Kipppunkt Ost – Folge 11: Eine Reise durch MV

Shownotes

MV hat gewählt und wie demokratisch Engagierte das Wahlergebnis analysieren, hört ihr in dieser MV-Extra-Folge. Daher: Motor an, Radio Ostseewelle läuft und los gehts: Katharina und Heike fahren mit Juli durchs Bundesland. Sie befragen einen Politikwissenschaftler der Uni Greifswald zum Abloosen der CDU, sprechen über die Auswirkungen von 38 Prozent für die rechtsextreme AfD und den Unterschied zwischen Mecklenburg und Vorpommern; besuchen ein Buchladen als Dritten Ort für Demokratie zum Anfassen und überqueren mit dem Schwanenboot die Peene, um mit einer Moor-Aktivistin über Klima- und Umweltschutz zu sprechen. Was klar wird: MV und die demokratische Zivilgesellschaft sind mehr als ein Wahlergebnis.

Mit dabei:

* Swantje Furtak, Moor-Engagierte und Journalistin (Malchin)
* Susanne Gabler, Künstlerin (Wismar)
* Kathrin Matern, Buchhändlerin Frau Rilke Buchladen (Neustrelitz)
* Miriam Gedrose, Ehrenamtliche bei Rostock hilft (Rostock)
* Ina Gross-Bajohr, Pressesprecherin von Zusammenbewegen 
* Jochen Müller, Politikwissenschaftler Uni Greifswald
* Rostock Nazifrei, antifaschistisches Aktionsbündnis HRO
* Ulrike Ziggel, Engagierte + Illustratorin Mecklenburgische Seenplatte
* Robert Schiedewitz, LOBBI MV (Neubrandenburg)
* Maria Lichtermann, Migrant*innenrat Hansestadt Rostock


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Transkript anzeigen

00:00:00: Kipppunkt heißt erst mal, dass ein System seinen Zustand

00:00:03: schlagartig

00:00:04: verändert.

00:00:04: Ein positiven

00:00:06: Kipp-Punkt?

00:00:07: Kipp Punkt!

00:00:07: Das Osten ... Kipp Pumpt!

00:00:09: Die kippe ich mir einfach so rein.

00:00:11: Also der Kipppumpt

00:00:12: sozusagen...

00:00:13: Hallo hallo hallo herzlich willkommen zu Kipp.

00:00:16: Ost.

00:00:16: Kipp punkt mit drei p. Der Podcast begleitet zu den Landtagswahlen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

00:00:22: Mein Name ist Katharina Wader und MV hat gewählt.

00:00:25: deswegen geht es heute um Mecklmburg-Vorpommern.

00:00:28: Auch von mir herzlich willkommen.

00:00:30: Ich bin Heike Kleffner und mich interessieren natürlich auch die Ergebnisse der Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich zu Sachsen-Anhalt, und natürlich empfinde ich auch die Auswirkungen auf die Bundesebene spannend!

00:00:45: Mein Name ist Julie Katz und ich bin heute eure Kapitänin für eine Reise durch Mecklenburg-Vorpommern, zu der ich euch einlade.

00:00:52: Und ich möchte euch heute Menschen und Orte präsentieren, die sonst nirgends vorkommen.

00:00:58: Es geht natürlich einerseits um den Nachwahlherbst auf der anderen Seite aber auch um den Alltag vor Ort ganz unabhängig vom Wahlergebnis.

00:01:12: Ja super!

00:01:13: Los geht's los!

00:01:16: Genau!

00:01:17: Wir legen los.

00:01:17: Also es ist Herbst in Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland das im Glücksatlas auf dem letzten Platz bei Thema Lebenszufriedenheit landet.

00:01:26: Ich habe folgendes Szenario für euch vorbereitet ihr steigt am Hauptbahnhof Neustrelitz aus.

00:01:33: Hopst rein in eins meiner unzähligen Autos.

00:01:36: ich hab ja mittlerweile einen ganzen Vorpark.

00:01:38: da müssen wir uns gut entscheiden Und wir haben den Hund im Kofferraum und Radio Ostsewelle läuft.

00:01:44: Da der berüchtigte Song Jeans, T-Shirt und Freiheit, den ich extrem mit MV verbinde ... Wir befinden uns in der Woche nach der Landtagswahl, zwanzig sechsundzwanzig.

00:01:56: Das ist ein MV, das wir heute erkunden.

00:02:00: Es ist sehr besonders, weil ich das auch noch nicht so kenne!

00:02:04: Ich freu mich mega drauf, weil ... ich MV wirklich mag.

00:02:09: Aber ich glaube, du bringst uns an Orte wo niemand von uns bislang war.

00:02:14: Und du hast total recht, Mv hat gewählt und man muss einfach sagen das Ergebnis ist ziemlich zwiespältig!

00:02:23: Die AfD hat thirty-eight Komma zwei Prozent der Zweitstimmung erhalten.

00:02:28: Das ist ein Anstieg in Vergleich zu den letzten Landtagswahlen um mehr als innerhalb von fünf Jahren.

00:02:37: so einen krassen Anstieg.

00:02:38: Das ist wirklich beunruhigend, das heißt irgendwie mehr als jede dritte Person die sich an den Wahlen beteiligt hat und die Wahlbeteiligung war extrem hoch für MV.

00:02:52: Mir hat zwei Drittel der wahlberechtigten haben gewählt.

00:02:56: Ist dieses Ergebnis einfach dramatisch?

00:03:00: Und es ist auch deshalb dramatisch, weil die AfD jetzt im Landtag mit Zweiunddreißig Abgeordneten über die Sperrminorität verfügt.

00:03:13: Also der Landtag hat ein Siebzig Sitze, Zwei und Dreißig AfD Abgeordnete.

00:03:18: das bedeutet konkret sie haben genügend Abgeordnette um Gesetze zu blockieren einen eigenen Untersuchungsausschuss einzusetzen.

00:03:31: Dafür brauchen die Rechtsextremen jetzt keine anderen Stimmen mehr und auch werden sie genügend Abgeordnete haben, um Verfassungsänderungen zu

00:03:43: blockieren.".

00:03:45: Würdest du sagen Heike dass die SPD abgelust hat?

00:03:48: Naja auch das ist zwiespältig.

00:03:50: ja also die SPD regiert ja jetzt seit zwei Legislaturperioden MV Und zu Jahresanfang sah es überhaupt nicht so aus, als ob die SPD und vor allem Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin gegen die AfD irgendeine Chance hätte.

00:04:11: Also drohte so ein Debakel wie in Sachsen-Anhalt.

00:04:16: Und man muss schon sagen, die SPD, vor allem aber Manuela Schwesig hat das in einem sehr krassen Wahlkampf auch gegen die Bundesregierung geschafft auf den Zweitstimmen zu kommen.

00:04:32: Das war zu Jahresbeginn wirklich kaum vorstellbar.

00:04:35: Wie schaut es damit der Linken aus?

00:04:37: Die Linken sind nicht dafür belohnt worden, dass sie in einer letzten Legislaturperiode mit der SPD zusammenregiert haben.

00:04:49: zwar die fünf Prozent würde geschafft, aber auch nur sechs Prozent der Zweitstimmen bekommen.

00:04:57: Und vorher lagen sie bei über neun.

00:05:00: Das ist schon herberverlust!

00:05:03: Wenn du mich jetzt nach den Grünen fragst ... Für die war ja die fünf-prozent-hürde wirklich eine Zitterpartie.

00:05:09: Am Ende sind es fünf-kommar-sieben Prozent für die Grünen geworden.

00:05:15: und was das aber auch bedeutet Die drei demokratischen Parteien haben zum Samen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern mit neununddreißig von einsehbzig Abgeordneten genügend Abgeordnete, um eine stabile Regierungsmehrheit zu bilden.

00:05:34: Das ist ja muss man klar sagen in Ostdeutschland nicht mehr die Regel.

00:05:40: Wenn Sie Ihre inneren Konflikte beilegen!

00:05:45: Und gleichzeitig ist es natürlich ein Riesenproblem, dass jetzt nur noch eine Oppositionspartei – also eine potenzielle Opposationspartei sicherlich in diesem Landtag ist und das sind lauter rechtsextremer Abgeordnete.

00:06:04: Zu den wirklich krassen Ergebnissen dieser Landtagswahl gehört ja auch, dass die CDU in

00:06:10: MV

00:06:10: an der fünf Prozent würde gescheitert.

00:06:21: Das ist vielleicht noch ein erfreuliches Ergebnis dieser Wahlen.

00:06:26: Für seine AfD, Türöffner und Steigbügelheiter Politik in Sachsen-Anhalt ist das BSH ganz offensichtlich nicht in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern

00:06:37: gekommen.".

00:06:43: Interessant, erschreckend einerseits und andererseits total interessant auch im Vergleich zu den anderen Landtagswahlen die wir jetzt gerade gesehen haben mit Sachsen-Anhalt und Berlin.

00:06:54: Und mich haben sowohl Sachsens-Ainhalt aber vor allem jetzt Mecklenburg-Vorpommern einen Zitat erinnert von der französischen Politikwissenschaftlerin Chantal Moff, die sagt es gibt keine Unterschiede mehr zwischen Mitte links und Mitte rechts.

00:07:08: das ist wie eine Wahl zwischen Coca Cola und Pepsi Und so ein bisschen, finde ich, zeigt sich das in diesen Wahlergebnissen.

00:07:16: Also wir haben ja Heike, du hast es gerade gesagt die CDU in Mecklenburgs-Propermann spielt überhaupt keine Rolle mehr als Partei, die auf Bundesebene zumindestens die Partei ist, die am häufigsten regiert hat und auch ... sehr für die Mitte der Gesellschaft zumindest immer bezeichnet wird.

00:07:40: Aber auch die anderen Parteien, die Grünen sind gerade so reingekommen... Die Linke drüppelt da irgendwo rum.

00:07:47: Und wir haben aber eine sehr klare rechte Mehrheit mit der AfD im Landtag.

00:07:52: Spannend finde ich, dass die SPD so stark Stimmen hat und das finde auch einmalig für Mecklenburg-Vorpommern.

00:07:57: Darüber sollten wir reden.

00:07:58: Aber eben auch leider als krasser Trend ja in Sachsen-Anhalt und vor zwei Jahren in Thüringen wie AfD mit den höchsten Stimmen werden.

00:08:08: Ich find es interessant auch noch mal dieses Quote, weil ... Die SPD hat ja bei den letzten Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern noch mehr Stimmen gehabt.

00:08:20: Also im Vergleich zu ... haben die rund drei Prozent verloren.

00:08:26: und ich hab schon den Eindruck,

00:08:30: dass

00:08:31: die SPD, indem sie sich halt ähnlich wie in Brandenburg auf die Personen ihrer sehr beliebten Ministerpräsidentinnen konzentriert haben auch mit sehr vielen politischen handwerklichen Fehlern und Kritiken ihrer WählerInnen noch mal so einen Move gemacht hat, wir gegen den Rechtsextremismus.

00:08:55: Und das hat sich ausgezahlt?

00:08:57: Total offensichtlich!

00:08:58: Also ich hatte bis kurz vor Wahlergebnis eigentlich noch gehofft und irgendwie auch damit gerechnet dass die SPD in Mecklenburg-Vorpommern die meisten Stimmen bekommt.

00:09:09: auch noch mal zurückzukommen zu Chantal Moves, Zitat.

00:09:11: Also das sind alles in Anführungsstrichen die sogenannte Mitte der Gesellschaft und die so genannten Ränder.

00:09:17: aber hier hat man ja eine SPD gesehen, die ne sehr klare Haltung gegen rechts hat also eben nicht in diesem schwammigen Coca-Cola Pepsi Gedöns rumschwimmt sondern auch ne Haltung gezeigt hat und auch für ne Haltung belohnt wurde

00:09:32: Was übrigens auch dann als Grund genannt wird für das Ablösen der CDU am Ende, weil eben die Kampagne, die nach dem Erscheinen der Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt.

00:09:43: Die Kampagne, die die SPD gefahren hat war ja ... Die Frau gegen Blau, so ist sie aufgetreten

00:09:48: und

00:09:49: viele CDU-Wäller sind dann genau diesem Aufruf gefolgt und haben gesagt na gut entweder ich wähle die AfD oder ich wähl halt die Frau gegen blau und da hat die CDU wohl einen Politikwissenschaftler zufolge viele Stimmen eingebüßt.

00:10:03: Ich finde aber, was wir wirklich nicht vergessen sollten ist dieses katastrophale Ergebnis in der Fläche, das wir halt so ähnlich wie in Sachsen-Anhalt auch sehen, wenn wir auf die AfD schauen.

00:10:20: Was meinst du damit konkret?

00:10:22: Naja, es gibt einen Sechzig Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, in denen die AfD über sechzig Prozent der Zweitstimmen erhalten hat.

00:10:32: Also ... Es gibt sogar zwei Gemeinden.

00:10:36: Einmal Gruß Lukow, das liegt im Landkreis Vorpommerngreifschwald.

00:10:40: da hat die AfD achtundsechzig Komma sechs Prozent der zweit Stimmen bekommen und Wrangelsburg ist jetzt im selben Wahlkreis.

00:10:49: Da ist das Ergebnis ähnlich ausgefallen.

00:10:53: Und ich finde schon, es ist so ein sehr krass wie unterschiedlich Städte und städtliche Wahlkreise in Mecklenburg-Vorpommern gewählt haben und die ländlichen Regionen in der Fläche Und insbesondere dann wie unterschiedliches Halt zwischen Vorpommern im Osten und Mecklenburg in Westen ausgefallen ist.

00:11:18: Das heißt ja, dass so drei Viertel aller Wählerinnen oder mehr noch in einem Ort, wo man sich eh schon kaum den Leuten entziehen kann einfach für eine rechtsextreme Partei gestimmt haben.

00:11:28: Und das ist erst mal heftig für den Ort und die Menschen, die da leben aber natürlich auch mit Blick auf das Parlament im Landtag irgendwie auch erschreckend.

00:11:38: Und da frage ich mich, wir hatten jetzt so Gemeinsamkeiten zwischen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

00:11:45: Aber warum gibt es denn eigentlich in Mecklamburg Vorpommern nicht dieses sogenannte Demokratiegesetz wie den Sachsen Anhalt?

00:11:51: Das soll ja genau diesen Schutz vor AfD Blockaden herstellen, die das vielleicht auch hier jetzt bräuchte.

00:11:58: Dass es das in Meckenburg Vorpommern nicht gibt – gerade auch im Hinblick auf den Schutz des Landesverfassungsgerichts Das ist in der Verantwortung der CDU.

00:12:12: Und Juli, du hast ja gesagt ... Ja?

00:12:15: Die CDU hat sich auch nach den Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt überhaupt nicht klar positioniert.

00:12:23: Ich würde sagen die CDU hat in diesen fünf Jahren der Opposition im Sperriner Landtag einfach ... immer mehr wirklich Annäherung an die AfD vollzogen.

00:12:39: Auf der Ebene der Kommunen haben wir das von Julia auch immer wieder gehört, aber eben auch im Landtag.

00:12:46: und diese Schutzlücke für die Institution des Rechtsstaats mit ... Der muss jetzt der nächste Landtag weiterleben.

00:12:56: Und es gibt nicht mehr die demokratischen Mehrheiten, also zum Beispiel für Verfassungsänderungen braucht man halt zwei Drittel der Abgeordnetenstimmen.

00:13:07: Die hätte es im letzten Landtag in einer letzten Legislatur gegeben.

00:13:11: Jetzt gibt's die nicht mehr und die AfD ist in der Position zum Beispiel Vorschläge für Richterinnen zur Wahl am Landesverfassungsgericht zu blockieren.

00:13:25: Na ja, Juli, du hast die CDU sozusagen auf der kommunalen als auch auf der Landtagebene ziemlich dicht mitgekriegt.

00:13:33: Wie würdest Du denn das beschreiben?

00:13:35: So wie hast Du die erlebt?

00:13:37: Wirst Du sie

00:13:37: vermissen?".

00:13:40: Also, man muss dazu sagen ich bin ja in Bayern sozialisiert.

00:13:44: Mein Sternzeichen ist quasi Markus Söder und ich bin schon katholisch aus dem Mutterleib rausspaziert.

00:13:50: Das sind hier V- und natürlich ganz andere Verhältnisse.

00:13:53: Ich habe mal geguckt, hier sind drei Prozent der Bevölkerung verstehen sich als Katholiken und im Bayern zum Gegensatz vierundvierzig Prozent.

00:14:01: Und das dürfte auch einer der Gründe für dieses Ergebnis gewesen sein.

00:14:05: zu später mehr Vermissen ist natürlich ein großes Gefühl.

00:14:09: Ich bin mit einem bestimmten Wertesystem aufgewachsen, ich habe das in den letzten Jahren geupdatet glücklicherweise aber es ist für mich trotzdem schon eine große Neuerung dass die CDU hier quasi verschwindet mehr oder weniger Und wir wissen auch, aus der mecklenburgischen Seenplatte hatte ich euch ja damals erzählt zum Fördertopf Demokratieleben.

00:14:32: Dass da bereits gemeinsam mit Enthaltungen vom BSW und mit der AfD schon Demokraten erheblich geschadet wurde mit der Streichung von Fördergeldern.

00:14:44: Ja also vieles hat sich schon angedeutet glaube ich was man jetzt auch umso mehr spürt und jetzt auf schwarzer weiß hat.

00:14:50: Dann nimm uns doch mal mit in so lustige Orte wie die Mecklenburgische Seenplatte, Juli bitte.

00:14:58: Lustige Orten will ich sehr gut!

00:15:00: Ich probiere mal mein Bestes.

00:15:02: also als wir es hier besprochen haben.

00:15:04: und die Wahlergebnisse das ist jetzt natürlich eine Realität in einem V die existiert.

00:15:08: Ich möchte das nochmal ganz deutlich auch sagen was eigentlich das Resultat jetzt ist unabhängig davon wenn man über Zahlen spricht im künftigen Landtag von Mecklemburg-Vorpommern Sitzen jetzt Menschen, die Migranten herabgewürdigt haben.

00:15:23: Die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind und die nachweislich Kontakte in die rechtsextreme Szene pflegen.

00:15:31: Da gibt es jetzt viele Beispiele...

00:15:34: Der Bankräuber?

00:15:35: Zum Beispiel!

00:15:37: Und das wird jetzt die neue Realität sein.

00:15:39: so dieses MV existiert und daran ist nichts mehr zu rütteln.

00:15:43: Gleichzeitig gibt es aber natürlich auch immer verschiedene Möglichkeiten, wie man Bundesländer erzählen kann.

00:15:49: Und ich möchte heute mit euch mich an ein anderes Narrativ wagen und zwar einem Narrativ was natürlich die Wahl auch spüren wird, aber was vor allem den Alltag der Menschen hier abbildet, die sich ja nicht seit gestern und nicht erst nur wenn irgendwie eine Wahl ist und allen Medien in ganz Deutschland einfällt ach so oben rechts gibt's ja auch noch so im Bundesland sondern die das immer machen und auch ohne besonders große Medienwirksamkeit.

00:16:15: Und deswegen fahren wir jetzt mal los, und zwar vierzig Kilometer nordwärts im Tulensesee vorbei und zwar noch in Neubrandenburg.

00:16:23: Hier machen wir erst einmal einen Boxenstopp bei LobbyMV.

00:16:28: Die hatten wir schonmal in der Folge zur rechte Gewalt genau so wie die mobile Opferberatung in Sachsen-Anhalt

00:16:34: Und

00:16:35: ich erinnere mich noch ganz gut an die Folge, weil das war eine Folge mit erschreckenden Zahlen und Ergebnissen.

00:16:40: Ich erinner nur daran wie hoch die zahlenrechte Gewalt in beiden Bundesländern sind.

00:16:46: also Mecklenburg-Vorpommern steht da auf Platz eins im Bundesranking Dachsen-Anhalt auf Platz vier traurige Spitzenreiter mal wieder hier.

00:16:55: aber auch beide hatten gemeinsam wie hoch der Rassismus innerhalb dieser Zahlen oder innerhalb dieser Taten vertreten ist Und für mich immer noch die schlimmste Zahl, wo mir wirklich das Herz blutet.

00:17:07: Wie stark Kinder und Jugendliche von rassistischer Gewalt betroffen sind.

00:17:12: Und gleichzeitig auch wie Jungen die Täter erinnern geworden sind in beiden Bundesländern und darüber hinaus.

00:17:18: Also ja, Lobby eV!

00:17:20: Ich hoffe heute kommt bessere Zahlenergebnisse?

00:17:24: Ja ich hab mit Robert von der Lobby gesprochen Und ich wollte von ihm wissen, wie die Lobby, die ja mit sehr vielen unterschiedlichen Mittroffenen rechter Rassistischau und antisemitischer Gewalt zu tun haben.

00:17:40: Und die unterstützen und begleiten, wie sie eigentlich auf das Wahlergebnis schauen und auch auf die Ambivalenzen.

00:17:48: Sieben von sechsunddreißig Wahlkreisen mit rund fünfzig Prozent für die AfD sind natürlich erschütternd!

00:17:53: Das spielt offenbar ... gar keine Rolle, was das Angebot ist.

00:17:57: Wie niederträchtig die Parolen, wie leer die Floskeln, wie kompetent die Kandidaten über ein Drittel der Wählenden in MV hält dieses Angebot offensichtlich schon besser als irgendein demokratisches.

00:18:08: und auch das parallel zu bürgerlich-konservativen Inszenierung der AfD mittlerweile nicht mal mehr eine kosmetische Abgrenzung zur Neonazis stattfindet egal ob es die eigenen Reihen betrifft oder die Sympathisanten.

00:18:20: da sieht die Partei offensichtlich überhaupt gar keine Notwendigkeit mehr, das noch irgendwie einzufangen.

00:18:25: Also die Neonazisszene und auch die gewalttätige Neonazi-Szene findet offene Arme vor und sieht sich von den Erfolgen der Partei ermächtigt nur ein Beispiel zu nennen am Rande des CSD in Wismar.

00:18:39: Noch vor der Wahl zückt ein AfD-Sympathisant einen Messer gegen Überteilnehmerinnen der Parade und bedrohte sie.

00:18:45: Vorher haben er und sein Begleiter der AfD-Fahren als Umhang trug, Parolen mit Bezug auf den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt gebrüllt.

00:18:53: Am Rande der Veranstaltung im Wahlkampf sah man immer wieder Neonazis in eindeutiger Kleidung wie Selfies mit den Gräunden der Partei machten.

00:18:59: also das resoniert auf jeden Fall miteinander und das Ergebnis hat natürlich auch insgesamt mit Blick auf die Zahlen gravierende Folgen wenn jetzt eine extremen rechte Partei einen großen Teil einer der drei Gewalten besetzt Angefangen bei der Sperrminorität, aber auch weiter gedacht mit den banalen Möglichkeiten des parlamentarischen Alltags.

00:19:20: Sie können alleine Untersuchungsausschüsse einsetzen und halten Zugang zu Informationen nicht nur durch kleine Anfragen die sie jetzt schon mehr bis zum Excess genutzt haben und die sie auch weiter nutzen werden um auch gegen die demokratische Zivilgesellschaft anzugehen.

00:19:34: Sie haben natürlich ein enormes Mehr an Ressourcen plus es fehlt jegliche demokratische Oppositionen.

00:19:40: Okay, das waren ja deutliche Worte aus Neubrandenburg.

00:19:43: Vielen Dank an LobbyMV!

00:19:46: Ich würde euch einmal wieder ins Auto einpacken und weiterfahren mit euch nach Malchien.

00:19:52: Dort stoßen wir auf dem Thema was natürlich auch Wahlkampfthema war in politischen Debatten sowieso immer sauerheiß gekocht wird hier im MV.

00:19:59: Das ist das Thema Moa weil Mv ist mit Tausend Hektar eines der moorreichsten Bundesländer und der überwiegende Teil davon befindet sich in landwirtschaftlicher Nutzung.

00:20:10: So, deswegen gibt es hier natürlich verschiedene Interessenskonflikte seit Jahrzehnten Und da müssen wir einmal genauer hingucken.

00:20:18: Stellt euch Folgendes vor, wir fahren jetzt so ein Feldweg entlang, parken unser Auto, steigen aus und jetzt wechseln wir das Gefährt um zum Moorbau anzukommen.

00:20:27: Wir müssen erst mal in einen Spanentretboot, um über die Pene zu fahren.

00:20:33: Dort treffen wir viele Menschen, die gerade neu denken wie eigentlich ich würde sagen vor allem Kommunikation zwischen diesen verschiedenen Interessen stattfinden kann.

00:20:43: Und eine Freundin, aber auch Kollegin von mir.

00:20:46: Es war nicht ihr Vortag.

00:20:47: Macht eben bei Moorbauern gerade ein Projekt und ich habe sie gefragt ob Sie da mal mir ein Statement zu geben könnte was so ein Wahlergebnis jetzt mit ihrem Engagement?

00:20:59: Aber auch Ihrem Hintergrundwissen zum Thema Moa eigentlich mit ihrem Macht.

00:21:03: Es bereitet mir auf jeden Fall Sorge dass eben jetzt gerade eine Partei an die Macht kommt die international wissenschaftlich anerkannte Fakten leugnet Geologie getriebene Lügen verbreitet und Unsicherheit führt, um sich selbst als Held zu inszenieren.

00:21:22: Weil das glaube ich unsere Aufgabe einen neuen Umgang mit den Mooren zu finden noch komplexer macht.

00:21:29: Ich war hier den ganzen Sommer in diesem Moor weil wir gemeinsam mit verschiedensten Menschen versucht haben ein Weg hineinzubauen ganz viele Dinge gelernt und unter anderem eben, dass wenn wir einen neuen Umgang mit den Mohren finden wollen.

00:21:50: Das bedeutet eben das wir die Mohre nicht weiter entwässern weil sie damit

00:21:56: täglich

00:21:57: zur Erderwärmung beitragen Und wir deshalb eben eigentlich lernen müssen mit nassen Mooren zu leben und auf nassen moorn Landwirtschaft zu betreiben.

00:22:06: Ja und um das zu schaffen haben wir gelernt dass wir eigentlich ganz viel Mut brauchen diese neuen Arten der Bewirtschaftung auszuprobieren, sich vielleicht auch vorzustellen wie es wäre in einem Haus zu leben ohne einen Keller.

00:22:21: Wir haben auch gelernt dass es Vertrauen braucht in sich selbst weil das war hier auf dem Fahrt ganz oft die Dinge vielleicht am Anfang nicht so funktionieren wie man denkt oder man eben spontan Lösungen finden muss für auftretende Probleme und vielleicht auch dieser Weg eine neue Form des Lebens mit dem Wasser in der Landschaft auch am Anfang ziemlich ungewohnt erscheint.

00:22:48: Und zuletzt haben wir aber auch gelernt, dass man ganz viel Spaß braucht das um sich irgendwie sowas Ungewohnte hineinzuwagen man miteinander lachen kann muss und sich gegenseitig überraschen und eigentlich obwohl man dieses Ziel im Hinterkopf hat am meisten es wichtig ist den Prozess gemeinsam zu genießen.

00:23:07: und all diese Punkte würde ich aber sagen diesen Mut zu haben, das Vertrauen in sich selbst und auch gemeinsam Spaß zu haben versetzt uns eigentlich immer ziemlich verletzlichen Zustand dieses sich gemeinsam ins Ungewisse wagen.

00:23:24: Und ich habe eben Sorge dass die AfD, die den Klimawandel leugnet eine rechte Ideologie verfolgt auch an den Moren wenn man sich anguckt welche Argumente sie verwenden für Natur- und Artenschutz und ihre Macht eigentlich durch Angstmacher ausbaut, genau diesen ja schon verletzlichen Zustand des Lernens- und Umstellens eben ausnutzt.

00:23:48: Und den Menschen erzählt das sie weitermachen können wie bisher.

00:23:54: Und ihnen damit eigentlich das Recht nimmt was die haben auf eine Zukunft.

00:24:00: Auf eine Zukunft die eben aufregend ist in der wir miteinander gestalten und eben auch einfach Antworten finden auf den Klimawandel im Lokal antworten, die für uns im Lokalen ganz große neue Chancen bergen und uns auch einfach absichern.

00:24:19: Ja und was ich mir wünsche für die Moore?

00:24:23: Ich glaube

00:24:24: für

00:24:25: die nächsten Jahre wünsche ich mir vor allem eben Orte zum Ausprobieren an denen wir uns trauen gemeinsam uns verletzlich zu zeigen und vielleicht auch Ängste zu äußern, und zugleich einen Wünsche für die Moge.

00:24:44: Und einander dort zuhören.

00:24:46: An diesen Orten eben uns dann nicht mit dieser Härte begegnen, die uns die AfD gerade vorlebt, sondern dass wir eben sonst miteinander bleiben – und es trotzdem bagen, in dieses ungewisse Hineinzugehen!

00:25:02: Weil das ist was die Moere uns lernen wenn man hatte einen unstabilen Boden unter den Füßen, wenn sie nass sind.

00:25:10: Aber man hat so einen großen, weiten, offenen Himmel über sich.

00:25:15: Das haben wir ans Justen immer beigebracht und ich glaube da steckt viel drin für unsere Gesellschaft.

00:25:22: Puh, das ist total schön.

00:25:25: Ich hab ja irgendwie so eine diffuse Angst vor Moa aber es hat mich doch jetzt irgendwie anders gestimmt und sehr neugierig gemacht nicht nur auf die Zukunft, die politische sondern auch auf das gegenwärtige Moa.

00:25:37: dann würde ich gerne noch mit jemanden aus der Wissenschaft sprechen und zwar ganz konkret über die Wahl.

00:25:44: Kein Problem wir sind zurück im Auto zu einer unserer Uni-Städte in Mecklenburg-Vorpommern, nämlich nach Greifswald.

00:25:52: Da hab ich selber auch knapp drei Jahre gewohnt und die Uni da ist übrigens eine der ältesten in ganz Deutschland sowie im Ostseeraum.

00:26:00: Da treffen wir Jochen Müller, der ist Politikwissenschaftler spezialisiert auf Wahlen, Parlamente und Parteien.

00:26:07: Und ich wollte euch mal zurückfragen, welche Fragen ihr denn an ihn habt?

00:26:11: Also ... Ich muss ja sagen, Echt so eine super, super lange Fragenliste an ihn.

00:26:19: Angefangen von wie bewertet er die Stadt Landdichotomie?

00:26:25: Wie schaut er auf die AfD aber auch die SPD?

00:26:30: Also ...

00:26:30: Die Fragen sind sehr viele.

00:26:33: Stell doch mal die Erste!

00:26:34: Was ich wirklich von Jochen Müller wissen will... Auch mit dieser Landkarte von MV im Hinterkopf wo das Landblau ist, also AfD-Land und die wenigen roten SPD zweitstimmdominierten Städte städtischen Wahlkreise rausstechen.

00:26:55: Also ich will von Jochen Müller wissen, welche Entwicklung spiegeln sich da drin?

00:27:00: Und was können demokratische Parteien daraus lernen?

00:27:03: Die Fläche wählt ja nicht!

00:27:06: Wenn Sie jetzt nach Schwerin ziehen, dann werden sie wahrscheinlich nicht sofort anders wie Sie jetzt wählen.

00:27:11: Wenn sie nach Anklam ziehen, dann ändert sich das auch nicht von einen Tag auf den anderen.

00:27:14: Oder was ich damit sagen will die Bevölkerung in diesen verschiedenen Teilen des Landes ist einfach extremst unterschiedlich zusammengesetzt.

00:27:22: also es sind wie wir jetzt so Fachbegriff sagen wir ein Kompositions Effekte weil eben bestimmte Herausforderungen Die aus dem Job und aus der persönlichen Lebenssituation sich ergeben andere sind aufm Land als in der Stadt.

00:27:39: Das hat etwas mit formaler Bildung und damit auch mit Zukunftsaussichten und Bedrohungswahrnehmungen zu tun.

00:27:46: Es hat was teilweise auch mit Geschlecht zu tun, mit einem systematischen Wegzug ein bisschen auch mit Alter städtische Bevölkerung tendenziell.

00:27:54: Jüngere verschiedene Faktoren die dazu beitragen dass die Bevölkerung auf dem Land andere Sichtweisen hat.

00:28:02: Und dann sieht man natürlich auch diese Wegzugsbewegung sind ja nicht zufällig Personen vielleicht in welcher Weise auch immer anders sind, die ziehen dann vielleicht nach Kreiswald oder Rostock.

00:28:15: Und in der Konsequenz ist die Bevölkerung anders zusammengesetzt.

00:28:18: und genau das Ähnliches gilt für die Zusammensetzung von Mecklenburg also den Bestteil des Landes und Vorpommern weil Mecklernburg teilweise ja sogar noch irgendwie Teil der Metropolregion Hamburg ist.

00:28:30: man muss da nicht unbedingt irgendwie umziehen kann pendeln könnte schon immer pendeln und vorpommern insbesondere die östlichsten Teile des Landes sind dann eben geprägt von ehemals stärkere, viel höherer Arbeitslosigkeit.

00:28:43: Größerer Wegzug und auch noch mal was die Zusammensetzung nach Alter angeht eine weniger junge Bevölkerung.

00:28:50: Das kommt alles zusammen.

00:28:51: Genau deswegen wissen nicht nur die Fläche, es sind verschiedene Merkmale zusammengekommen.

00:28:57: Wenn man vergleicht etwa das Wahlverhalten einer jungen gut ausgebildeten Frau in einer Universitätsstadt mit dem jungen, weniger gut ausgebildeten Mannes auf dem Dorf.

00:29:11: Dann sehen wir eben fundamental anderes Wahlverhalten was in erster Linie auch Ausdruck ist von unterschiedlichen Sichtweisen und immer noch wichtig.

00:29:21: der Faktor der Durchschläge beim Wahlverhalt sind eben migrationskritische bis fremdenfeindliche Einstellungen die AfD-Wahl deutlich wahrscheinlicher machen und wichtiger sind als Kontext oder Deprivation.

00:29:36: Mich würde auch was interessieren.

00:29:37: Und zwar finde ich das total spannend, dass die SPD so viele Stimmen trotzdem gewonnen hat.

00:29:43: und man hat ja auch gesehen – und ihr habt ja auch schon gesagt der Wahlkampf war ja eigentlich schwesig gegen die AfD!

00:29:50: Das hat total gut.

00:29:51: trotzdem funktioniert.

00:29:53: und

00:29:54: ich

00:29:55: komme aus dem Bundesland Sachsen-Anhalt wo immer die CDU regiert hat, schon immer und sehe das so als starken Kontrast noch zu Mecklenburg-Vorpommern.

00:30:04: Und würde mich total interessieren, was heißt denn eigentlich SPD?

00:30:09: Was hat sie so viel besser gemacht in

00:30:10: Mecklmburg-Vorpommern?".

00:30:12: Ich glaube manche Sachen können nicht so richtig übertragen werden.

00:30:15: Das ist schon auch eine Partei die jetzt sehr lange regiert seit deiner Zeit.

00:30:20: Da geht es dann wirklich viel um Regierungshandeln und nicht nur oder weniger um konzeptionelle programmatische Überlegungen.

00:30:29: Die Abgrenzung zur Bundesregierung, die war ja dann auch an verschiedenen Stellen hörbar.

00:30:33: Da geht es um Vertreter in Nordostdeutscher Interessen.

00:30:38: Das

00:30:38: geht schon auf viel um Regierungshandeln und die SPD ansonsten ist auch heterogen.

00:30:46: Darf man ja nicht vergessen diese Wahl- Bundemischung eigentlich von der Herkunft und Vorerfahrungen der Abgeordneten.

00:31:04: Aber das bedeutet natürlich auch, dass eigentlich die Hälfte der Abgeordnete genau weiß, dass sie ihren Job nur manöchler Schwesig zu verdanken haben?

00:31:13: Was soll immer das dann fürs Innenleben so einer Fraktion bedeuten?

00:31:16: Die führt es schon stark an ist dann eher eine Frage was kommt da so nach hier personell?

00:31:21: Ja das sind vielleicht die zentralen Punkte.

00:31:23: Das ist schon ein klassisches SPD-Programm, das die ja auch präsentiert hatten.

00:31:27: Also es ging dann nicht nur um die Frau in Blau.

00:31:29: Wenn man das Programm liest, taucht natürlich jetzt viel mehr und da sind das immer klare sozialdemokratische Positionen.

00:31:34: ein Ding dass sie hier so vorangestellt hat war ja die kostenfreie Kita.

00:31:39: Das ist ja auch irgendwie eine finanzielle Erleichterung für alle die Kinder haben.

00:31:45: arg viel mehr kann man als Land nicht entlastet verursacht natürlich relativ hohe Kosten.

00:31:50: das lässt sich nicht vermeiden.

00:31:53: Man muss auch regelmäßig daran erinnern dass man das gemacht hat.

00:31:55: also uns vergessen die Leute was was man da tut.

00:31:58: Aber ansonsten versucht sie auch andere Sachen in den Vordergrund zurück.

00:32:02: Ich kriege jetzt viel über die Spitzenkandidatin, Ministerpräsidentin, aber es gilt für die Partei auch Erfolge an anderen Stellen dann, wo man mit den Linken zusammen das Lehramt reformiert hatte und wieder Lehrer eingestellt hat.

00:32:13: Das sind Ansiedlungen von Wirtschaftsunternehmen, Rechenzentrum usw.. Es ist nicht nur soziale Themen sondern tatsächlich so das.

00:32:22: gewöhnliche Regierungshandel, möchte ich mal sagen.

00:32:25: Gut was man nicht vergessen darf das ist ein kleiner Landesverband also es sind irgendwie nur drei tausend zweihundert Mitglieder oder sowas.

00:32:34: ja was auch wiederum bedeutet dass irgendwie ein prozent der spd-Mitglieder sitzt im Landtag.

00:32:39: wenn wir dann noch berücksichtigt haben Personen mitarbeiten und irgendwo anders sitzen dann ist das schon eine von der parlamentarischen Arbeit geprägte Partei.

00:32:48: Und Juli hast du Jochen Willer auch zu diesem krassen Wahlniederlagenabend für die CDU gefragt?

00:32:58: Selbstverständlich.

00:32:59: Das war unser Main-Topic unseres Gesprächs!

00:33:02: Ich fasse euch kurz zusammen, was ich gelernt habe.

00:33:05: Er hat mir verschiedene Gründe dafür das Abblusen der CDU genannt.

00:33:09: Einerseits geht es um die Unbeliebtheit des Bundeskanzlers also da geht's jetzt weniger um einzelne politische Entscheidungen sondern dass Regierungshandeln in seiner Gesamtheit die Art wie er führt.

00:33:19: Diese Probleme hat Manuela Schwesig und die SPD natürlich nicht.

00:33:23: Die haben währenddessen die Kampagne Frau gegen Blau gefahren, viele der CDU-Wähler vor die Entscheidung gestellt, welch Schwesigg oder welle die AfD?

00:33:32: Viele haben das eben auch gemacht.

00:33:33: Es gibt eine Historie auf der zum Beispiel Schwesigh aufbauen konnte.

00:33:38: Seit Schwesich gab es fünf verschiedene CDU-MV Vorsitzende, nicht so die Möglichkeit hatten, sich jetzt zu inszenieren als Mensch oder Politiker oder möglicher Ministerpräsident.

00:33:51: Und Manuela Schwesig hatte da auch Vorgänger, die ebenfalls hohe Beliebtheitswerte schon hatten und konnte darauf aufbauen – dann natürlich strukturelle Voraussetzungen eben dass die CDU-Basis im Vergleich im Westen ein kirchliches Milieu bedient Katholiken und Kirchgänger usw.

00:34:09: Das ist in einem V krass anders, deutlich schwächer ausgeprägt.

00:34:14: Und das so hat Jochen Müller mir die CDU eingeordnet?

00:34:19: Ich meine, das ist schon wirklich total interessant.

00:34:24: Nach wie vor finde ich ja, braucht es eine Analyse dazu ... rechts die CDU geworden ist in der Opposition, also auch wirklich noch mal

00:34:37: im

00:34:38: Vergleich zu Sachsen-Anhalt wo sie ja regiert hat und ob das eigentlich auch wie so eine schnell Radikalisierung bei Teilen der CDU befördert wenn sie sowieso schon in der opposition sind.

00:34:53: Und ob das möglicherweise auch in anderen Bundesländern bevor steht.

00:34:59: Also siehe Berlin.

00:35:02: Mich hat aber noch was anderes interessiert in dem Gespräch, das du mit Jochen Müller geführt hast.

00:35:08: ja also es ist ja schon klar Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind gerade die einzigen ostdeutschen Bundesländer mit einer stabilen Regierungsmehrheit.

00:35:20: Potenziell Mecklemburg Vorpommern auch!

00:35:23: Und eine große Mehrheit in Meckleburg Vorpaarmann hat sich dann eben doch für demokratische Parteien entschieden.

00:35:29: Gibt es da Hoffnung, was passiert jetzt eigentlich?

00:35:32: Ja ich glaube das könnte eine der kürzesten Koalitionsverhandlungen wären in den letzten Jahren, die wir an den Bundesländern gesehen haben.

00:35:39: Keine der drei Parteien hat relevante Schnittmengen mit der ASD und dann bleibt nur eine einzige Option der Zusammenarbeit wie auch immer man das dann irgendwie technisch aufsetzt zwischen der SPD, den Grünen und diese drei Partei haben bei vielen politischen Fragen der Landespolitik sehr ähnliche Position.

00:36:02: Ob die jetzt immer alle gleich gut miteinander können und ob sie vielleicht auch noch genervt sind von den Auswirkungen des Wahlkampf, denen der jeweils andere gemacht hat das sei mal dahingestellt aber es gibt keine Alternative.

00:36:16: Ja Eine interessante Sache hat Jochen Müller mir auch noch verraten über eine Besonderheit in einem V. Stichwort Polarisierung, die auch hier unabhängig von den Wahlergebnissen eine saugroße Herausforderung ist und seine Antwort will ich euch natürlich nicht vorenthalten.

00:36:33: Das finde ich spannend weil Polarisierungen sehr wirklich heiß umstritten, ob es die überhaupt gibt

00:36:40: Fast egal welches Thema man sich aussucht wenn man Menschen befragt oder nicht nur befragt, einfach mit denen spricht privat beruflich wie immer.

00:36:49: Dann treten sehr unterschiedliche Sichtweisen zu Tage wo es bisweilen wenig Überschneidung gibt also fundamentale unterschiedliche Wahrnehmungen der Wirklichkeit.

00:37:00: was entbringende Probleme und wie geht man damit um?

00:37:04: Und da muss man jetzt gar nichts sagen auf welcher Seite man steht.

00:37:08: Sondern es gibt eben in der Wahrnehmung vieler Menschen zwei Seiten.

00:37:11: Die eine ist die richtige, die andere ist die falsche, je nachdem wo man sich befindet und alle anderen liegen falsch.

00:37:17: Ich habe natürlich kein Blatt vor den Mund genommen und ihn sofort auf das Trigger-Thema Wolf angesprochen Und er hat mir verraten dass das nächste Tier schon im Kommen ist.

00:37:27: Es soll demnächst um den Biber gehen.

00:37:30: auch da werde ich für euch berichten.

00:37:32: Ich wusste

00:37:39: gar nicht, dass Biber so triggern können wie Wölfe.

00:37:43: Ihr müsst mal noch die Min fahren.

00:37:44: das ist die Stadt der Biber.

00:37:47: Da werden wir dem nächsten Boxenstopp nochmal einlegen.

00:37:52: aber wir lassen nach einmal kurz Ulrike Ziegel Zu Wort kommen eine Stimme aus dem ländlichen Raum, die sich hier an der mecklenburgischen Seenplatte in verschiedenen gemeinnützigen Vereinen engagiert.

00:38:04: Zum Beispiel den Regionalbündnis Mecklenburger Schweiz.

00:38:07: und in ihrer Gemeinde haben fiftyfünfzig Prozent AfD gewählt also jede zweite Person und sie hat natürlich deswegen auch ne bestimmte Perspektive auf Polarisierung.

00:38:16: Also mit dem Wahlergebnis das lässt mich relativ fassungslos zurück.

00:38:24: Dass es sich wirklich verdoppelt hat erklärt sich mir auf gar keinen Fall, also das kann auch nicht nur einen März mit diesem Spruch der natürlich scheiße war auslösen.

00:38:35: Aber es lässt ein wirklich fassungslos zurück.

00:38:37: bei uns in der Gemeinde sind es fifty-fünfzig Prozent,

00:38:40: d.h.,

00:38:40: jeder zweite hat die AfD gewählt und ich glaube auch nicht mehr dass die Leute nicht wissen was sie da wählen und das beunruhigt.

00:38:51: Die Wahlergebnisse beeinflussen unsere Arbeit In dem Sinne, dass es ist nicht so das nur die Wahlergebnisse sind.

00:38:59: Es war auch vorher schon so, dass polarisierend und die Gesellschaft gespalten wurde und immer wieder Rechte sich unter Veranstaltungen gemischt haben und versucht haben sie zu stören um einzuschüchtern und zu verunsichern.

00:39:13: Und klar man hat jetzt einfach Angst, dass noch mehr passiert.

00:39:17: Wir machen natürlich trotzdem weiter und hoffen, dass die Stimmung sich irgendwann wieder ändert und die Gemeinschaft wieder weniger feindselig ist.

00:39:25: Und was wir am meisten brauchen, ist natürlich Vernetzung besonders auf den kleinen Dörfern – es ist wichtig damit man sich nicht so ganz alleine fühlt weil wenn man weiß dass man hier so fünfundfünfzig Prozent AfD hat dann ist das noch etwas anderes als so vielleicht irgendwo in Rostock wo man auch mehr Zulauf hat.

00:39:44: also das ist schon nicht immer einfach.

00:39:46: Was gebe ich den Leuten mit?

00:39:48: Also, ich will auf jeden Fall sagen, gebt nicht auf.

00:39:50: Wir müssen mit aller Kraft die Räume für Vielfalt und demokratische Miteinander erhalten.

00:39:56: Das ist so meine These jetzt für alle aber ich denke dafür wurde ja auch das Miteinander bewegen Netzwerk ganz schön genutzt und Ja, das sollten wir auf jeden fall nicht aufgeben.

00:40:11: Ist eine schöne Stimme Und das finde ich auch wichtig.

00:40:14: Miteinander ist das

00:40:15: Wichtigste.".

00:40:17: Das ist ja auch was, womit sich viele Menschen in Sachsen-Anhalt beschäftigt haben nach der Wahlstimmenzeige?

00:40:22: Also absolut, dieser Appell von ihr.

00:40:26: Wir müssen mit aller Kraft die Räume für Vielfalt und demokratisches Miteinander erhalten.

00:40:32: Das spiegelt sich auch wieder in einer Analyse und in einem Papier aus Sachsen-Anhalt von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen unter anderem LAMSA, den Landesmigrantinnen, Selbstorganisationsnetzwerk ... Von Josefina Häusinger, von der Hochschule in Magdeburg.

00:40:54: Von David Bekrich, von Miteinander IV und anderen.

00:40:58: das Papier empfehlen wir euch wirklich allen sehr.

00:41:02: es heißt the days after Empfehlungen für die Zivilgesellschaft.

00:41:08: wer verlinkt uns natürlich in den Schaunotes.

00:41:10: Und auch wenn das ganze Papier so lesenswert ist, dass ich es am liebsten komplett vorlesen würde.

00:41:17: Will ich hier nur auf einen Aspekt wirklich nochmal hinweisen den nicht angesichts des Scheitern der CDU an der fünf Prozent für den MV und der Niederlagen der CDU in Berlin und Sachsen-Anhalt wirklich mit euch diskutieren will, nämlich diese Selbstzuschreibung der AfD.

00:41:42: Wir sind die neue Volkspartei und wir sind die

00:41:46: Neue-Mitte-Partei.".

00:41:47: Und wie gefährlich das ist wenn mir jetzt sehen dass das in der Berichterstattung nach der Berlinwahl Aber eben auch in der Berichterstattung über die Ergebnisse Insachsen-Anhalt und in Mecklenburg Vorpommern, wie sehr das so ein Wiederheil hat.

00:42:08: Ich weiß nicht, wie ihr das wahrnimmt aber ich finde es mega gefährlich!

00:42:13: Ja, das nehme ich schon.

00:42:14: Ich nehme das bloß nicht als neues Phänomen war, sondern als was, was sich schon so lange ... zeigt und ausbreitet und ja auch damit irgendwie sukzessiv mehr und mehr und mir stimmen holt.

00:42:27: Und was ich viel stärker aber noch wahrnehme ist, dass daraus quasi wie als Ergebnis kommt das wir ihr das abnehmen also wie stark sich einfach so ganz viele Medienstimmen, aber auch Alltag ganz viel nach rechts verschoben hat.

00:42:43: Also dass wir nicht nur die AfD ihr Volkspartei sein abnehmen was einfach überhaupt nichts so ist sondern dass das Volk auch irgendwie entsprechend sich positioniert.

00:42:53: Das macht mir große Angst.

00:42:55: Mein Gedanke ist... Dass viele wirklich schlecht bei Kommunikation sind und dass ich einfach Also häufig ist, wenn die AfD irgendwas sagt dann reagieren alle darauf.

00:43:09: Da machen wir hundert Jahre Ursachenforschung und wir gucken uns an was sie gesagt haben und wir schreiben dann zwanzig Seiten darüber was daran schlecht war.

00:43:17: aber es ist bisher meiner Erkenntnis zufolge oder meiner Wahrnehmung zufolgen nicht vorgekommen dass es jemand besser gemacht hat oder das jemand diese Aufmerksamkeit die gebündelt und der Fokus der Gebündel dann auf der AfD liegt einfach da weg nimmt und sagt okay ne wir sind die Volkspartei Versteht ihr, was ich meine?

00:43:36: Also es ist häufig ein reaktives Verhalten.

00:43:40: Total!

00:43:40: Das stimmt... Ich glaube das sind so zwei Dinge aber es ist auch häufig medial oder politisch ein rektives Verhalt.

00:43:47: Gleichzeitig politisch muss man um bestimmte Grenzen zu setzen und auf manche Punkte eingehen.

00:43:55: Ich bin froh, dass sich keine andere Partei als Volkspartei benennt.

00:44:00: Denn schon allein dieses wording oder diese Idee dahinter fühlte ich für ein ganz stark rechtes Ding und ich finde auch was ich damit meine mit.

00:44:08: auch das Volk hat sich entschieden nach weiter Recht zu rücken ist auch wir hatten ja jetzt in Berlin die Wahlen und wo die Linke auf Platz eins gekommen ist Und ich habe in den letzten Tagen Ein so heftiges Medienecho wahrgenommen, wo medial sich auch irgendwie eine Einigkeit herrschte.

00:44:28: Wie schrecklich das jetzt alles ist und wir können da vielleicht auch unterschiedlich darüber diskutieren.

00:44:34: aber das habe ich nicht gesehen dass wir hier unterschiedlich drüber diskutieren sondern es gab ne sehr geschlossene Anti-Haltung die ich bei der Berichterstattung über die AfD schon lange vermisse Und wir reden hier nicht über zwei Dinge, die man gleichermaßen verteufeln sollte meiner Meinung nach.

00:44:48: Ich will überhaupt nicht das Hufeisen aufmachen!

00:44:51: Ich finde es nur erschreckend wie bei einer Partei, die sich für eine Mietbremse in Berlin einsetzt reagiert wird, während wir von der hardcore rechtsextremen rassistischen Partei mit der so milde umgehen.

00:45:07: Das ist genau der Punkt ja?

00:45:09: Wir sehen wie erfolgreich die AfD in ihrer Selbstinszenierung als Partei der neuen Mitte schon ist.

00:45:20: Nicht nur bei ihren Wideren, sondern eben auch bis weit in die Mitte des medialen Diskurses.

00:45:28: so und deswegen will ich euch das noch mal ans Herz legen dieses Strategie-Papier und dieses Analysepapier aus Sachsen-Anhalt weil es genau darauf eingeht ja Weil die Autorinnen eben sagen, es braucht eine strategische Option, Zitat den Delegitimierung und Begriffsumdeutung entgegenzutreten.

00:45:55: Die auch zu der Wahrnehmung führen dass die Zivilgesellschaft also kurz als NGOs diffamiert und bezeichnet der wahre Feind der Demokratie sei, die eine fremde Agenda verfolgt.

00:46:11: Währenddessen stellen sich rechtradikale menschenfeindliche Akteure und ihr Handeln also wirklich demokratische Alternative da.

00:46:19: Und ich finde das spiegelt sich eben auch in diesem Diskurs wieder dem jetzt nach Berlin-Wahl sehen so wie du gesagt hast Katharina aber eben auch Mega schnellen Normalisierung und Gewöhnung an die Wahlerfolge von einer verfassungswidrigen Partei.

00:46:38: Wobei ich auch dazu raten würde, nicht nur im Rahmen einer Partei zu denken sondern wir sprechen ja auch ganz viel über Normalisierungsprozesse und so weiter.

00:46:47: Also das Phänomen ist ja schon viel größer als jetzt diese Wahlerfolge die wir beobachten nämlich wer begegnet mir im Alltag?

00:46:54: welche antisch-semitischen Sprüche muss ich mir schon wieder bei OBI anhören?

00:46:58: oder es ist normal dass die da um vier Uhr nachmittags gesagt werden Errichtsextremen Zeitschriften werden am Flohmarkt verkauft und so weiter.

00:47:07: Also quasi das Phänomen in seiner Größe, uns in seiner Dimension zu begreifen.

00:47:13: Und dazu fällt mir was ein, nämlich im konkreten Buchtipp.

00:47:16: Nämlich der von Timothy Snyder, den kennt ihr bestimmt nur, es ist amerikanischer Historiker.

00:47:21: Der hat eine ganz tolle Graphic Novel gemeinsam mit einer anderen Person gemacht und die heißt über Tyranite zwanzig Lektionen für den Widerstand und macht dann auch seine zwanzig Lektionen auf.

00:47:32: Und ein Tipp zum Beispiel allererst ist, leistet keinen voraus allen Gehorsamen.

00:47:37: Also der kommt natürlich vor allem aus einem USA-Fokus aber ich mag total gerne seine Klarheit und Deutlichkeit.

00:47:43: Wenn man sich den ersten Mal angucken will kann ich auch seinen Instagram-Kanal empfehlen wo er häufig US-amerikanische tagesaktuelle politische Geschehnisse kommentiert.

00:47:53: Dieses Buch habe ich im Sommer noch mal gelesen.

00:47:55: das hat mir doch sehr beim Denken geholfen.

00:47:57: Ja voll

00:47:59: genau!

00:47:59: ein Buch-Tipp.

00:48:01: Ich meine, Timothée Snyder ist ja auch nicht mehr in den USA inzwischen aus Gründen und daran anschließend wer meinen Buchtipp ja auch noch widersetzt euch von Dick Labs und Michael Kratzke das so in eine ähnliche Richtung geht dass nochmal die deutschen Erfahrungen mehr mit aufgreift verlinken wir euch auch nochmal.

00:48:23: Und Juli wo gehen jetzt hin?

00:48:26: Wo fahren wir hin?

00:48:28: Der Sprit ist teuer, wir müssen schnell weiter.

00:48:30: Wir prättern erst mal noch Rostock in die Hansestadt und da treffen wir erstmal Miriam von Rostok-Hilft

00:48:37: Was ein ganz wichtiger Begegnungsort für Migrantinnen und für Rostockein, die schon ganz lange in Rostoch leben also quasi für alle.

00:48:46: Und ja können alle zusammenkommen und kochen, spielen, Tanzkurse machen Und einfach ganz neue Begegnungen stattfinden, was eine super Sache ist.

00:48:55: Dort kann man sich auch beraten lassen und insgesamt leistet der Verein total wichtige Integrationsarbeit.

00:49:02: Wie geht es mir mit dem Wahlergebnis?

00:49:03: Ich würde mal den Fokus darauf setzen wie geht's unseren Besucherinnen, den Geflüchteten, den Migranten mit dem wahlergebniss?

00:49:11: und die erleben schon... täglichen Anstieg einfach des Alltagsrassismus, der Enthämter wird.

00:49:18: Und durch dieses Wahlergebnis ist natürlich klar das es noch mehr Legitimation für Diening gibt die Diskriminieren, die Rassismus offen ausleben, dass auch noch Enthemter zu tun und das ist natürlich was sehr erschreckendes.

00:49:35: Und ich stelle mir natürlich auch die Frage, wie sich das Wahlergebnis auf die Arbeit vor Ort von Rostock hilft und aber eben auch anderen also wichtigen Beratungs- und zivilgesellschaftlichen Strukturen auswirkt.

00:49:49: Das Wahlergebennis wird unsere Arbeit sehr beeinflussen.

00:49:52: wir hatten bisher eine rot rote Landesregierung weil der schon die Mittel, die Fördermittel für Integrationsarbeit und für Vereine, die diese leisten in MV-Radikal gekürzt wurden.

00:50:03: Der Integrationsfonds MV ist ein Beispiel aber auch andere Förderbereiche.

00:50:09: Und wenn sehr Druck und sozusagen die Stimmen von rechts und die Mehrheiten von rechts im Parlament sich jetzt noch stärker verdichten dann wird natürlich der Kahlschlag der ja schon unter... Der jetzige Regierung relativ hoch war, wird der natürlich weiter ansteigen und damit werden wir de facto gegebenenfalls bald nicht mehr existieren weil wir nicht mehr gefördert werden.

00:50:35: Wir kämpfen weiter dafür, dass Integrationsarbeit weiterhin auch finanziert wird.

00:50:42: Wir brauchen mehr als Lippenbekenntnisse dazu wie wichtig eine solidarische Zivilgesellschaft ist.

00:50:47: Diese Zivil-Gesellschaft besteht wie bei uns aus Ehrenamtlichen die sich das Bein dafür ausreißen, dass Menschen hier Integration finden und das muss einfach durch Finanzierungstöpfe der Landesregierung auch monetär und sage ich mal von der Zuwendung an diese Menschen, die hier ehrenamtlich Integrationsarbeit leisten muss das einfach gedeckt sein damit wir wirklich weitermachen können.

00:51:15: Integrationsarbeit im Arbeit mit Menschen die hier neu ankommen macht Spaß.

00:51:20: sie macht dich selber glücklich, alle die hier für eine demokratische Gesellschaft einstehen.

00:51:26: Kommt zu uns kommt zu unserem Verein.

00:51:28: es macht unheimlich Spaß hier zu helfen Gemeinschaft zu erleben.

00:51:32: man findet jeden Tag neue Freunde aus unterschiedlichen Ländern und das ist einfach das was nach wie vor begeistert und uns nach wie voreintreibt dass wir einfach uns als Weltgesellschaft sehen und dass die Menschen die dazu uns kommen menschen sind wie du und ich mit Bedürfnissen wie du.

00:51:49: Wir machen den nächsten Boxenstopp bei Rostock-NaziFrei, um noch eine urbane Perspektive reinzubringen.

00:51:55: Rostrock-NaciFrei ist ein antifaschistisches Aktionsbündnis vor Ort.

00:52:00: Was machen die so?

00:52:01: Die kommentieren in Rostcock-Rechteumtriebe, machen sie sichtbar, adressieren Verantwortung meistens zu organisieren, die auch Demos und haben natürlich gesagt naja also besonders überraschend war dieses Wahlergebnis jetzt nicht.

00:52:13: Vor uns war jetzt ... hohe Zustimmung zur AfD in der Landtagswahl.

00:52:18: keine Überraschung.

00:52:20: Wir sind davon ausgegangen, dass sie sehr viel Zustimmung hier im Land haben und gleichzeitig sind natürlich auch eine krasse Zahl.

00:52:31: Und auch wenn wir in Horstsack selbst ja wahrscheinlich erst mal nicht so viele davon merken werden weil Ja, hier viele zivilgesellschaftliche Organisationen und Initiativen haben die sich gegenseitig unterstützen.

00:52:48: Und mit denen wir zusammen arbeiten.

00:52:52: trotzdem ist total klar dass dieses Wahlergebnis den Rechtsruck weiter vorantreiben wird und das macht dann auch vor so einer Stadt wie Rostock nicht halt.

00:53:03: Und zwar einerseits weil die AfD und ihr Populismus Rechtsextremen Forderungen und Punkte immer normaler werden, gerade jetzt wenn sie hier auch die einzige Oppositionspartei sind.

00:53:20: Und das andere ist eben auch – und das ist eine Tendenz, die wir auch schon in den letzten Jahren ziemlich deutlich beobachten können – dass rechtsextreme sich durch so ein Wahlergebnis einfach sehr bestärkt fühlen und entsprechend auch mutiger werden, ihre Einstellungen nach außen zu artikulieren.

00:53:41: Und da auch gar kein Schamgefühl ist oder irgendeine Angst vor Sanktionen oder ähnlichem.

00:53:49: Dazu gehört auf jeden Fall eine gesteigerte Gewaltbereitschaft.

00:53:54: Das sieht man aus sehr gut an den Statistiken die Betroffenenberatung Lobby bereitstellt, zeigen, dass die rechten Gewalttaten zunehmen.

00:54:09: Und das ist eben eine Sorge, die betrifft vor allem den ländlichen Raum.

00:54:15: und wir sehen eben auch ganz klar in den vergangenen Jahren, dass man die AfD nicht in der Regierungsverantwortung braucht um dafür zu sorgen, dass demokratische Kräfte unter Druck geraten, von Demokratieprojekten oder Beratungsprojekte, oder auch generell im sozialen Bereich abgebrochen werden.

00:54:40: Nicht weiter geführt werden oder zumindest in Frage gestellt werden und gleichzeitig auf kommunaler Ebene schon längst eine Normalisierung der AfD in Form von Zusammenarbeit und ähnlichem eingesetzt hat.

00:54:59: Auch der Grund, weshalb wir auf jeden Fall darauf achten werden wie jetzt die neue Regierung in MV diese Probleme angehen wird.

00:55:10: Also inwiefern beschäftigt sich die Regierung dann tatsächlich mit den Problemen, die die Leute eben haben?

00:55:18: Weshalb sie unzufrieden sind und das ist vielleicht etwas was sich in unserem Aktivismus ändern wird dass wir auch mehr zu Rechenschaft ziehen werden, wenn sie Entscheidungen treffen oder Aussagen tätigen die dem Rechtsruck nur Vorschub leisten statt ihnen wirklich nachhaltig zu bekämpfen.

00:55:43: Und ein letzter Punkt den wir noch haben ist das wir natürlich auch hoffen dass in der aktuellen Situation die sogenannte bürgerliche Mitte sich auch immer klarer und deutlicher positioniert, und da auch stabil bleibt.

00:55:59: Und jetzt eben nicht nur vor irgendwelchen Bahlen sondern auch in den nächsten fünf Jahren weil das einfach wichtig bleibt dass es kommentiert wird wenn's zum Menschenverachtenden Aussagen und menschenfeindlichen Handlungen kommt.

00:56:17: Ich find das total interessant, Juli muss ich nur mal sagen.

00:56:20: Hier schon wie viele unterschiedliche Menschen so wie in Sachsen-Anhalt eben vor den Wahlen und ja auch schon mega lange in MV engagiert sind und die Demokratie verteidigen und auch ganz konkrete Strukturen aufgebaut haben.

00:56:37: Und zu den ganz konkreten Struktoren gehört ja in Rostock auch der Migrantinrat MV.

00:56:46: Und da hab ich mit Maria Lichtermann, der Sprecherin des Migrantinnenrats gesprochen.

00:56:54: Ich wollte von ihr wissen wie eigentlich die migrantisierten Communities in MV ähnlich wie in Sachsen-Anhalt ja auch angesichts dieser krassen Wahlerfolge der AfD in manchen Orten auf die Frage schauen gehen oder bleiben.

00:57:14: und wird das eigentlich akut?

00:57:16: auch in MV diskutiert?

00:57:18: Umziehen zu können ist ein Privileg,

00:57:21: das

00:57:22: leider nicht alle Migrantinnen haben.

00:57:25: Ein Job, mögliche Einschränkungen durch das Migrationsamt, Familie die Starthilfe am neuen Ort bieten

00:57:32: kann,

00:57:33: Infrastruktur vor Ort, Schulen, Guitars sind an anderen Orten schwerer zu finden als hierzulande.

00:57:41: Je stärker jemand in einer Gegend verwurzelt ist, umso schwieriger ist es den Ort zu verlassen.

00:57:46: Auch wenn unmittelbar Gefahr vermutet wird.

00:57:48: Viele Menschen haben bereits mindestens eine schmerzhafte Erfahrung eines Umzugs und möchten das nicht wieder erleben.

00:57:55: Die meisten Menschen mit denen ich seit der Wahlergebnis gesprochen

00:58:00: habe

00:58:01: sind deswegen die Überzeugung lieber zu bleiben solange es irgendwie möglich ist.

00:58:09: diese anderen Überlegungen vielleicht in andere Landkreise umzuziehen sind auch schwierig, weil es eigentlich überall im Bundesland Menschen gibt die schlechte Erfahrungen gemacht haben.

00:58:25: Selbst wenn ein Landkreis jetzt größtenteils SPD gewählt hat bedeutet das ja noch lange nicht dass es dort keine Diskriminierung gibt leider.

00:58:38: Okay, wir fahren weiter nach Wismar.

00:58:40: Das kennt ihr bestimmt, wenn ihr den Film Nosferatu gesehen habt?

00:58:44: Wismars war nämlich neunzehnzwanzig-Filmkulisse.

00:58:47: Katharina, du als Filmexpertin wusstest du das?

00:58:50: Äh, nee ... Siehst du, es ist

00:58:53: jetzt hier eine

00:58:54: kulturelle Reise, die wir heute mit mir machen müssen!

00:58:56: Bildungsradio

00:58:57: heute in vielerlei Hinsicht.

00:58:59: Toll, ich bin auch kein Film Bro, aber ich lerne gerne dazu.

00:59:04: Was ist noch los in Wismara?

00:59:06: In Wismar gibt es eine Person, die ich euch gerne vorstellen möchte.

00:59:10: Um die man in der Kunstszene nicht so richtig drumherum kommt.

00:59:13: Manchmal schreibe ich E-Mails mit Sachen, was ich machen möchte und die Antwort ist dann einfach ... Ah Juli!

00:59:18: Du bist mal wieder bei mir gelandet?

00:59:21: Die Rede von Susanne Gabler macht etwas Tolles.

00:59:24: Sie gibt uns jetzt eine Perspektive für die Zukunft und auch welche Rolle Kunst und Kultur darin spielen.

00:59:30: Ich finde wir müssen uns mit Kunst und Kultur umgeben Weil wir damit unseren Respekt ausdrücken,

00:59:37: uns

00:59:37: zum Lebensort gegenüber den Menschen gegenüber mit denen wir hier an einem Ort leben und deswegen letztlich gegenüber uns selbst.

00:59:51: Und für mich ist Kultur überhaupt nichts Zusätzliches sondern es ist das was wir sind und damit auch wer wir sein werden.

01:00:04: Für mich entwickelt sich aus der Kultur die Zukunft.

01:00:09: Und dadurch ist die Frage für mich, was wollen wir denn in die Zukunft geben?

01:00:15: Wer wollen wir gewesen sein?

01:00:17: und dann immer wieder gleiche große Frage wie wollen wir die Zukunft gestalten?

01:00:25: Ich

01:00:27: persönlich wünsche mir eine Zukunft, die irgendwie neu ist.

01:00:33: Ich will die Visionär haben und ich will die Lebendig haben.

01:00:36: Und ich will offensiv haben, dass sie aus einer Entwicklung entstanden ist.

01:00:42: Weil wie sonst soll irgendetwas Neues entstehen?

01:00:47: Ich will Optionen haben.

01:00:49: Ich will eine ökologische Freiheit haben.

01:00:55: Das

01:00:55: halte ich schlicht für eine lebenswerte Zukunft.

01:01:01: Ich finde hier können nicht alle weggehen Und wir wollen ja hier auch nicht alle weggehen.

01:01:08: Ich habe das Gefühl, wann ich Kunst mache oder von anderen sehe, sehe ich diese Zukunft irgendwie

01:01:16: schon.".

01:01:17: Also ich finde an dem Beitrag von Susanne einen Satz total toll nämlich den Wer-Wollen-Wir-Den gewesen sein?

01:01:27: Das ist total schön.

01:01:28: Und das ist auch so ein bisschen wie ... Wir wussten ja nichts, wo es das Gegenteil.

01:01:32: Wir können jetzt entscheiden, wer wir mal gewesen sein wollen und haben damit ja auch ganz viel Macht.

01:01:38: Toll!

01:01:38: Mhm,

01:01:39: und Handlungsfähigkeit?

01:01:41: Genau.

01:01:42: Und diese werden wir jetzt auch nutzen um wieder nach Neustrelitz zu fahren.

01:01:46: Neuestrelitz ist, das habt ihr schon im Podcast bemerkt immer viel los, Kulturquartier des Kunsthauses, dem Ping Pong Salon Queer Strelitz und viele Menschen die sich stark machen leben hier.

01:01:56: Eine Person, die ihr noch nicht kennt und die ich hier aber auch kennengelernt habe ist Katrin Matern.

01:02:02: Die hatte eine Idee nämlich so einen Ort zu erfinden wo sich alle treffen können und hat hier den Buchladen.

01:02:07: Frau Rilke Und wieso sie das eigentlich macht?

01:02:10: Habe ich sie mal gefragt.

01:02:11: Ich habe geträumt von einem Laden der nicht nur Bücher verkauft sondern der es schafft Menschen zusammenzubringen Der auch nen Raum bietet für demokratischen Austausch für Begegnungen, für Austausch

01:02:28: überhaupt

01:02:29: der kulturelle Anlaufpunkt in der Stadt ist.

01:02:33: Weil hier Menschen zusammenkommen um die Autorinnen, die gerade durch das Föhton spazieren gehen oder die im Föheton besprochen werden weil die Menschen die Möglichkeit haben diese Leute hier zu treffen.

01:02:48: Das Konzept des Ladens ist quasi eine Kulturbuchhandlung zu sein.

01:02:54: Das ist tatsächlich eine sehr große Herausforderung in diesen wirtschaftlich unwegbaren Zeiten, nicht nur wirtschaftliche und politisch unwegbare Zeiten.

01:03:06: Deshalb bieten wir hier auch andere Formate an, indem wir zum Beispiel unsere Bücher vorstellen die uns besonders bewegen.

01:03:16: Deshalb machen wir viel in Zusammenarbeit mit Schulen zum Welttag des Buches, Schulen können aber auch herkommen um hier Wandertage zu verbringen.

01:03:24: Ich gehe selbst im Schulenstellebücher vor.

01:03:27: All das

01:03:29: findet hier statt und was ich mir für die Kulturlandschaft in Mecklenburg-Vorpommern wünsche ist dass sie eigentlich noch diverser wird sozusagen und dass Sie

01:03:43: schafft

01:03:43: die Themen der Zeit des Zeitgeistes, die die Menschen bewegen und zwar alle Themen abzubilden.

01:03:51: Und das Kulturlandschaft bedeutet dass es ein Forum wird und bleibt für die Menschen, dass ist eine offene Gesellschaft, ist eine demokratische Gesellschaft und das gute Diskose geführt werden, die durchaus widersprüchlich sein können aber in einem besten Sinne Austausch bedeuten.

01:04:10: Ja Darum geht es, oder?

01:04:12: Dass jede Person hier irgendwie auf ihre Art und Weise mitwirbt und gestaltet von was weiß ich der Buchhändlerin über deine Nachbarin, über Menschen die sich irgendwie in Vereinen und Bündnis engagieren.

01:04:24: Egal ob jetzt gerade Wahl ist oder nicht... Und hier endet die Reise auch!

01:04:29: Also meine Frage an euch wäre, welchen Eindruck habt ihr denn jetzt von MV den ihr vorher nicht hattet?

01:04:36: Ich habe total den schönen Eindruck von MV.

01:04:39: Wir sollten oft auf die Reise gehen und vor allem auch Bundesländer nochmal über andere Blickmenkel kennen lernen wie jetzt zum Beispiel da in July Und ich hab das Gefühl ist es so viel los.

01:04:51: Man denkt das immer nicht vom Land, sondern projiziert es viel auf die Stadt.

01:04:54: In der Stadt ist auch viel los was tolles.

01:04:56: Aber diese ganzen unterschiedlichen Perspektiven und Projekte ... Das ist wie ein kleines Geflecht oder Netzwerk aus ganz besonderen Orten, die vor allem wahnsinnig engagiert sind und da einen Klimaschaffen in Mecklenburg vorpommern.

01:05:11: Was völlig unabhängig der Wahlen genau das ist, was den lebenswerten Raum ausmacht.

01:05:18: Und apropos Vielfalt von all diesen Menschen, die mir jetzt in meinen Jahren hier im VW begegnet sind.

01:05:24: Teilweise kenne ich sie natürlich auch nicht, die wir heute kennengelernt haben aber es ist wirklich nur ein ganz kleiner Bruchteil der leider jetzt nur in diese eineinhalb Stunden Kipppunkt Ost passt.

01:05:32: also das war jetzt wirklich nun Ausschnitt.

01:05:35: Ich hab echt totalen Respekt vor allen diesen Menschen Die du interviewt hast Juli und den vielen die wir ja wirklich nicht kennen.

01:05:47: Diese Aktionen, aber auch diese Vernetzung, diese Gespräche und diese soziale Verbundenheit schaffen völlig unabhängig davon wie viele Scheinwerfer oder Mikrofone gerade auf sie gerichtet sind.

01:06:00: Und ich finde wirklich alle demokratischen Parteien sollten sich da ein Beispiel nehmen auch regelmäßig vor Ort mit diesen demokratischen Leuchttürmen sprechen und diese dritten Orte viel mehr unterstützen, als es bisher passiert ist.

01:06:20: Ich weiß jetzt nicht ob das an der Reise liegt oder an der Wahl.

01:06:24: aber es hat sich offensichtlich so ganz viel verändert in Mecklenburg-Vorpommern.

01:06:29: Es ist zumindest mein Eindruck und darüber habe ich auch mit Ina von Zusammenbewegen gesprochen Und die hat das auch noch mal für sich formuliert.

01:06:36: Ich habe in den letzten Monaten auch ein ganz anderes Mecklenburg-Vorpommern erlebt.

01:06:41: Eines, in dem sich viele Menschen einmischen und zusammen was bewegen wollen.

01:06:45: Und die sind ja heute auch noch alle da – genauso kämpferisch wie gestern!

01:06:50: Also daran hat jetzt der zwanzigste Neunte nichts geändert.

01:06:53: Deshalb ist es klar für mich gehts weiter und natürlich geht's für Zusammenbewegung weiter, denn wir müssen diese Leute ja weiter sichtbar machen.

01:07:00: Die Zivilgesellschaft im V war ja schon vorher stark

01:07:04: aber

01:07:05: vielleicht ein bisschen vereinzelt.

01:07:07: So was uns gelungen ist, wir haben diese vielen Menschen unter dem Dach von zusammen bewegen gebündelt und das hat jeden Einzelnen von uns stärker gemacht.

01:07:18: Wir haben erlebt dass Menschen die wir erreichen wollten irgendwann selbst losgelegt haben.

01:07:24: Die haben dann eigene Aktionen gemacht und damit auch wieder andere erreicht Und ich denke darauf können wir jetzt aufbauen und natürlich geht es weiter.

01:07:31: also Jetzt werden wir als recht gebraucht um Probleme anzusprechen und der Politik auf die Finger zu schauen.

01:07:38: Und vielleicht auch weiter für ein bisschen Zusammenhalt zu

01:07:41: sorgen.".

01:07:42: Die Erfahrung von Ina, und auch deinen Eindruck Katharina – das bestätigt auch Maria vom Migrantinnenrat in Rostocksee – beschreibt eine sehr konkrete und strukturell wichtige Veränderung.

01:07:59: Wir können uns zusammen tun und für gemeinsame Ziele einstehen!

01:08:04: Ich habe da ein konkretes Beispiel.

01:08:06: Alle Migrantenbeiräte in Mecklenburg-Vorpommern

01:08:09: haben

01:08:10: sich zusammengetan und in einer gemeinsamen Absichtserklärung die Gründung eine landesweiten Arbeitsgemeinschaft beschlossen, dies wurde auch durch die Landesintegrationsbeauftragte begleitet.

01:08:23: Das ist ein großer Schritt und etwas was es in unserem Bundesland bisher nicht gab.

01:08:27: Wir sind zuversichtlich, dass wir mit einer gemeinsamen landesweiten Stimme auch mehr Repräsentanz und Teilhabe für Migrantinnen erreichen können.

01:08:37: Gerade vor der Aussicht eine neuen Zusammensetzung im Parlament die unser Leben ansonsten erschweren wird.

01:08:46: Und ich bin sehr froh das wir es geschafft haben diese Absichtserklärung genau noch vor den Wahlen zu unterzeichnen und auch zu veröffentlichen.

01:08:56: Und auch Robert von der Lobby-MV weiß daraufhin, dass jetzt die demokratische Landesregion in Schwerin in der Verantwortung ist.

01:09:07: Diejenigen zu unterstützen und zu schützen deren Engagement wesentlich dazu beiträgt eben auch abseits der Wahlkämpfe Demokratie vor Ort zu verteidigen.

01:09:17: Es gab durchaus viele Momente, die wirklich Hoffnung gemacht haben.

01:09:20: Ja also es gab Solidarität aus anderen Bundesländern innerhalb.

01:09:24: MVS hat mit Zusammenbewegen eine Kampagne Wirklich-Wirksamkeit entfalten können Die auf eigenes Gestalten gesetzt hat und von der hoffentlich sehr viel übrig bleibt.

01:09:34: Das Ergebnis muss aber auch als Chance verstanden werden Und gleichzeitig muss klar sein dass das vielleicht die Letzte ist.

01:09:40: Also wenn der Vizepräsident des Ausschwitzkomitees Christoph Volkner sagt es scheint noch nicht überall angekommen zu sein, welchen Donnerschlägen die Demokratie aktuell ausgesetzt ist und was für ein Vertrauensverlust auch damit verbunden ist.

01:09:53: Dann kann ich das unterstreichen.

01:09:56: Gleichzeitig muss man aber sagen, rein arithmetisch ist im V-Aktuell neben Brandenburg das einzige Ostbundesland, dass eine Chance auf eine stabile Regierung hat und das sogar in unserem Fall dann mit einer progressiven Mehrheit gibt.

01:10:10: eben durch diese Bündnisarbeit während des Wahlkampfs und auch davor eine Vielzahl neuer oder wieder aufgefrischter Kontakte.

01:10:17: Viele Menschen, die erstmals aktiv geworden sind in zugestoßen Strukturen über den Wahlkampf hinaus bestehen sollen haben Erfahrung gemacht dass sie wirksam sein können.

01:10:28: Auch Events wie die CSDs sind schon über die vergangenen Jahre deutlich politischer geworden, haben starke Aussagen setzen können, Menschenstärkung verschafft.

01:10:37: Und auch nach dem Schock der Wahlen in Sachsen-Anhalt gab es in vielen Orten MVs deutliche Signale, der Solidarität an die Sachsenanhaltische Zivilgesellschaft.

01:10:45: Das Verdindende war eben oder ist es auch in Zukunft nicht nur gegen etwas mobilisiert zu haben sondern Menschen erlebt zu haben wie selbst gestalten wollen und jetzt muss das auch gesehen werden.

01:10:56: also dieses Struktur muss investiert werden ihn muss vertrauen geschenkt werden damit sie verfestigt und ausgebaut werden können.

01:11:02: Dann kann sich was ändern und dann wirkt man auch in den Alltag derer, die bereit sind.

01:11:06: Die Demokratie zu verabschieden weil sie ihn zu wenig bietet.

01:11:09: Aber man darf dabei eben die wichtigsten Leute nicht verlieren nämlich die, die das jeden Tag auch verteidigen und sich einsetzen.

01:11:15: Und da muss das Land eindeutig in die Verpflichtung genommen werden um diese Menschen zuerst zu schützen und zu unterstützen.

01:11:23: So Das war das Ende der Reise durch MV oder der ersten Reise.

01:11:30: Ich habe euch aber noch eine Weisheit mitgebracht, die ich letztens rausgefunden oder mitbekommen habe.

01:11:36: Ich bin ja jetzt Seglerin!

01:11:38: Wusstet ihr da schon über mich?

01:11:40: Ich glaube, das hattest du mal erwähnt letztens.

01:11:42: Spannend!

01:11:44: Du hast auch so eine Hand zu allen möglichen motorisierten und unmotorisierten Fortbewegungsmitteln scheint mir...

01:11:53: ich mag Bewegung ja, ich glaube dass es ist.

01:11:56: Als Seglerin habe ich auf jeden Fall, war ich mit ganz tollen Menschen unterwegs und hab zum Beispiel den Hafenmeister von der Rehre kennengelernt.

01:12:03: Und ich bin ja Anfängerin und habe ihn deswegen gefragt ob er mir jetzt so ein Spruch sagen kann, der für das Segeln und fürs Leben gleichermaßen gilt?

01:12:12: Und er meinte es gibt zu einen Spruch, da hängt bei denen eine Seglerschule und der Spruch geht so du kannst die Winde nicht beeinflussen aber du kannst dein Segel anders setzen.

01:12:24: Das ist schön und das verbindest du mit der Folge.

01:12:28: Ich bin komplett romantisiert von diesem Spruch.

01:12:31: Vielleicht war das gerade auch so ein Grundsätzliches Thema, aber ich fand es irgendwie noch mal einen runden Abschluss und da stimmt schon irgendwie also allein zu sagen okay die Situation ist jetzt belastend sie ist schlecht Sie isst nicht das was wir uns gewünscht haben.

01:12:45: Aber wir machen was draus zum Beispiel Solidarität Zum Beispiel Zusammenhalten zum Beispiel Nicht aufgeben zum Beispiel gucken wem geht schlecht.

01:12:53: wer braucht jetzt besonders unsere Unterstützung?

01:12:57: Und Segelandersetzen heißt ja auch Themen anders besprechen, Themen anders setzen.

01:13:02: Wirklich die Themen, die uns alle wirklich beschäftigen zu bearbeiten und sich nicht von dieser rechten Bubble durch die Fläche treiben zu lassen.

01:13:16: Also, ich finde es sehr schön.

01:13:18: Mehr Segler in Weisheit für uns alle!

01:13:22: Ich werde mich bemühen und bei unserem nächsten Ausflug fahren wir dann an die Küste an Salzhaff.

01:13:28: Oh, ich freu mich... So, das war ein toller Ausflugh durch Mecklenburg-Vorpommern.

01:13:39: Und ich verbinde diesen Ausflugs erst mal mit einem Riesendank an Julie, an dich, an alle Gesprächspartnerinnen Und natürlich an Kathrin Rennecke von Haus Eins für den Schnitt und die tolle Beratung.

01:13:55: Und auch mit einem kleinen Sneak Preview auf die nächste Folge, es wird um Armut, Solidarität im Arbeitskampf und natürlich um die Weiterentwicklung in Sachsen-Anhalt gehen!

01:14:10: Auch für mir ein herzliches Danke an alle Personen, mit denen wir sprechen durften.

01:14:15: Aber auch an allen Personen, dass ihr euch jeden Tag engagiert nicht nur wenn Wahl ist und nicht nur, wenn gerade alle hinschauen sondern jeden Tag.

01:14:23: Ich glaube ich kann für uns alle drei sprechen, wenn ich sage Wir haben wirklich große Ehrfrucht vor eurer Arbeit.

01:14:27: Danke dafür!

01:14:29: Und

01:14:29: tschüss!

01:14:31: Tschüß und danke an alle die uns mit Spenden unterstützen.

01:14:35: Das können natürlich noch viel mehr Menschen tun Bis bald.

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