das sie in einer Zeit aufgewachsen sind wo die AfD schon als normale Partei gehandelt wurde in deren Elternhäusern auf Social Media und die haben eine unglaubliche Desensibilisierung für die immer radikaleren Positionen der AfD erlebt.
00:35:19: Und deswegen sind sie eben auch wirklich so gefährdet, noch rechtsextremere, noch misogynäre, noch rassistischere Position zu
00:35:31: vertreten.".
00:35:32: Und deswegen glaube ich, dass es an dieser Stelle auch noch mal wichtig was Robert angesprochen hat.
00:35:36: Nämlich den ländlichen Raum also Orte wo es möglicherweise wenig oder immer instabilere Strukturen für Jugendclubs und so weiter gibt.
00:35:45: Wo du eigentlich wenig korrigierende Erfahrungen machst.
00:35:48: natürlich dramatisiert sich das dann vor Ort
00:35:50: auf jeden Fall.
00:35:51: Das braucht es auch und Ich bin überhaupt keine Person die so das Internet verteufelt wird in jeder Generation irgendein Medium.
00:36:01: Es gibt ja immer wieder diese Experimente, die zeigen man werdet sich an mit einem Account der so aussieht als wenn man was ist ein achtzehnjähriger Junge.
00:36:10: Und innerhalb von fünf Minuten stellte der Algorithmus die meso-günstigen und rechtsisten Positionen zusammen, die du als Normalität annimmst.
00:36:22: Dass da ein enormer Radikalisierungseffekt hintersteckt wissen wir ja alle und sehen wir auch allen Gebieten.
00:36:27: Das zeigte ich natürlich hier!
00:36:29: Deswegen
00:36:30: bin ich ja so'n Fan von Radio Korax – muss ich jetzt mal sagen – als Ein-Gegengewicht In dieser Medienwüste in Sachsen-Anhalt, was wirklich das älteste freie Radio in Sachsens Anhalt ist mit einer unglaublichen Bandbereite an Berichterstattung.
00:37:00: Die ganzen Monate in die kleinsten Orte im Sachsen-Anhalt gegangen und haben mit dem Platz der Republik wirklich Lokaljournalismus vom Besten betrieben.
00:37:11: Und im AfD-Regierungsprogramm, darüber haben wir auch in der Medienfolge schon gesprochen, ist Radio Korax quasi genau gleichgesetzt mit dem MDR, also dem öffentlich-rechtlichen.
00:37:25: Nämlich die AfD will Radio Korax den Geldhahn abdrehen und sie will aus den öffentlich- rechtlichen aussteigen – das wissen wir ja!
00:37:34: Und deswegen wollte ich von Filine vom Vorstand von Radio Und wie schaut sie eigentlich auf das Wahlergebnis?
00:37:45: Was sind die Befürchtungen, was hat sich verändert?
00:37:47: aber vielleicht auch halten Sie durch.
00:37:51: Naja unsere Sorge gilt in allererster Linie denjenigen, die von diesem Hass betroffen sind der sich in dem Wahlprogramm artikuliert an allen Ecken und Enden.
00:38:00: viele unserer Sendungsmachende sind von diesem Haß betroffen und wir müssen jetzt erstmal ich denke dass stark machen was wir sind.
00:38:08: Wir sind eine Gemeinschaft eine eigene Entöffentlichkeit.
00:38:11: Wir haben einen Sender, wir werden ganz genau hingucken dahin wo dieser Hass der da aufgeschrieben ist sich konkretisiert und was es mit den Leuten macht die davon betroffen sind.
00:38:22: das ist ich denke einer der wichtigsten Aufgaben die wir haben werden.
00:38:27: ansonsten ja unsere eigene Zukunft.
00:38:29: Ja natürlich sind wir da auch sorgenvoll aber unsere Sendelizenz gilt noch ne ganze Weile.
00:38:37: wir sind nicht konkret von Abschaltung bedroht und gehen mit einem gewissen Maß an Zuversicht in diese nächsten Sendejahre, was die Existenz des Senders angeht.
00:38:49: Und wir haben natürlich Sorge vor irgendwie gearteten Versuchen unseren Sender zu sabotieren oder unsere Öffentlichkeit, die wir selber gestalten zu bestimmen.
00:39:07: Ich denke das ist eine Sorge, lebt bei uns im Sender.
00:39:12: Ich habe sie deshalb natürlich auch gefragt, was jetzt ganz konkret helfen würde.
00:39:18: und hören wir mal rein!
00:39:20: Wir haben in diesen letzten Monaten unglaublich viel Unterstützung erfahren.
00:39:25: Seit dieser Erwähnung im Wahlprogramm der AfD gab es extrem viele Öffentlichkeit, extrem viele Nachfragen danach wie es uns geht, wie wir damit umgehen.
00:39:37: Wir haben uns sehr gesehen gefühlt in diesen Bedrohungsszenarien, die sich da aufbauen vor uns.
00:39:43: Und das war sehr bestärkend und macht uns auch zuversichtlich was diese nächsten Monate angeht.
00:39:50: Das hatte ganz konkrete Folgen.
00:39:51: wir haben einen Förder- und Freundeskreis der den Sender unterstützt also ein Verein der extra dafür gegründet wird für Leute die sich vorstellen können uns mit einer regelmäßigen Spende zu unterstützen.
00:40:02: dieser Förderfreundeskreise ist ganz ohne unser Zutun gewachsen.
00:40:07: mit der Erwähnung des Wahlprogramms im Januar diesen Jahres und darauf aufbauen, haben wir mit der Kampagne neunhundertundfünfzig Freunde mit Megaherz gesucht.
00:40:18: Eine Kampagne gestartet um noch mehr Leute zu werben und auch die Möglichkeit zu geben uns mit einem monatlichen Beitrag zu unterstützen was da mittlerweile bei uns gelandet ist sowohl an solidarischen Zuschriften als auch an ganz konkreten Mitgliedschaften in diesem Förder- und Freundeskreis.
00:40:36: Ehrlich gesagt überwältigend.
00:40:38: Und ja, das ist auch etwas was man nach wie vor für uns extrem bedeutungsvoll ist also dieses Zeichen praktischer Solidarität und was uns extrem bestärkt und Mut macht für diese nächsten Monate.
00:40:50: Das heißt
00:40:51: wer uns unterstützen möchte es sehr sehr willkommen bei uns im Sender inform zum Beispiel einer Mitgliedschaft in Fördern Freundeskreis da alle Informationen gibt's dazu.
00:41:04: Ich finde, das zeigt noch mal total gut wie viele unterschiedliche Systeme und wie viele verschiedene gesellschaftliche Ebenen eigentlich betroffen sind.
00:41:11: Wenn bestimmte Parteien wirken – es hat auch Auswirkungen auf die Quere-Community
00:41:17: Und die Querel-Community in Sachsen-Anhalt aber auch insgesamt ist ja total unter Druck.
00:41:23: also der Anschlag in Berlin Queerfeindliche und islamistische Anschlag liegt ja noch nicht so lange zurück.
00:41:33: Und es ist wirklich der sichtbarste Ausdruck von einem unglaublichen, gewaltvollen Mobilisierung gegen queeren Menschen, gegen Transmenschen und dem Hass im Alltag.
00:41:51: Gleichzeitig ist es wirklich wichtig zu verstehen, dass diese Welle von demokratischen Mobilisierungen und Solidarität.
00:42:01: dass die queere Community dann ganz, ganz zentraler Bestandteil auch von ist.
00:42:06: Und darüber habe ich mit Marcel Dörrer gesprochen, der einer der Sprecher des letzten Schwulen und queerpolitischen Rundtisch im Sachsen-Anhalt ist.
00:42:18: Im Vorstand der AIDS-Hilfe haben wir mit ihm ja auch gesprochen für die Folge Queer auf den Dorf und er hat mir berichtet wie er auf die vergangenen Wochen und Monate jetzt nach dem Wahlergebnis blickt.
00:42:34: Was ich aus jeden Fall mitgenommen habe, aus den letzten paar Monaten des Wahlkampfes ist es das Menschen so stark zusammengehalten haben und so zusammen gekämpft haben für eine bessere, für eine bunte Gesellschaft in diesem Land dass sich hoffe dass das auch nicht abreißen wird.
00:42:55: Jetzt kommt es drauf an.
00:42:57: Jetzt müssen wir zusammenstehen, jetzt muss ich diese Solidarität tatsächlich beweisen und wir müssen schauen ob dies nicht alles nur Lippenbekenntnisse waren wenn Leute gesagt haben sie stehen an der Seite queere Menschen Sie stehen an dieser Seite der sozial schwächeren.
00:43:14: das muss sich jetzt zeigen.
00:43:16: Ich weiß dass ich ganz viele Personen kennengelernt habe in den letzten neun Monaten auf die man sich verlassen werden können.
00:43:24: Auf diese Person baut meine ganze Hoffnung, dass Sachsen-Anhalt noch nicht verloren ist.
00:43:31: Auf ganz viele Personen in der Zivilgesellschaft baut meiner Hoffnung das wir es schaffen werden uns gegen fünf Jahre HFD-Bollwerk zu stellen und dass wir es schaffen werden danach auch noch Strukturen zu haben wenn in der Hoffnung dass fünf Jahre hfd genug ist die Menschen dann erkannt haben Dass die nicht nur mit Wasser kochen, sondern dass sie in dem Wasser was sie kochen auch Menschen verbrennen.
00:43:59: Das ist eine sehr starke Metapher.
00:44:02: Ich muss mal etwas Positives sagen jetzt, wo ich diese ganzen Stimmen höre.
00:44:07: Mein größter Pet-Pief im Leben, oh gut da gibt es viele, aber einer der größten ist... Ich hab die größte Angst von Menschen, die keine Haltung haben.
00:44:21: Und ich halte das auch ... keine Verantwortungsübernahme und keine Haltung haben für ein großes Phänomen und Problem in unserer Gesellschaft.
00:44:30: Aber wenn ich da Leute, die wir jetzt gehört haben höre aus Sachsen-Anhalt, die wirklich unter den schwierigsten Bedingungen so krasse Arbeit leisten absoluten Dämpfer des Wahlergebnis noch so stabil aufgestellt sind, da geht mir richtig das Herz auf.
00:44:50: Also wir sind zwar in Sachsen-Anhalt traurige Spitzenreiter für wahrscheinlich so ziemlich alles.
00:44:56: aber ich muss mal sagen meine Fellow Sachsen Anhalter die zeigen Haltung und dass ist absolut bewundernswert und fantastisch und davon können wir uns alle richtig was abgucken.
00:45:08: Wie sieht diese Haltung aus?
00:45:10: Für mich gibt es so einen Satz der mich wirklich über diesen Wahlabend auch getragen hat und er kommt tatsächlich von Robert Fieske, einer der Rednerinnen bei dem großen Fest der Demokratie mit fünfzehntausend Menschen am Vorabend der Wahl.
00:45:33: in Magdeburg.
00:45:33: Und er hat so einen Satz gesagt, den ich hier auch noch mal wiederholen will weil er mich wirklich bestärkt.
00:45:39: Er hat nämlich gesagt naja Antifaschismus ist Hoffnungsarbeit und deshalb Tatarina was gibt dir Hoffnung?
00:45:48: Dann hören wir was Robert Hoffnung gibt.
00:45:52: Mir gibt total Hoffnung, wenn Leute sich gerade machen.
00:45:55: Wenn Leute auch in schwierigen Situationen aufstehen und sagen nein stopp ich möchte das nicht!
00:46:00: Ich halte ja diesen Rechtsruck für so eine demagogische Praxis eigentlich die verführt dahin so ganz billige offenkundig falsche Entscheidungen zu treffen, die sich aber so gut anfühlen.
00:46:13: Die das eigene Ego so aufbauen, weil wir auf andere runter treten können.
00:46:17: Es ist so leicht, das eigene ego hieraufzubauen und sich wieder gut zu fühlen obwohl man so viel Unsicherheiten hat.
00:46:24: Und dann trotzdem zu sagen nein stopp!
00:46:26: Das will ich nicht.
00:46:27: Ich glaube an Demokratie, ich glaube an Miteinander, ich glaub an Solidarität und immer wiederzusehen dass Leute die schwierigeren Entscheidung treffen Und sich durch die widrigsten Umstände kämpfen und sich gerade machen.
00:46:40: Und sich solidarisch zeigen, obwohl sie es gar nicht müssten.
00:46:43: jeder kann sich in sich selbst verkriechen.
00:46:45: irgendwie Aber aufzustehen und anderen die Hand auszustrecken und sich für andere stark zu machen all das gibt mir wahnsinnig viel Hoffnung.
00:46:53: Ich würde gerne von Robert hören was er dazu sagt.
00:46:56: Also auch diese Frage Zu beantworten fällt mir grad nicht so leicht weil ich merke dass Die hoffnung der angst und anderen negativen gefühlen ist was glaube ich auch ganz normales am ersten Tag nach diesem schlimmen Wahlabend und angesichts einer AfD-Regierung, mit der wir es jetzt wahrscheinlich zu tun bekommen werden unter der hunderttausende Leidenwerden.
00:47:17: Ich versuch's kurz demal.
00:47:18: also ich glaube was mir am meisten Hoffnung gegeben hat das waren all die Menschen die sich engagiert haben, die aktiv geworden sind.
00:47:28: darunter waren ganz viele Menschen die noch nicht engagiert die jetzt aber das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen wollten oder auch inspiriert waren von Veranstaltungen, die wir gemacht haben.
00:47:44: Und ja, die jetzt mit hinzugekommen sind.
00:47:48: und das Pensum und die Schlagzahl, die wieder an den Tag gelegt haben vor Ort... Das ist ja auch übertragbar auf ganz viele andere Landkreise, den anderen Menschen aktivern.
00:47:59: Das habe ich so noch nie erlebt.
00:48:01: also wir haben so viel auf die Beine gestellt So viele Menschen haben sich tolle Gedanken gemacht um neue Veranstaltungsformate, innovative Ideen wie man mit möglichst vielen Menschen ins Gespräch kommt.
00:48:16: Das ist schon sehr inspirierend gewesen und ja ich glaube der Einsatz von Ehrenamtlichen in der Zora und in unserem Umfeld war einfach auch immens.
00:48:28: also wir haben so viel wirklich große Veranstaltung nur wucken können.
00:48:35: dank Ja, so viele Menschen die jetzt ehrenamtlich aktiv geworden sind.
00:48:39: Ob im lockeren Rahmen oder als Vereinsmitglied es sind total viele Vereinsmitglieder hinzugekommen auch sehr sehr junge Leute Jugendliche Die einfach darauf Lust haben dann auch als Vereinstmitgliet noch mehr Verantwortung zu übernehmen.
00:48:53: Das ist schon wirklich sehr schön und das ist natürlich also dass was mir glaube ich auch Jetzt noch am meisten Hoffnung macht es zu sehen dass auf der strukturellen und institutionellen Ebene so viel gewachsen ist in den Bündnissen, in der Netzwerken.
00:49:09: In den anderen Strukturen dass das auch bleiben wird also dass auch eine AfD Regierung mit der wir jetzt rechnen müssen das auch nicht so einfach erschüttern kann.
00:49:21: natürlich wird es wird es Effekte geben und werden die Drücke die die AfD ausüben wird an ein oder anderen Impact haben.
00:49:31: aber So wie ich das in den letzten Wochen und Monaten erledigt habe.
00:49:36: Bleiben die Leute, bleiben stabil, bleiben konsequent und werden sich auch weiterhin engagieren.
00:49:44: Die werden jetzt natürlich heute morgen vielleicht auch übermorgen noch mit hängenden Schultern durch die Stadt gehen zur Arbeit gehen was auch immer aber dann wird wieder sozusagen losgelegt da wird wieder angegriffen weitermachen, was wir über die letzten Monate schon so gut gemacht haben und das macht auf jeden Fall Hoffnung zu sehen.
00:50:12: Heike du warst ja auch genauso wie Robert auf dem Demokratiefest in Magdeburg, was kurz vor der Wahl stattgefunden hat also am Wochenende vor der Ball.
00:50:21: da waren zehn tausend manche sagen fünfzehntausend Menschen beteiligt.
00:50:26: Wie war denn das für dich?
00:50:27: Hat dir das auch Hoffnung gegeben?
00:50:29: Also mir hat es absolut Hoffnung gegeben, ja.
00:50:31: Und das hat glaube ich allen einen die da waren und auch allen die dann später davon gehört haben weil sie nicht dabei sein konnten enorm viel Hoffnungen gegeben.
00:50:42: Es gab so einen Redebeitrag den ich auch oder es gab eigentlich sehr viele Redebeiträge die wirklich eindrücklich waren.
00:50:49: Einer davon war von Said, der war ja auch bei uns im Podcast schon als Vorsitzender des Flüchtlingsrats in Sachsen-Anhalt und einer der Organisatorinnen des Mikrastreiks.
00:51:06: Also der migrantisierten Gewerbetreibenden, die ja kurz vor der Wahl mehrere Stunden ihre Geschäfte zugemacht haben.
00:51:15: Weil sie gesagt haben hey A ohne uns läuft hier nichts B wir erleben so krassen Rassismus und wir haben so große Angst vor dem was kommen wird unter einer AfD-Regierung Und sei Zeit ist für mich jemand der wirklich unter den widrigsten Bedingungen versucht durch Organisierung, durch Solidarität den vielen Menschen die ganz berechtigt sehr große Angst vor einer AfD-Landesregierung haben deren verrückter Idee dieser rassistischen Idee von der Abschieberoffensive etc.
00:51:56: Hoffnung entgegenzusetzen und praktische Solidarität.
00:52:00: das fand ich enorm wichtig.
00:52:03: und
00:52:04: Luna Möbius, die auch
00:52:07: bei
00:52:08: dem Demokratiefest in Magdeburg moderiert hat.
00:52:12: Ich hatte auch noch mal was gesagt, was sich sehr wichtig fand.
00:52:16: sie hat nämlich gesagt nach dem Anschlag in Berlin auf den CSD, den sie ja auch eröffnet hat mit einer Rede hat sie wirklich sehr damit gekämpft, wie existenziell wir Feindlichkeit ist.
00:52:35: Und das was Sie trägt, ist die Solidarität, die in diesen demokratischen Netzwerken
00:52:42: entstanden ist.
00:52:43: Also ich habe das ja nur von Weitem gesehen des Demokratiefest und es sah wirklich fantastisch aus.
00:52:48: und da geht mir auch das Herz auf wenn ich... wie viele Menschen zusammenkommen, wenn ich die Beiträge höre.
00:52:55: Ich weiß ja auch, wie viele Leute engagiert sind.
00:52:58: aber ich glaube was es halt wirklich braucht ist eben dass das nicht das einzige bleibt sondern es braucht eine dauerhafte Aufmerksamkeit auf Sachsen-Anhalt und nicht nur von den Leuten die vor Ort sind.
00:53:08: sie machen ihre Arbeit aber es braucht auch eine Aufmerksamkeit von außen auf Sachseneinhalt und ich weiß Robert Fitzke hat auch etwas dazu gesagt vielleicht hören wir den nochmal.
00:53:20: Schaut weiter auf Sachsen-Anhalt, schaut weiter auf die Zivilgesellschaft.
00:53:23: Die dort so viel geleistet hat... ...die jetzt noch mehr Unterstützung braucht für die die Luft jetzt noch dünner wird.
00:53:30: Für die die Gefahren jetzt noch größer werden.
00:53:33: Besucht uns!
00:53:35: Lasst uns miteinander austauschen.
00:53:37: Hilft uns mit den Mitteln, die ihr selbst zur Verfügung habt ob das finanzielle Mittel sind, ob das Zugänge zu Bands, zu AutorInnen sind zu Leuten mit Norhau im IT-Bereich, zu Juristinnen und so weiter.
00:53:54: Also der Aufmerksamkeitskorridor, der jetzt soweit aufstand vor der Landtagswahl, der sollte sich bestenfalls nicht schließen, denn die wirklich kritische Zeit beginnt erst jetzt und die beginnt dann vor allem nachdem sich der Landtag konstituiert hat... ...und mit einer AfD Regierung, die jetzt sehr wahrscheinlich ist.
00:54:14: Und kommt bitte zu den Demonstrationen Nach Sachsen-Anhalt, dann vor allem nach Magdeburg vor dem Landtag.
00:54:20: Das wird dann rund um den sechsten Oktober sein wenn sich der Landtag konstituiert.
00:54:26: Vor allem sollte das Interesse nachhaltig sein und die Verbindung auch von Nachhaltigkeit geprägt sein.
00:54:32: Das wäre sehr wichtig und sehr schön!
00:54:35: Wir sind jetzt zwar im ersten Bundesland das Betroffenen ist aber es ist ja abzusehen und die AfD greift nach der Macht überall und auch im Bund.
00:54:43: so lasst uns da zusammen stabil bleiben
00:54:46: Und das ist ja genau das Ding, also hört auf zu sagen ach lass sie mal regieren oder ach die Ostdeutschen.
00:54:53: Das hören wir seit Ewigkeiten sondern seid solidarisch kommt her Und helft mit.
00:54:59: Wir sind hier zusammen in einem Deutschland, in einer Welt und wir müssen da zusammen daran arbeiten anstatt das immer so abzutun.
00:55:06: Und es ist auch nicht nur Sachsen-Anhalt – wir haben ja noch eine zweite Landtagswahl!
00:55:11: Wir haben noch mehr Landtagswahlen dieses Jahr.
00:55:13: aber was uns interessiert, ist natürlich in zwei Wochen wird im Mecklenburg-Vorpommern gewählt und dahin steht ein neuer Landtag.
00:55:19: und ich würde gerne mal Julie von dir hören wie sieht denn da die Lage aus?
00:55:23: MV hat, wenn man erst mal guckt wie die Menschen reagiert haben da ist ziemlich viel passiert.
00:55:30: Also viele Menschen haben sich erstmal solidarisch erklärt.
00:55:32: an fünfzehn Orten in der MV sind binnenkürzester Zeit Kundgebungen und Demos auf die Beine gestellt worden Und ich schreibe gerade einen Artikel über junge Menschen in der mv die teilweise zum ersten Mal wählen dürfen.
00:55:44: Die haben mir schon auch geschildert dass sie hoffen das jetzt umso mehr Leute zur Wahl ohne gehen aber dass Sie auch Schock haben Angst haben.
00:55:53: Und sie haben mir gegenüber auch eine Ohnmacht formuliert, also es hat uns hier sehr mitgenommen würde ich mal behaupten und auf einer politischen Ebene.
00:56:02: die AfD jubelt natürlich und Manuela Schwesig unsere SPD-Ministerpräsidentin hat von einem Sieg der Rechtsextremisten gesprochen und von einer Aufholjagd.
00:56:11: Auf ihren Waldhackarten steht jetzt auch Die Frau gegen Blau.
00:56:16: Und was ihr vorher zu Thema Wahlbeteiligung gesagt habt, habe ich ein interessantes Gespräch mit einem Professor der Politikwissenschaften in der Uni Rostock gelesen.
00:56:28: Wolfgang Muno heißt er und der sagt es ist zu erwarten dass die Wahlbeteiligung in einem V auch nach oben gehen wird.
00:56:36: Und wenn es bei diesem Proektorien bleibt, wird das der AfD auch im V-Rückenwind geben.
00:56:42: Also grundsätzlich kann man so unterteilen und manche sagen ja das kriegen wir in zwei Wochen genauso was wir jetzt in Sachsen-Anhalt gesehen haben und die anderen sagen ne dass ist anders das lässt sich nicht eins zu eins übertragen.
00:56:54: Was meinst du dann, wo die Parallelen zwischen den beiden Bundesländern liegen?
00:56:58: Denn man kann ja bestimmt doch einiges lernen oder mit Blick auf die Ergebnisse hier gucken.
00:57:06: Also wir sprechen ja auch bei Kipppunkt Ost häufig über strukturelle Probleme und da muss man sagen, da gibt es einige Bereiche wo man sich die Probleme teilt oder wo man sagen könnte okay das ist also ähnlich.
00:57:16: Nämlich auch hier viel Fläche wenig Menschen seit Jahren schimpfende und alternde Bevölkerung und es gibt auch viele Nachwänderbrüche die bis heute nachwirken und natürlich auch Kürzungen während der Bedarf eigentlich eher steigt.
00:57:28: Es gibt eine akute Problemlage oder besser im Plural formuliert akute Problemlagen und damit sind auch sehr viele Menschen sehr unzufrieden.
00:57:38: Was anders ist, wenn wir in die Prozentzahlen jetzt mal gucken.
00:57:42: Der neuesten Erhebung zufolge liegt die AfD hier in MV bei knapp thirty-fünf Prozent und die SPD hat aber zuletzt deutlich zugelegt.
00:57:50: Die liegt bei zweiunddreißig Prozent.
00:57:53: Okay sind ja schon mal irgendwie doch andere Verhältnisse als bei uns.
00:57:56: Das sind erschreckende Verhältnisse.
00:57:58: AfD fünfunddreißig Prozent!
00:58:01: Aber das ist ja fast zehn Prozentpunkte aus Sachsen Anhalt entfernt, aber trotzdem einfach übertrieben.
00:58:07: Ich glaube, der größte Unterschied ist aber auch was die SPD angeht.
00:58:10: Also grundsätzlich zwischen SPD Sachsen-Anhalt, die ja ganz weit unten ist und vergleichsweise und die SPD in Mecklenburg-Vorpommern, die irgendwie schon ewig auch Regierungspartei ist oder?
00:58:23: Wie sieht es mit den anderen Parteien aus?
00:58:25: wie sind da die Parallelen und Unterschiede?
00:58:27: Ja, passt auf.
00:58:28: Da kann ich auch mit ein bisschen anderen Werten aufwarten.
00:58:31: Die Linke liegt bei elf CDU nur noch bei acht die Grünen bei fünf momentan.
00:58:36: also da wird es spannend und das BSW bei vier Prozent grad.
00:58:41: Das sind so...die Umfrage wäre aus einer Umfrage aber andere tendieren in dieselbe Richtung
00:58:48: Aber Moment!
00:58:49: Also das ist ja auch interessant.
00:58:50: Also SPD und CDU sind quasi wie Rollen vertauscht zwischen den beiden Bundesländern.
00:58:56: Gleichzeitig ist aber Grüne mit der Prognose fünf Prozent und BSW mit der prognose vier Prozent exakt das gleiche wie in Sachsen-Anhalt.
00:59:05: Also die Prognosen waren ja genauso, gibt es Strategien zum strategisch wählen?
00:59:10: Ist überhaupt nötig?
00:59:12: also ich habe jetzt seit unserer letzten Aufnahme nichts wahrgenommen ob es da irgendwie eine besondere Kampagne nochmal gegeben hätte.
00:59:18: Aber da haben wir schon auch gesagt Ja bei uns geht's vor allem um grüne und bsw Und da wissen wir spannend was mit denen passiert.
00:59:25: Es ist so ein bisschen erinnert, dass mich von der Anordnung hier an die Wahlen in Brandenburg.
00:59:32: Also sozusagen wo eine SPD-Kandidatin jetzt im MV halt sagt ich alleine gegen den Faschismus und am Ende werden vielleicht auch viele gerade weil sie aufgerüttelt sind durch die Ergebnisse in Sachsenanhalt genau dann sozusagen mit Augen zu und durch für Manuela Schwesig stimmen.
00:59:56: Und die Grünen bleiben außen vor.
01:00:00: Ja, und das ist glaube ich auch so der krasseste Unterschied, dass MV noch diesen Manuela-Schwesig Faktor hat!
01:00:07: Also wir haben natürlich hier seit Jahrzehnteinundzwanzig schon eine rot-rote Regierung also auch ne andere Ausgangslage als in Sachsen-Anhalt.
01:00:14: Und da ist jetzt natürlich die Frage, wie viele Leute springen mit rein?
01:00:17: Basieren auf den Ergebnissen, die wir in Sachsen-Anhalt kennen.
01:00:20: Gehen da jetzt irgendwie Demokratinnen, die bisher keinen Bock oder keine Kapazität oder Andrückgründe hatten nicht zur Wahl zu gehen, sehen sie jetzt die Präsent und sagen okay, wir gehen jetzt extra zur Wahluhrne.
01:00:31: oder mobilisiert das natürlich auch noch weitere AfD-Sympathisanten an dieser?
01:00:36: Siegergefühlmäßig?
01:00:38: jetzt erst recht.
01:00:39: und jetzt zeigen es ihnen.
01:00:41: Also das Interessante ist hier im Bundesland auch, dass Manuela Schwesig unsere Ministerpräsidentin mit sechzig Prozent klar vor ihrem AfD-Herausforderer liegt.
01:00:50: Der kommt nur auf zwanzig Prozent und der Erhebung zufolge würden über die Hälfte nämlich sechsundfünfzig Prozent einer SPD geführte Regierung eine AfD Alternative vorziehen.
01:01:01: Die viel spannende Frage für mich ist wie nimmt ihr denn das Engagement in den VW?
01:01:08: Ich muss ja sagen, dass ich ziemlich beeindruckt bin von der Kampagne zusammen bewegen und vom Netzwerk.
01:01:16: Weil die wirklich kreative Sachen für den ländlichen Raum machen also das sie zum Beispiel mit einem Eismobil quer durch Mecklenburg-Vorpommern fahren um mit Leuten ins Gespräch zu kommen über demokratisch wählen, über die Verhältnisse vor Ort.
01:01:37: mega beeindruckend und stabil.
01:01:41: Und
01:01:41: ich habe
01:01:42: wirklich den Eindruck, dadurch dass wir zu Recht die ganze Zeit auf Sachsen-Anhalt gestartet haben vergessen wie viele Antifaschistinnen stabile Demokratinnen gerade in Mecklenburg-Vorpommern wo die Austragungsbedingungen ja Aufgrund der vielen größeren menschenlernen Flächen, über die du ja immer sprichst Juli, viel schwieriger sind versuchen genau in diese Fläche zu gehen.
01:02:13: Voll.
01:02:13: Und das ja auch erfolgreich tun eben mit Plakataktionen, mit Fotoaktionen.
01:02:18: Es haben sich ganz viele Künstlerinnen zusammengeschlossen und ganz viele Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen die eben sagen okay wir arbeiten jetzt zusammen um Sichtbarkeit zu schaffen aber auch um Solidarität mit Sachsen-Anhalt zu zeigen und das fand ich wirklich sehr bemerkenswert.
01:02:34: Von wegen Solidaritäts selbst die kleinsten Initiativen Die Initiative Beutzenburg gegen rechts, die machen Krebs gegen rechts nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und wollen die Spenden an die Mobile Opferberatung im Sachsen Anhalt für betroffene rechter Gewaltspennen.
01:02:54: Und da muss ich echt sagen, dann dachte ich so brauch!
01:02:58: Also so spürbar ist die Solidarität unter antifaschistisch demokratisch engagierten Menschen.
01:03:07: Ich glaube, ein Umstand der NMV jetzt existiert, den es in Sachsen-Anhalt nicht so gibt ist.
01:03:13: Dass wir wissen wie sich in Anführungszeichen der Tag danach anfühlt also der Tag nach einer Wahlentscheidung bevor wir überhaupt selbst gewählt haben und da steckt irgendwie auch viel Potenzialstand zu sagen okay was machen wir jetzt eigentlich mit dieser Klarheit und diese Erfahrung?
01:03:30: Und mit diesem Blick auf demokratisch engagierte InSachsen-Anhalt Und wie es denen jetzt geht und das ist natürlich ein Vorlauf, den Sachsen-Anhalt so nicht hatte.
01:03:41: Aber dieser Tag danach ist ja nicht ... Den erleben wir jetzt ja nicht in den beiden Bundesländern zum ersten Mal sondern den gibt's an verschiedenen Orten auf der Welt schon leider häufiger und deswegen war der Gedanke auch mal zu gucken.
01:03:59: was macht man eigentlich mit einem Tag danach?
01:04:01: Wir haben ganz viel demokratisch Engagierte gehört.
01:04:03: aber was passiert denn nach solchen Tagen danach, und da bin ich auf eine interessante Veröffentlichung von Moen Kammern gestoßen in den Jahren.
01:04:12: Die Autorinnen aus ganz unterschiedlichen Ländern zu Wort kommen haben lassen eben über die Tage nach denen Populisten ein Wahlsieg erreicht haben.
01:04:23: Da gucken wir zum Beispiel nach Ungarn, da schreibt eine ehemalige ungarische Abgeordnete oder italienischer Schriftsteller und polnischer Journalist einen ex-US-General und im brasilianischen Politikwissenschaftler und erzählen einmal was da eigentlich so passiert ist.
01:04:38: Ich glaube du Heike warst ja in den USA unterwegs für uns?
01:04:43: Ich war für euch in den US unterwegs zumindest in Gesprächen und ich muss sagen... Schon nach dem ersten Basik von Trump, aber auch jetzt nach dem zweiten und diesen erdrutschartigen Veränderungen sagen alle US-Amerikanerinnen mit denen ich gerade spreche.
01:05:06: Es ist extrem wichtig bei den eigenen Werten zu bleiben sich nicht erschüttern zu lassen darin und gleichzeitig so eine starke Aufmerksamkeit zu haben für Momente, in denen praktische Solidarität gefragt ist.
01:05:26: Also das ist ja noch nicht so lange her, dass wir gesehen haben was in Minnesota alles auf die Beine gestellt wurde um Menschen vor Abschiebungen zu schützen, voreis zu schützen.
01:05:37: Und das passiert ja überall in den USA weiterhin täglich wo eigentlich alle in den USA sagen, diese Momente von praktischer Solidarität.
01:05:51: Das stärkt auf die Dauer dann doch mehr Menschen als wir es vielleicht im ersten Moment sehen und das wird auch in Sachsen-Anhalt gebraucht werden.
01:06:02: Also könnte man sagen dass so erfolgreiche Gegenbewegungen auch etwas aufbauen was die andere Seite auch überdrift statt nur zu demolieren?
01:06:11: Absolut!
01:06:12: Und eine positive Erzählung, also nicht nur eine positive Ernährung sondern Erfahrung von Menschlichkeit und gemeinsamen Handeln.
01:06:19: Katarina was kannst du uns schildern als Reporterin für Polen?
01:06:25: Ich bin ja gerne eine Reporterin for Polen.
01:06:26: ich bin seit vielen Jahren sehr oft und sehr gern in Polen weil ich viele Freundinnen dort habe.
01:06:31: Was ich schilder kann setzt genau da an was Du gesagt hast Heike.
01:06:34: nämlich der Journalist Michał Shudrinski erzählt die wahrscheinlich hoffnungsvollste Geschichte, nämlich die rechtspopulistische Partei PES war ja acht Jahre lang an der Macht und wurde dann im Jahr- und zwanzig durch eine Rekordwahlbeteiligung abgewählt.
01:06:49: Und die wurde vor allem von jungen Menschen getragen was erstmal absolut fantastisch und wichtig und notwendig ist.
01:06:56: Aber Schodrinsky warnt gleichzeitig ausdrücklich vor diesem Preis dieses Sieges.
01:07:01: Denn um zu gewinnen, hat auch das Liberale Lager um Donald Tusk zugespitzt polarisiert und zum Teil mit ganz ähnlichen Mitteln gearbeitet wie nämlich die PES selbst.
01:07:11: Und Schodrynski's Fazit ist eigentlich dass der Kampf gegen den Populismus kann wenn es falsch gemacht wird quasi die demokratische Seite selbst kontaminieren.
01:07:23: Das heißt, wenn man die Spielregeln übernimmt der anderen Seite und eben mit den gleichen zugespitzen polarisierenden Mitteln kämpft um zu gewinnen ist dieser Sieg natürlich einerseits toll aber gleichzeitig macht es ganz viel mit dem wer man dann isst und wie man dann aufgestellt ist.
01:07:44: Und ich diskutiere das tatsächlich Genau diesen Punkt ganz häufig mit Menschen.
01:07:50: Und ich bin in keinster Weise eine naive Pazifistin und denke so, hey wir müssen uns doch nun mal alle umarmt und alles tut dann schon wieder gut.
01:07:57: Ich glaube das schwierige Situationen, schwierige Mittel verlangen aber ich glaube auch sehr daran dass jetzt zugespitzt gesagt so wie man die Revolution ausfechtet dass wie ein ganz großer Teil später des Seins wird.
01:08:14: Also ich glaube, ganz wichtig ist es auf die Mittel zu achten, die man auswählt umzugewinnen und um bestimmtes Ergebnis zu erzeugen Denn diese Mittel werden später auch ein großer Teil sein von dem was.
01:08:29: Und wir wollen ja etwas Gutes.
01:08:30: Das heißt Wir brauchen irgendwie auch gute Mittel und das sagt er im Endeffekt und das finde ich ein ganz ganz wichtiges Learning.
01:08:40: Ja, ich war in Italien und da habe ich auch was gelernt.
01:08:45: Nämlich an dem Beitrag von Schriftsteller Antonio Scurati hat er über Meloni geschrieben und ihren Regierungsstil und den als Zermürgungskrieg bezeichnet statt als Frontalangriff.
01:08:56: und das fand ich ganz spannend weil es eben nicht bedeutet okay jetzt kommt der große Tusch und sofort ist alles irgendwie aufgelöst und wir sehen wie alles zerstört ist und es gibt zu diesen einen dramatischen Bruch, also da hat er sich gegen ausgesprochen und noch ein anderer Journalist Federico Fubini hat ergänzt als Meloni angetreten ist.
01:09:15: Als sie ihn ansandret hatte, hat sich erstmal gar nichts richtig sichtbar verändert.
01:09:19: und das war irgendwie auch genau die Problematik weil Italien trotzdem immer eine laute chaotische Demokratie geblieben ist.
01:09:26: und das stelle ich dann selber auch immer vor die Schwierigkeit zu erkennen wann sind Punkte überschritten?
01:09:36: Ja, ein Augenmerk drauf zu legen dass es eben auch leise sein kann und nicht immer mit dieser Wucht die wir jetzt vielleicht auch fühlen in diesem Wahlergebnis was wir jetzt mitbekommen haben.
01:09:46: Und ich glaube in dem Buch Juli was du uns gerade empfohlen hast da ist untern noch unter Orban und wenn mir jetzt schauen das Buch ist zwanzig vierundzwanzig rausgekommen zwei Jahre später der Wahlsieg dieser breiten, breiten demokratischen Allianz in Ungarn.
01:10:05: Das kann uns wirklich Hoffnung machen und dass wir von dieser Allianze von diesem Bündnis auch lernen können.
01:10:13: es wie bauen wir Netzwerke über sehr unterschiedliche Interessen hinweg?
01:10:21: Und wie hält man das durch?
01:10:24: Und ich glaube, das ist ja auch genau das Learning so was man daraus ziehen kann und auch für Sachsen-Anhalt ziehen kann.
01:10:31: Es fühlt sich immer so an als würde man gegen Windmühlen kämpfen und alles ist nur ernüchternd und katastrophal und furchtbar und ein Schock.
01:10:39: Und gleichzeitig wenn man sich die Learning des Tag danach aus anderen Ländern anschaut muss ich auch sagen... Es wird auch ganz, ganz viel richtig gemacht.
01:10:49: So es geht um Allianzen das hast du gerade noch mal gesagt Heike!
01:10:52: Es geht um Netzwerke bilden Auch wenn man nicht immer bei allen gleicher Meinung ist... ...es geht um Solidarität.
01:10:58: Es geht uns weitermachen aufeinander achten und Empathie zeigen.
01:11:03: Und dass wie?
01:11:04: Ist ganz entscheidend für das was was danach kommt.
01:11:06: und Das wird schon ganz, Ganz toll gemacht auch in Sachsen-Anhalt und es bleibt ja immer noch spannend in Sachseneinhalt und wir bleiben auch immer noch dran Wie auch alle Sprecherhin schon vorher gesagt haben, mit der Wahlentscheidung ist nicht das letzte Wort gefallen.
01:11:21: Danach geht es ums Weitermachen und die TV-Gesellschaft wird weitermachen, der Kulturbetrieb wird weitemachen Und wie schauen wir uns sicherlich noch in ganz vielen Folgen an?
01:11:30: Für mich ist wichtig auch nochmal festzuhalten, eigentlich die Großartigkeit der Klarheit.
01:11:38: Also in dem Moment wo man in die Akzeptanz geht und sagt okay das ist jetzt die Situation wird eben dieses weiter machen.
01:11:44: gerade er ist irgendwie möglich und zu gucken.
01:11:46: wir arbeiten mit den Umständen die vor uns liegen Wir kennen jetzt Widerstände und dass es jetzt einfach in dem moment wo du akzeptanz für diese Situation geschaffen hast bist du wieder handlungsfähig und kannst wieder agieren.
01:12:01: Ich glaube so, was wir jetzt vor allem aus dieser Perspektive auch von unseren Reisen in die drei Länder gelernt haben ist es gibt nicht den einen Tag an dem alles entschieden ist und es gibt Bündnisse, die in kurzer Zeit ziemlich viel reißen können – in meiner Sprache ausgedrückt!
01:12:19: Und es gibt das, was schon in unserem Gespräch immer wieder aufgetaucht nicht sich der punktuellen Frustration zu ergeben, sondern sich zu überlegen okay was funktioniert langfristig auch wenn ich vielleicht nicht direkt immer die Erfolge direkt messen kann.
01:12:36: Und deswegen wollte ich euch kurz meine erste Mutmacherin präsentieren, die in dieser Folge gar nicht mit eigener Stimme auftritt, sondern die ich einfach nur beschreiben möchte und das ist das Überland Festival in Görlitz.
01:12:48: Bei dem war ich am Wochenende zu Gast.
01:12:50: Das findet seit einigen Jahren immer wieder statt und verbindet viele kulturelle Akteure aus ganz Deutschland, aber vor allem aus den ostdeutschen Bundesländern im ländlichen Raum miteinander.
01:13:00: Und ich habe an diesem Wochenende so viele geniale kluge engagierte Leute kennengelernt ihre Projekte vorstellen die Menschen zusammenbringen die Strukturen verbessern nicht nur wenn eine Wahl ansteht sondern über Jahre und Jahrzehnte Und mit Zynerenergie, der ich an anderen Orten einfach selten begegne.
01:13:18: Deswegen möchte ich stellvertretend als Mutmacherin einmal Grüße entzenden an zum Beispiel die Krüppel gegen rechts, die vor Ort waren die Matrosenhunde den Ostfrauensalon und viele mehr.
01:13:30: Danke dass ihr euch engagiert und toll das ihr das macht.
01:13:34: Ich kann es mir bildlich vorstellen, ich finde so schön dass du an dem Wahlwochenende da sein konntest und diese Energie und diese Netzwerke jetzt hier auch nochmal mit rein bringst und teilst.
01:13:47: Und dazu passt glaube ich auch wirklich die Aufforderung von Stefanie Schüler Springerum, die auch noch mal was über Hoffnung sagt.
01:13:58: Was macht mir Hoffnung?
01:13:59: Eine ganze Menge eigentlich!
01:14:03: Im Grunde schon im letzten Jahr, und erst recht in den letzten Monaten eine solche Mobilisierung erlebt.
01:14:09: In meinem direkten Umfeld aber auch in der gesamten Gegend – ich bin wieder im Landkreis Ständer jetzt – das war schon sehr beeindruckend übrigens auch Havelberg-Stichter heraus.
01:14:18: es ist überall.
01:14:20: in ganz vielen Orten haben sich auf ganz unterschiedliche Weise viele Menschen der AfD entgegengestellt.
01:14:26: Ich
01:14:27: denke, es ist unglaublich wichtig dass wir das jetzt nutzen und nicht zerfallen lassen sondern dass wir da weitermachen.
01:14:34: Und wir haben dann genug zu tun um die gefährdeten und die schlechtesten zu schützen aber auch die Kulturinstitutionen zu schützen.
01:14:42: Aber ich denke wenn die Energie, die in den letzten Wochen zum Vorschein gekommen ist Wenn wir sie bewahren und auf Dauer stellen Dann ist schon sehr viel geworden.
01:14:52: Ansonsten geht es aus Polen und Ungarn darum Jeder soll auf Posten bleiben, nicht weglaufen.
01:14:58: Seine Arbeit machen und Rücken durchdrücken und Stabil bleiben.
01:15:03: Und dann sehen wir Wien-Polen und Ungarn das es auch wieder in die andere Richtung gehen kann.
01:15:07: Ja, und an dieser Stelle habe ich mir noch einen kleinen Trick überlegt von dem ihr beide noch nichts wisst.
01:15:13: Ich möchte nämlich euch beide auch zu Mutmacherinnen kühren.
01:15:15: Ihr habt euch seit mittlerweile zehn Folgen außerordentlich für Sachsen-Anhalt eingesetzt, wart vor Ort, habt ins Bericht erstattet... ...und ich glaube auch hier habt damit viele Menschen sichtbar und höher gemacht und dafür möchte ich euch einfach einmal danken!
01:15:33: Oei, Juli.
01:15:34: Also den Dank gebe ich gerne zurück weil es gibt so wenig coole kluge Journalistinnen die Mecklenburg-Vorpommern so sympathisch solidarisch sichtbar darstellen wie du und dort das Engagement wirklich so klug darstellen dass man's mit Händen greifen kann.
01:15:59: Danke
01:15:59: Ja, jetzt sind wir alle kurz rot geworden.
01:16:01: Aber jetzt verabschieden wir uns auch schon wieder ...
01:16:04: In Sachsen-Anhalt ist ja die Regierungsaufstellung noch offen.
01:16:08: in Mecklenburg-Pollmann wird in zwei Wochen gewählt.
01:16:11: Wir bleiben bei allen dran und werden weiter für euch berichten.
01:16:15: Also an dieser Stelle wirklich einen riesigen Dank.
01:16:18: erst mal an die vielen, vielen Zehntausenden von Menschen, die sich in den letzten Wochen und Monaten in Sachsen Anhalt Tag und Nacht für demokratische Mehrheiten engagiert haben.
01:16:33: Ohne euch, das muss man ganz klar sagen, wäre das alles noch viel, viel katastrophaler ausgegangen.
01:16:39: Danke dass ihr für uns alle die demokratischen Mehrheiten mobilisiert und wirklich aktiviert habt auch in Mecklenburg-Vorpommern.
01:16:52: Und ein Riesendank auch an Magda Lena von Halle gegen rechts, an Filine vom Radio Korax, an Stephanie Schüler, Spring Gorum, an Robert Fizke, an Henriette Quade und Marcel Dörrer dass ihr euch die Zeit genommen habt so kurz nach den Wahlen so analytisch unhoffnungsvoll zu sprechen euch sich jetzt fragt, was ihr tun könnt.
01:17:19: Radio Chorax, ihr habt's gehört hatten Förderinnen und Förderkreis.
01:17:24: da könnt ihr Mitglied werden oder spenden.
01:17:28: Und dann gibt es natürlich immer das wundervolle Netzwerk von Polylux die wirklich schon seit Jahren sehr stabil auch kleine Initiativen vor Ort unterstützen in Sachsen-Anhalt in Mecklenburg-Vorpommern
01:17:43: aber auch
01:17:45: überall woanders in Ostdeutschland.
01:17:48: Die brauchen Spenden und die warten auf euch!
01:17:52: Ihr könnt natürlich auch jederzeit gerne an uns spenden, den Link dazu findet ihr in den Shownote.
01:17:57: Und mein Dank geht noch mal an Katrin Rönnecke für den Schnitt und damit sage ich bis zur nächsten Folge Tschüss!
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