Kipppunkt Ost: Folge 13 – Gehen UND Bleiben nach der Wahl

Shownotes

Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. https://www.fluechtlingsrat-lsa.de/ https://www.luna-moebius.de/ @mr._wheelchair https://kipppunktost.de/

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00:00:00: Niemand sollte erst Gewalt erleben müssen, bevor seine Angst ernst genommen wird.

00:00:05: Kipppunkt heißt

00:00:05: erstmal, dass

00:00:06: ein System seinen Zustand schlagartig

00:00:09: verenden.

00:00:09: Ein positiven Kipp-Punkt!

00:00:11: Kipppumpt?

00:00:12: Das Osten... Kipppunkts Ost?

00:00:14: Kipp ich mir einfach so rein?

00:00:16: Also der Kipp

00:00:17: Punkt sozusagen

00:00:18: Hallo hallo hallo herzlich willkommen zu kipp punkt ost kipppunkt mit drei p und heute vielleicht zum letzten mal.

00:00:25: Ich bin Katharina Wader Und wir haben uns ein Jahr lang gefragt, wie entscheidet der Osten die Demokratie?

00:00:32: Jetzt sind die Wahlen vorbei und wir stellen uns noch mal heute die Frage, die wir uns ganz zu Beginn gestellt haben.

00:00:37: Gehen oder bleiben!

00:00:39: Ich bin Heike Kleffner und mit der heutigen Podcast-Folge laden wir euch dazu ein dieses Jahr das ja so wahnsinnig viele Herausforderungen und Zäsuren für alle bereit gehalten hat nochmal mit uns zu durchschreiten und auch in die nahe Zukunft zu schauen.

00:01:02: Und ich bin Julie Katz, und wir schauen heute was wir falsch eingeschätzt haben, was wir gelernt haben – und wir fragen Menschen, die schon mal bei uns zu Gast waren wie es bei ihnen weitergegangen ist!

00:01:21: Also... Ich habe mich gefragt, wo das Ganze mit Kippunkt Ost eigentlich für mich gestartet ist und ich weiß noch Heike.

00:01:30: Ich habe es zurückdatiert ungefähr auf Ende Januar dieses Jahres.

00:01:34: Da hast du mich angerufen und hast mir von dem Projekt erzählt und welche Ideen es gibt.

00:01:39: Und wir haben direkt eine Stunde geschnackt und ich weiss nach als wir aufgelegt haben hab ich auf mein Handy Display geklotzt und dachte Ich habe super viele Ideen, ich würde mich total gerne beteiligen.

00:01:50: Und ich bin im dritten Monat meiner Gehirnerschütterung und kann mir stand heute gar nicht so richtig vorstellen ob ich jemals wieder Kopfhörer tragen kann.

00:01:58: Dafür dass das unsere Ausgangslage war, würde ich sagen elf Monate später hat ja eigentlich ganz gut geklappt mit uns!

00:02:06: Ja, voll.

00:02:07: Das ist ziemlich viel passiert in der Zeit und wir sind jetzt bereits in der dreizehnten Folge.

00:02:12: Wir waren in Schulen unterwegs zwischendurch.

00:02:15: Wir haben uns Ökofaschismus angeschaut, wir haben Überhoffnungen gesprochen aber eben auch über Hoffnungslosigkeit.

00:02:21: Und Juli!

00:02:22: Wir haben dich zur Sachsen-Anhalterin ausgebildet.

00:02:25: Danke dafür nochmal.

00:02:28: Und wiederum du hast uns auf einen Roadtrip mitgenommen durch Mecklenburg Vorpommern und auch das Moa

00:02:37: Na ja, und wir haben mit so vielen Menschen aus unseren verschiedensten Communities gesprochen.

00:02:45: Und viele davon sind in den dreizehnten Folgen im Kipppunkt Ost zu Wort gekommen.

00:02:53: aber sehr viel davon treffen wir auch an den möglichsten und unmöglichsten Orten in Sachsen-Anhalt in MV und quer durch die Republik.

00:03:05: Und

00:03:05: auch

00:03:06: dafür wirklich ein riesiger Dank, also das Feedback was wir von euch bekommen.

00:03:13: Das hat uns ab Folge eins eigentlich total ermutig diesen Podcast zu machen weil wer als wir begonnen haben ja schon wussten die großen Zäsuren stehen in diesem Jahr bevor.

00:03:30: und aus der Befürchtung die von Anfang an den Podcast begleitet hat ja erstmals könnte eine rechtsextreme Partei ein Bundesland regieren, dem Fall Sachsen-Anhalt.

00:03:47: Dass daraus seit dem sechsten September in Realität geworden ist auch darüber sprechen wir gleich.

00:03:56: So aber erstmal der Reihe nach.

00:03:58: bevor wir zurückschauen würde ich gerne mal ne kurze Bestandaufnahme hören.

00:04:02: also was Ist eigentlich passiert, wo stehen wir jetzt gerade mal ein paar Wochen nach der Wahl?

00:04:08: Ich darf einmal kurz für MV sprechen und habe euch nochmal die Zahlen aufbereitet.

00:04:14: Die Landtagswahl hat Folgendes ergeben – die AfD ist mit rund Knapp vor der SPD mit thirty-fünf.

00:04:24: Die große Neuigkeit war, dass die CDU ihr schlechtes Ergebnis bei den Langtagswahlen jemals eingefahren hat und mit vier Komma neun Prozent nicht im Landtag gelandet ist.

00:04:35: Die Wahlbeteiligung war relativ hoch – mit seventy- acht Komma eins Prozent.

00:04:39: und neu war auch das erste Mal sechszehn und siebzehn Jährige auch wählen dürfen.

00:04:43: Und Stand heute kann man zur Regierungsbildung sagen dass es auf die erste rot-rot-grüne Landesregierung hinausläuft und die fest entschlossen ist, diese Mehrheit zu nutzen um zu verhindern das sie AfD regieren kann.

00:04:58: Ja und hoffentlich auch um was Gutes zu tun für die Menschen in Mecklenburg Vorpormann!

00:05:05: Und ich finde's echt immer so schön über Mecklmburg Vorpommern zu reden weil wir vergessen es manchmal wirklich eine demokratische Regierungsmehrheit und eine demokratischen Mehrheit in der Bevölkerung gewählt hat, woin gegen den Sachsen-Anhalt die Lage einfach komplett andersrum ist.

00:05:27: Da ist ja nicht nur die AfD mit forty drei Prozent der Stimmen als Wahlsieger rausgegangen sondern leider ist ja mit der antidemokratischen Verschwörungsideologischen Partei das BSW, mit fünf Komma drei Prozent auch noch ein wirklich krasser antidemokratischer Block entstanden.

00:05:57: Das BSW als Steigbügelhalter für die rechtsextreme AfD und als Profiteur Antidemokratische verschwörungsideologische Block

00:06:11: bekommt

00:06:13: Verstärkung durch CDU-Abgeordnete.

00:06:16: Es gab zwei massive Zäsuren, nämlich Sachsen-Anhalt hat einen rechtsextremen Landtagspräsidenten und Sachsen Anhalt hat einen faschistischen Landtagspfizepräsidenten.

00:06:32: muss leider auch sagen der rechtse extreme Landtagspräsident muss mit Stimmen aus dem demokratischen Abgeordnetenlager gewählt worden sein.

00:06:44: Alle gehen davon aus, dass diese Stimmen ... aus der CDU-Fraktion gekommen sind.

00:06:50: Die CDU hat nur noch fünfzehn Abgeordnete seit den Wahlen.

00:06:58: und wo wir auch stehen was auch dazu gehört die CDU das war zwar schon vorher klar Aber jetzt ist es noch mal deutlicher geworden, kein verlässlicher Partner mehr für demokratische Mehrheiten.

00:07:15: Und hat ihre Wähler in massiv getäuscht und enttäuscht?

00:07:23: Der schon kurz vor der Wahl durch ein kumpeliges, ich tu's dich mal und setz mich lachen neben dich.

00:07:32: Video mit Ulrich Siegmund aufgefallen ist im AfD Vorfeld-Medium Niosen Interview gegeben und erklärt er will auf jeden Fall zur Ministerpräsidentenwahl auch schon im ersten und zweiten Wahlgang drin bleiben.

00:07:48: Und dann im dritten Wahlgang muss die CDU-Fraktion eigentlich in den Dantagsplenarsaal zurückkehren und geschlossen für einen demokratischen Gegenkandidatenstimmen.

00:08:00: Sonst wird Siegmund nämlich spätestens dann zum Ministerpräsidenten gewählt, da reicht die einfache Mehrheit.

00:08:08: In den beiden Wahlgängen davor braucht Siegmond drei Stimmen von den demokratischen Parteien – es sieht nicht gut aus!

00:08:18: Und welche Auswirkungen das hat?

00:08:21: Diese Situation, dass fast Said zusammen Ersprecher des Flüchtlingsrats Sachsen-Anhalt auch bei LAMSA aktiv und wir haben ihn in der allerersten Folge gehört.

00:08:34: Und er wirft die Frage auf, die wir eben schon mit der ersten Folge von Kippung Ost gestellt haben gehen oder bleiben?

00:08:42: Und für mich dürfen wir ausgehen oder bleiben, keine moralische Prüfung machen.

00:08:47: Wer geht weil er sich schützen möchte, gebt nicht auf.

00:08:51: und wer bleibt darf mit der Bedrohung nicht alleine gelassen werden.

00:08:55: Deshalb unterstütze ich die Forderung dass Menschen einen unsicheren Wohnort verlassen können müssen.

00:09:02: Niemand sollte erst Gewalt erleben müssen bevor seine Angst ernst genommen wird.

00:09:07: Seit Zeit spricht eigentlich da etwas aus was wir gerade in sehr vielen Runden hören von Menschen, die sagen hey diese Frage diskutieren wir fast jeden Abend am Familientisch.

00:09:23: oder diese Frage.

00:09:24: Diskutieren wir mit den Menschen, denen unserer Initiative aktiv sind oder in unserem Kirchengemeinden und ich finde das er als Haltung dort formuliert ist etwas was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

00:09:45: Vor allen Dingen für alle, die nicht in Sachsen-Anhalt leben – nämlich für beide Entscheidungen, die so schwerwiegende Konsequenzen jeweils individuell haben muss es Solidarität, Verständnis und Unterstützung

00:09:58: geben.".

00:09:59: Und was er anspricht, ist ja auch total bezeichnet für den Osten.

00:10:03: Es bleiben oder gehen und so hatten wir unseren Podcast damals begonnen als ihr euch erinnert.

00:10:08: Das fühlt sich schon lange her an.

00:10:11: Viele von denen die uns damals Stimmen geschickt haben und zwischendurch noch mal Stimmen schickten, haben bestätigt ... Für sie war das immer eine Frage Gehen, Bleiben oder manche sind erst hingezogen.

00:10:25: Das war früher eine Frage.

00:10:26: mit den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und auch im Mecklenburg-Vorpommern hat das eine schreckliche Aktualität bekommen.

00:10:34: Und ich kann das mal an meiner Geschichte festmachen, die glaube ich ein bisschen anders funktioniert als viele unsere Einsendungen.

00:10:41: aber ich bin ja in Wernigerode in Sachsens Anhalt aufgewachsen und jetzt Anfang des Jahres also noch bevor wir mit dem Podcast begonnen haben Nach zwanzig Jahren zurück nach Wernigerode gezogen.

00:10:54: Und ich betone das so, weil mir das echt nicht leicht gefallen ist.

00:10:58: also... Was

00:10:58: daran hast du als schwer empfunden?

00:11:00: Alles!

00:11:03: Also eigentlich hat sich die Frage für mich gar nicht so richtig gestellt.

00:11:06: Ich habe das für die Arbeit gemacht und damit war es dann einfach klar und gesetzt.

00:11:11: Und gleichzeitig habe ich gemerkt wie sehr ich mich damit rumgeplagt hab diese Anmeldungen um Meldung zu machen und auch den Schritt zu gehen usw..

00:11:19: Und ich

00:11:22: habe, das ist es nicht.

00:11:24: Aber gefühlt hat sich das für mich so ein bisschen angefühlt wie eine Resignation oder eine Kapitulation.

00:11:31: Ich hab so lange in meinem Leben darauf gesetzt aus diesem Ort rauszukommen Und jetzt wieder zurückzuziehen, hat sich irgendwie wie ein Verlust angefühlt.

00:11:41: Das ist überhaupt nicht wahr!

00:11:42: Also faktisch stimmt das überhaupt nicht und ich habe das für eine Arbeit gemacht.

00:11:46: die Arbeit konnte ich nur machen weil ich weggezogen bin und es auch toll dass ich sie machen kann.

00:11:52: Seit Januar bin ich wieder zurück und habe Kontakt wieder enger aufgenommen mit Menschen von früher, die mir viel bedeuten und war auch einfach mehr vor Ort während wir hier über diese Themen gesprochen haben.

00:12:05: Und das hat mir auch ganz viel gegeben und war ganz toll!

00:12:07: Aber dennoch finde ich eine gewisse Angst oder Unsicherheit mit diesem Thema Wernigerode und Wohnsitz in Wernigerode oder Sachsen-Anhalt zu haben.

00:12:18: Denn es wäre ja schön, jetzt sich zu versöhnen und zu sagen hey früher alles blöd gewesen rassistische Gewalt usw.

00:12:25: Und jetzt gibt es so ein versöhnliches Ende und dieses versöhnliche Ende sehe ich halt überhaupt nicht mit meinem Rückzug jetzt zur Zeit in der Wahl sondern tatsächlich spitzen sich Dinge eher zu und schaffen bei mir viel mehr Verunsicherung und Frust und dementsprechend ist das sehr aufgeladen wie ihr merkt über noch.

00:12:44: Also Katharina, ich hab da ja noch mal eine Frage dran.

00:12:47: Weil ich entseh'n mich das wir zusammen in Werniger-Rode waren und es war im Sommer ... Da waren die Landtagsfall glaube ich noch zwei Monate hin.

00:12:57: Und da war so ein Raum voller Menschen, die alle eigentlich, also das waren bestimmt mehr als zweieinhalb Leute was moderiert.

00:13:08: Das war so klar!

00:13:09: Die wollten die demokratische Mehrheit verteidigen.

00:13:12: Und ich hab mich gefragt, wie das für dich war in Werniger Rode so viele Leute zu sehen, die eigentlich so klar positioniert sind?

00:13:21: Ich erinnere mich auch gut!

00:13:22: Das war eine schöne Veranstaltung und es war teilweise von der Kirche organisiert... schon als ich noch damals in Wernigerode gelebt habe, immer auch als sehr aktiv empfunden hab.

00:13:35: Die gibt es natürlich die total engagierten Leute und vor denen hab' ich auch großen Respekt.

00:13:40: Mir fällt es schwer das auf Werningerode zu beziehen ganz persönlich also.

00:13:44: das liegt einfach daran dass diese Stadt für mich eine enorme Vorgeschichte hat und sie kriege ich schlecht weg und... Ich merke es!

00:13:53: Es ist mir leichter gefallen mich versöhnlich zu stimmen mit Sachsen-Anhalt im Ganzen aufgrund der Leute, die ich in Sachsen-Anhalt kennenlernen durfte.

00:14:02: Und das ist für mich auch ein riesengroßer Faktor und das hat mein Bild generell von Sachsen Anhalt so viel positive gemacht ... Es gibt auch andere Teile von Sachsen-Anhalt, in denen ich lieber wohnen würde.

00:14:12: Aber woanders ist ja immer schöner und ... Und Bernice Roder hat für mich einfach diese Altlast.

00:14:18: aber zu sehen, dass es natürlich dann eine andere Seite gibt die für mich emotional so ein bisschen verschlossen ist, aber die es trotzdem gibt, ist total gut und das immer wieder dann auch zu sehen hat auch geholfen.

00:14:29: auf jeden Fall

00:14:31: Das ist was womit ich total viel anfangen kann wirklich finde was unseren podcast so wahnsinnig geprägt und bereichert hat.

00:14:42: also die stimmen von so vielen unterschiedlichen menschen zu sehen.

00:14:46: Und zu hören, die sich die allermeisten ja schon seit sehr vielen jahren antifaschistisch demokratisch antirassistisch engagieren das

00:14:58: hat

00:14:59: einfach Mein Verhältnis auch noch mal zu Sachsen-Anhalt, sagen wir mal.

00:15:05: Zu der positiven Seite von Sachsen Anhalt nochmal verstärkt.

00:15:09: also ich fühle wieder viel mehr so eine Verbundenheit.

00:15:12: aber ich kann deine Ambivalenz total nachvollziehen wobei Ich finde was mich wirklich beeindruckt hat ist dass Auch in sehr vielen kleinen Orten Menschen wirklich sehr mutig, antifaschistisch aktiv waren und sind.

00:15:30: Und wie du schon gesagt hast Katarina dass die Kirchen so klare Positionen beziehen eigentlich wie zuletzt vor mehr als dreißig Jahren ja also vor der Wende Als sie ein Anker der Oppositionsbewegung in der DDR waren.

00:15:47: das finde ich wirklich total ermutigend weil so viel Solidarität sichtbar ist und das sagt Ja auch Syed, den wir jetzt dazu auch gefragt haben.

00:15:59: Was bleibt?

00:16:01: Ja

00:16:01: mir hat in der letzten Monaten vor allem gelebte Solidarität Kraft gegeben.

00:16:07: zum Beispiel die Demonstration auf dem Magdeburg-Domblatz bei der ich selbst gesprochen habe, Demokratiefestival ein Tag vor der Landtagswahl zu sehen dass so viele Menschen zusammenkommen und sich gegen Rassismus stellen bedeutet mir viel Aber genau so wichtig für mich, was im Alltag passiert.

00:16:28: Im Kulturverein bringen wir Menschen zusammen organisieren Begegnungen und schaffen Räume in denen Menschen dazu gehören können Und auch dass es für mich eine Form von Widerstand sich organisieren, sichtbar bleiben und dieses Land mitgestalten.

00:16:46: Und beim Flüchtlingsrat erlebe ich, wie Menschen trotz großer Belastung weiter arbeiten und voreinander einstehen.

00:16:55: Die Unterstützung unserer Arbeit zeigt mir es gibt Menschen die Verantwortung übernehmen und das gibt mir Kraft.

00:17:03: Ja diese Kraft braucht es ja auch wirklich weil das was in Sachsen-Anhalt bevor steht tatsächlich die Regierungsübernahme von einer rechtsextremen Partei gestützt auf einen antidemokratischen Block.

00:17:21: Das ist, glaube ich wirklich krass und wir haben ja in der allerersten Folge über das Regierungsprogramm der AfD gesprochen und wir müssen das wirklich ernst nehmen was da drin steht.

00:17:34: Das zeigt die Erfahrung aus den USA.

00:17:40: Trump hat nahezu alles umgesetzt, was in diesem Strategiepapier Project twenty-twenty five vor den Wahlen zu lesen war.

00:17:53: Das Strategie Papier der extremen Rechten war ja veröffentlicht worden und aus dem USA zu lernen bedeutet tatsächlich dass wir davon ausgehen müssen das die AfD versuchen wird, alles umzusetzen was sie in dem Regierungsprogramm das ja im Januar diesen Jahres veröffentlicht wurde auch schon aufgeschrieben hat.

00:18:17: und dazu gehört eben die sogenannte Abschieberoffensive für diese hundert Millionen Euro einen Plan der Umbau des Schulsystems.

00:18:27: Der Angriff auf die demokratische Zivilgesellschaft und die Kultur.

00:18:32: Und es wäre meiner Ansicht nach wirklich fatal, das zu unterschätzen.

00:18:37: Also ich weiß nicht wie's euch geht, Katharina?

00:18:39: Wie guckst denn du gerade auf diesen Dezember und alles was da kommt?

00:18:44: Wenn ich mir das angucke macht mir total Angst!

00:18:46: Das ist auch das was ich vorhin meinte dass ich doch ein enormes Unbehagenspüre generell wenn ich mir so die Weltpolitik anschaue und dann eben in dem Zusammenhang auch die AfD lese Aber dann auch noch mal ganz konkret, wenn es um Sachsen-Anhalt geht.

00:19:01: Also ich sehe da jetzt nur zwei kleine Lowlights, die jetzt in den letzten Wochen passiert sind.

00:19:07: Das eine ist der Kommentar von Ulrich Siegmund zum Thema in Anführungsstrichen Remigration.

00:19:13: Ich weiß nicht ob ihr euch erinnert das war am zehnten September also kurz nach den Wahlergebnissen.

00:19:19: Da gab's ne Pressekonferenz zu der geplanten Ansiedlung des israelischen Rüstungskonzerns LB Systems in Sangerhausen in Sachsenanhalt Und dazu sagte Ulrich Siegnund, unsere Position ist ganz klar.

00:19:32: Wir verteufeln nicht pauschal die Produktion von Rüstungsgütern weil und jetzt kommt das Lowlight, weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebungsoffensiven natürlich entsprechende Hilfsmittel brauchen usw.

00:19:44: Dabei ging es eben um Fahrzeuge, um Aufrüstung und Schutztechnik, die für Polizei und Sicherheitsbehörden beschafft werden sollen, um diese sogenannte Remigration vorwärts zu bringen.

00:19:56: Und das finde ich schon erschütternd, dass man das so in den Medien offen sagen kann und wie wenig wir eigentlich jetzt noch darüber sprechen.

00:20:07: Das war für mich ein Lowlight und das zweite Volkte gleich danach, nämlich hier im Oktober als Martin Selner der österreichische Rechtsextremist verkündete, dass er in Magdeburg einen Institut für Remigration erbauen will.

00:20:22: Und Remigration richtet sich dabei nicht gegen eine legale Abschiebung von Nicht-Staatsbürgern, die man auch schon diskutieren könnte und sollte.

00:20:32: Sondern umfasst in einem ganz rechtsextremen Sinne Menschen zum Beispiel auch, die eine sogenannte Migrationsgeschichte haben aber deutsche Staatsbürgerinnen sind.

00:20:41: Auch ich fall da in die erste oder zweiten Reihen mit rein – und auch viele Menschen, die ich kenne.

00:20:47: Das ist natürlich so ein rechtsnationaler Fiebertraum und gleichzeitig, wie klar und selbstverständlich das geäußert wird für Sachsen-Anhalt total bedrohlich.

00:20:58: Und ich finde was daran auch so bedrohlig ist die Geschwindigkeit mit der das alles passiert ja?

00:21:05: Also es ist ja noch nicht so lange her... dass die Recherchen von Korrektiv über das sogenannte Potsdamer Geheimtreffen und alle auf die Straße gebracht haben.

00:21:17: Und bei diesem Geheimtreffen, das nur noch mal als Stichwort wo eben die maßenhafte Abschiebung von Millionen Menschen aus Deutschland geplant besprochen wurde saßen genau die Personen zusammen über, die du jetzt gerade gesprochen hast.

00:21:37: Also Martin Selner Ulrich Siegmund der jetzt kurz davor ist AfD-Ministerpräsident zu werden und eine Person, über die wir noch nicht gesprochen haben aber die halt für den AfD Flügel innerhalb der CDU steht nämlich der Berliner CDU Politiker und Rechtsanwalt Ulrich Foskerau.

00:21:58: Und die saßen da alle zusammen Die inhaltlichen Überschneidungen, die dort besprochen wurden.

00:22:08: Die sollen jetzt Regierungspolitik werden.

00:22:11: aus dem abstrakten politischen Szenario wird eine konkrete Bedrohung

00:22:18: für

00:22:19: sehr viele Menschen in diesem Land und Sachsen-Anhalt soll zum Modell für diese Politik gemacht werden.

00:22:27: Und die alle betrifft aber die in erster Linie Menschen mit Flucht- und Migrationsbiografien zur Zielscheibe macht.

00:22:38: Und das verändert natürlich die Frage nach der eigenen Zukunft

00:22:41: dort.".

00:22:42: Und das beantwortet ja auch die Frage, was hat eine Sachsen-Anhalt mit dem restlichen Deutschland zu tun?

00:22:49: Ziemlich viel!

00:22:50: Und glaube ich an dieser Stelle kann man auch nochmal betonen dass es eben nicht nur um die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsenanhalt geht sondern um viele Probleme über Bundeslandgrenzen hinweg.

00:23:02: Ich wollte euch gerne mal fragen, wer euch denn von den Menschen, die wir kennengelernt haben im Gedächtnis geblieben ist.

00:23:09: Es gibt eine Person nämlich Rasan aus Halle der Aufforderung hoffnungsvoll zu bleiben mich wirklich immer dann begleitet wenn ich denke wow das hier ne nächste Zäsur einen Nächster-Tiefpunkt, dann denke ich Jaarazan die selbst eine Fluchtgeschichte hat.

00:23:34: Die trotzdem sagt hey wir haben schon so viel überstanden und wir können mit Hoffnung und Solidarität weitermachen.

00:23:42: das trägt mich.

00:23:44: Katharina wie ist denn es bei dir?

00:23:46: Es sind natürlich alle Warnsieger, ganz klar die bei uns waren.

00:23:50: Aber mir ist zum Beispiel in Erinnerung geblieben das Gespräch was ich mit Anja Arndt hatte aus der mobilen Opferberatung in Sachsen-Anhalt.

00:23:59: da haben wir über Zahlen gesprochen von rechter Gewalt und es war deshalb in Erinnernung gebleiben weil wir wahnsinnig bedrückt rausgegangen sind beide weil einfach so heftige Zahlen genannt wurden.

00:24:10: Wir hatten sie in unsere zweite Episode gebracht und auch mit Analysen von Anja was total spannend war, aber eben auch wirklich noch mal so ein Realitätscheck.

00:24:19: Hey!

00:24:19: Hier stehen

00:24:20: wir.".

00:24:21: Und eine andere Person, die mir natürlich in Erinnerung geblieben ist und jetzt sucht man sich so Lieblingskinder raus ... Aber das ist mein Lieblinkskind.

00:24:31: Da bin ich bei uns dabei.

00:24:32: Es war das Gespräch, was ich mit Christina geführt habe.

00:24:35: Das hatten wir in unserer Folge zur Schule.

00:24:37: Und Christina is meine älteste Freundin.

00:24:40: Wir sind beide zusammen, werden die Gerude aufgewachsen Und kennen uns seitdem ich drei bin, haben nebeneinander gewohnt und sind beide dann zum Studium ausgezogen aus Sachsen-Anhalt.

00:24:49: Sie ist später wieder zurück.

00:24:51: Nicht nach Wernigerode oder in den Hartz, aber nach Sachsen Anhalt und hat da eine Familie gegründet.

00:24:58: Mit ihr hatte ich mich im Vorfeld zu dem Thema Schule unterhalten.

00:25:01: Ich hab wenig Bezug zur Schule.

00:25:04: Wir haben dann gesprochen ... Sie hat drei Kinder, die im schulpflichtigen Alter sind.

00:25:11: Ich bin völlig anders aus diesem Gespräch damals rausgegangen als ich reingegangen bin, weil es mir so eine Welt eröffnet habe auf die ich selten schaue und gezeigt hab wie wichtig ist es auch das Thema Schule zu blicken in dem Kontext, indem wir uns bewegen.

00:25:24: Und ich erinnere mich noch dass Christina damals gesagt hat wenn die AfD an die Macht kommt dann ziehe ich aus Sachsen-Anhalt aus schon wegen ihrer Kinder.

00:25:33: Und ich hatte sie jetzt noch mal gefragt, so wie sieht's aus?

00:25:36: Wie geht es dir und was ist deine Entscheidung.

00:25:39: Da können wir mal kurz reinhören.

00:25:42: Hallo ihr Lieben hier ist.

00:25:43: Kristina!

00:25:44: Ihr habt nicht gefragt, wie es mir nach der Wahl geht.

00:25:48: Ich muss sagen das fällt mir gar nicht leicht die Frage zu beantworten.

00:25:52: Die Aussage, ich bin auch mitten in den Trauerprozess trifft es ganz gut.

00:25:57: Ich bin schockiert über die Wahlergebnisse.

00:26:02: Es macht mich traurig und wütend zugleich.

00:26:05: Mein Mann und ich, wir sind gerade am Ausloten, ob es hier für uns weitergehen kann?

00:26:12: Und wann der richtige Zeitpunkt ist zu gehen?

00:26:14: Ja also Christina ist sehr am überlegen wie's jetzt weitergeht und wohin ziehen, wie umziehen, wann umziehen... Das ist irgendwie so ein bisschen herzbrechend finde ich, also zu hören dass Leute wirklich ein ganz anderes Leben planen müssen oder sich dazu verpflichtet fühlen.

00:26:34: Aber Juli noch mal, wer ist dir denn so gut in Erinnerung geblieben?

00:26:41: Ist mir gut in der Erinnerungen gebliebt... Also ich glaube wenn ich von einer einzelnen Person weggehe und mir überlege Ich fand am krassesten die Geballtheit von verschiedenen Akteurinnen auf unterschiedlichen Ebenen.

00:26:54: Also du hast irgendwie Lehrkräfte, die sich engagieren.

00:26:56: Du hast Leute, die in den Eiswagen auf die Beine stellen und damit durchs Land pesen.

00:27:01: Es war nicht ihr Vortag, die im Moor eine komplett andere Kommunikation finden will.

00:27:07: Das fand ich auch das Schöne und das Bereichende, das zu lernen oder diesem Prozess mitverfolgen zu dürfen wie viele verschiedene Orte es gibt, wie die jeweils ihre Möglichkeiten finden dass für den Ort zu finden was der Ort braucht.

00:27:19: weil natürlich wissen die Leute die vor Ort sind immer am besten Bescheid Und das ist auch, glaube ich, was man hier nochmal zum Thema gehen oder bleiben feststellen könnte.

00:27:29: Dass das natürlich immer eine Entscheidung ist die von bestimmten Faktoren abhängt nämlich inwiefern bin ich vom Rassismus betroffen?

00:27:37: Inwiefern von Queerfeindlichkeit oder von rechter Gewalt?

00:27:41: und inwieferen habe ich damit vielleicht ne ganz andere Start Basis aus jemand, der sich hier aus politischer Überzeugung engagiert oder vielleicht hier Familie hat die schon seit mehreren Jahrzehnten erlebt und so weiter.

00:27:53: Und wenn man dann noch zum Beispiel Angehörige zu versorgen hat ... Also Kinder sind ja auch Angehörtige!

00:28:01: Ich bin da nicht so.

00:28:03: wenn da nicht so ... ja, oder finanziell einfach nicht so flexibel ist.

00:28:08: Center ist halt diese Entscheidung noch mal viel gewichtiger im Sinne von kann ich es mir überhaupt leisten umzuziehen?

00:28:14: Oder nicht!

00:28:15: Wenn du jetzt aus einer sicheren Wohnung kommst und einen Job hast der dich irgendwie finanzieell versorgt und ein unterstütztes Umfeld hat in einer anderen Stadt und vielleicht auch soziale Kontakte schon an den anderen Städten dann ist diese Entscheidung natürlich ein ganz anderes Gewicht.

00:28:30: ob ich gehen oder bleiben kann

00:28:31: Absolut, ja.

00:28:33: Und dieser Trauerprozess über den Christina spricht ... das ist etwas was ich wirklich auch von vielen unserer Gesprächspartnerinnen gehört hab.

00:28:45: und Robert Fizke, den wir auch in vielen Folgen gehört haben der uns dankungswerterweise muss man sagen neben den vielen Dingen die er als Geschäftsführer der Zora alles auf die Peine gestellt hat auch mit Analysen und eigentlich seinem Optimismus begleitet hat, der spricht eben auch von diesen Trauern.

00:29:11: Was so den Alltag auch prägt ja?

00:29:14: Also was immer wieder für viele, für ihn, für andere ... eben auch

00:29:21: so hoch

00:29:21: kommt und plötzlich zwischen drin, zwischen den ganzen Alltagsaktivitäten eine große Bedeutung hat.

00:29:29: Und ich glaube wir sollten es nicht unterschätzen wie groß die Erschütterung eben auch ist weil ... Du hast ja eben gesagt Katharina, die Nachbarin, die Schulfreundinnen Christina hat das in der Schulfolge gesagt, die LehrerInnen Wie viele jetzt?

00:29:48: sich offen als Menschenfeinde positionieren.

00:29:52: Das ist wirklich erschöternd, ja?

00:29:56: Du hattest auch mit Said Said darüber gesprochen Heike, ne was sagt er denn dazu?

00:30:01: Also Said Said kann keine verlässlichen Zahlen sagen aber er macht eine Dimension auf die Christina ja auch schon aufgemacht hat nämlich dass es her wirklich um das Leben die Zukunft von so vielen Menschen geht.

00:30:16: Ich kann nicht serious sagen, ob es insgesamt gehen oder bleiben überwiegt.

00:30:20: Aber ich nehme wahr dass die Frage, ob man hier eine sicherer Zukunft hat viele Menschen sehr beschäftigt und dabei geht es um Menschen, die hier längst ein Leben aufgebaut haben.

00:30:32: sie arbeiten studieren haben Freundschaften und engagieren sich.

00:30:36: Sachsen Anhalt ist ihr Zuhause Und wenn Sie trotzdem über einen Wegzug nachdenken zeigt das, wie tief die Verunsicherung geht.

00:30:45: Und schon vor der Wahl habe ich auf Instagram eine Umfrage gemacht und sie war nicht repräsentativ aber unter den Teilnehmern war der Gedanke an Zweckziehen sehr verbreitet und diese Sorge sind also nicht plötzlich entstanden.

00:31:04: Es gibt ja aber auch Leute, die zurückkehren nach Sachsen-Anhalt.

00:31:09: Eine davon, die das zuletzt verkündet hat ist Luna Möbius und sie sagt uns wieso sich dafür entschieden hat.

00:31:18: Ich habe mich aus verschiedenen Gründen entschieden zurück nach Sachseneinheit zu ziehen.

00:31:21: Ich glaube, der Wichtigste ist, dass meine Familie dort wohnt.

00:31:23: Dass meine engsten Freundinnen dort wohnen und ich einfach sehr gerne wieder näher an den Menschen sein möchte die mir sehr wichtig sind, die mir viel Kraft geben sowohl persönlich als auch um eine Arbeit weiterzumachen.

00:31:34: Im zweiten Grund Sachsen-Anhalt ist mein Zuhause.

00:31:38: Ich bin da groß geworden, ich bin zur Schule gegangen, ich kenne mich dort aus, ich fühle mich dort wohl ... Und ich werde mir ja mein Zu Hause nicht von einem Ulrich Siegmund oder vom Tilschneider kaputt machen oder wegnehmen lassen.

00:31:49: also Die AfD versucht ja ständig, dieses Bild zu zeichnen von einem Sachsen-Anhalt in dem es wieder queere Menschen gäbe und noch Menschen mit Migrationsgeschichte oder anderweitig von Diskriminierung betroffen.

00:31:58: Und das ist ja kompletter Quatsch!

00:31:59: Viele viele Menschen fühlen sich dort wohl, fühlen sie sich dort zu Hause und eine AfD wird nicht bestimmen wer sich dort wohlt und wer sich da sicher fühlen sollte.

00:32:08: Also ich finde es wirklich mutig von Luna und auch echt ermutigen natürlich für viele andere vor allen Dingen LGBTQA-Community in Sachsen-Anhalt und im ländlichen Raum, im Osten insgesamt so.

00:32:24: Und gleichzeitig ist mir wirklich im Ohr was sei Zeit sagt nämlich das es ja nicht eine Frage ist von moralischer Bewertung ob man kommt geht oder bleibt sondern sehr individuelle Entscheidungen und niemand anderes kann diese Entscheidung treffen außer der Person, ähm ... der jeweiligen oder der jeweilligen Familie.

00:32:51: Ich hab gar nicht so wirklich Angst davor zurückzuziehen aber es gibt natürlich ein paar Dinge die mir Sorgen bereiten wenn ich mir die politische Lage, die politischen Situationen und auch die Entwicklungen anschaue Und mir ist schon klar dass ich als queere Person aber auch als Person die zu einem gewissen Grad in der Öffentlichkeit steht auch nochmal anders von Anfeindungen betroffen bin.

00:33:12: Ehrlicherweise versuche ich mich darauf, aber gerade gar nicht so konzentrieren.

00:33:16: Sondern einfach die vielen positiven Aspekte zu sehen, die mir in Berlin in meinem Leben fehlen.

00:33:23: Die Nähe zu den Menschen, die wichtig sind.

00:33:25: Aber ich liebe auch Halle!

00:33:27: Ich komme dort richtig gut zur Ruhe an der Saale und chill gerne mit den Leuten vom Puppentheater.

00:33:33: Ich habe mich dann in den letzten fünf Jahren, in denen ich in Halle gewohnt hab, sehr viel aufgebaut was sich vermisse.

00:33:40: Ich hoffe gar nicht, sondern freue mich darauf, das wieder als festen Bestandteil in meinem Leben zu haben.

00:33:47: Und es hilft mir auch sehr mit politischen Sorgen und Weltschmerzen und Ängsten

00:33:50: umzugehen.".

00:33:51: Luna hat eine Entscheidung getroffen.

00:33:54: Ich wurde, ich glaub du hast auch mit Menschen zu tun die andere Entscheidungen treffen und wir alle kennen ja Menschen die anderen Entscheidungen treffen.

00:34:02: Niemandem steht es zu Menschen zu verurteilen, wenn sie sich zum Genen entscheiden wie z.B.

00:34:12: auch Max Schneller der als maximal demokratisch ja auch wirklich sehr bekannt geworden ist, der immer gesagt hat erst siebzehn er versucht alles um sich der extremen Rechten entgegenzustellen der wirklich auch eine wahnsinnige Kraft und Präsenz entfaltet hat Und der jetzt sagt hey ich muss mich schützen Ich muss über meine Zukunft selbst entscheiden können.

00:34:37: Ich mache eine Ausbildung und die kann ich in Sachsen-Anhalt nicht machen, weil ich so bedroht

00:34:42: werde.".

00:34:42: Und der eben gerade öffentlich auch verkündet hat er geht nach Berlin?

00:34:47: Weil es woanders nicht möglich ist!

00:34:48: Ich würde gerne noch, weil du grad auch Max angesprochen hast, teige die Perspektive ein bisschen erweitern um die Frage was bleiben oder gehen eigentlich bedeutet, weil gerade im Fall von Max, der ja auch öffentlich jetzt Ich würde schon Schaming nennen erfahren hat.

00:35:04: Bedeutet ihr das bleiben oder gehen nicht nur, dass er sich vielleicht möglicherweise physisch aus einem Raum entfernt?

00:35:11: Aber wie es immer so ist mit Bindung die ist ja nicht plötzlich weg weil man ein Ort verlässt oder irgendwo anders hingeht was natürlich vor und Nachteile hat.

00:35:20: und ich glaube da muss man sich auch einmal bewusst machen, dass bleiben sich auch verändern können darf und natürlich auch im Kopf passiert und natürlich Engagement für Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern auch möglich ist, wenn man sonst wohnt.

00:35:35: Man muss halt irgendwie die eigenen Methoden finden wie dieses Engagement aussehen kann und Leiben keine Kapitulation, sondern kann natürlich auch solidarisch und widerständig sein.

00:35:47: Ihr erinnert euch bestimmt an Mr.

00:35:49: Wheelchair der ja auch in Folge eins bei uns zu Gast war.

00:35:54: Mister Wheelchair lebt im Harz in Sachsen-Anhalt und nutzt seine Perspektive um vor allem Festivals barrierefrei zu machen und engagiert sich vor allem auf Instagram und auch im sogenannten Real Life gegen rechts.

00:36:09: Und als wir zu der Folge zurechter Gewalt gehört haben, ist er uns vor allem im Gedächtnis geblieben durch seine positive Energie.

00:36:18: Deswegen haben wir noch mal bei ihm nachgefragt wie es ihm denn nun nach der Wahl geht und ob er bleibt oder geht?

00:36:25: Ja also ich bin definitiv immer noch im Team.

00:36:30: bleiben statt gehen Sachsen-Anhalt.

00:36:32: Ich habe mich eigentlich eher bestärkt das ganze Jahr wie geschwicht.

00:36:37: Ich fand es wunderbar, wie viele Menschen auf die Straße gegangen sind und gezeigt haben, dass sie nicht rechts sind ohne Führnazis.

00:36:48: Einfach sehr, sehr viele junge Menschen auch, was mich da positiv bestimmt hat und dagegen gesteuert haben mit den ganzen Demos und friedlich gegen das Ganze von der AfD.

00:37:01: supergeil und definitiv bleiben weil ich sage, ein Anhalt ist ein schönes Bundesland Und da sollte man sich nicht vertreiben lassen von heißen Hetzer und irgendwelchen rechten Gedanken.

00:37:13: gut, niemals finde ich den besseren Weg zu bleiben.

00:37:17: Bin auch sehr glücklich und das ist also viel Leute gibt hier bei uns vor allen Dingen auch junge Menschen.

00:37:24: auch die darf für einen Stand haben.

00:37:26: Super super geil!

00:37:28: Wir sind eine coole Gruppe und werden auf jeden Fall am Start bleiben, nacksten Anhalt Ruhls und ja schauen wir mal was es nächstes Jahr bringt Und wir machen einfach weiter.

00:37:39: Das würde ich sagen, ist auch eine Form von Solidarität und Protest die wir von Mr.

00:37:44: Wheelchair jetzt kennengelernt haben Heike.

00:37:47: Und das ist ja auch ein Thema mit dem du dich beschäftigt hast nicht wahr?

00:37:50: Absolut!

00:37:52: Ich würde sagen, mit dem hat sich auch von Anfang an unser Podcast beschäftigt also diese verschiedenen Formen von Protest und Solidaritäts.

00:38:03: Vielleicht erinnert ihr euch noch an diese wirklich tollen Initiativen, mit denen zum Beispiel auch Leute auf eine sehr subversive aber gleichzeitig so klar positionierte hat und Weise versucht haben.

00:38:20: Auch nochmal AfD-und Nichtwählerinnen anzusprechen die wir vorgestellt haben.

00:38:30: Als ich jetzt über so eine Bilanz nachgedacht habe oder so eine Zwischenbilanz dieses Jahres auch gedacht, naja wir alle haben ja Bilder zu protesten die besonders eindrücklich waren.

00:38:43: Und Juli und Katharina bevor ich meine Bilder verrate wollte ich euch eigentlich fragen was sind Eure Bilder, also was ist euch so als Bild oder Symbol für Proteste im Kopf geblieben?

00:39:01: Also ich hab gar kein konkretes Bild vor Augen.

00:39:04: Aber ich habe ein bestimmtes Gefühl wenn ich zurückdenke und das ist ein Gefühl von ... Was natürlich auch durch unseren Podcast entstanden ist weil wir immer wieder darüber berichtet haben wer sich engagiert und da Beispiele mitgebracht haben.

00:39:19: Und gerade Juli du hattest super kreative Beispiele immer aus Mecklenburg-Vorpommern.

00:39:25: Und jetzt höre ich, hatten wir auch tolle Sachen aus Sachsen-Anhalt und für mich ist irgendwie so ein Gefühl hängen geblieben was sich im Zuge der letzten Wochen vor den Wahlen ergeben hat wo einfach Menschen auf die unterschiedlichste Weise und aus den unterschiedlichen Zusammenhängen irgendwie an einer gleichen Sache arbeiten ohne dass es eine große Protestbewegung, Widerstandsbewegungen ist.

00:39:48: Aber trotzdem irgendwie ein Gefühl von hey wir arbeiten ja an der gleichen Sache.

00:39:53: da war und das ist bei mir sehr hängen geblieben und auch sehr positiv hängengeblieben.

00:39:56: Und dass es auch einen Punkt wo ich immer denke ah darauf kann ich mich noch verlassen.

00:40:02: Welche Bilder gab's denn für dich Heike?

00:40:04: Naja eins davon hast du aus Mecklenburg-Vorpommern mitgebracht Juli das hast du hoffentlich nicht vergessen nämlich das Ehepaar Lohmeier aus Jamel.

00:40:15: Also ich fand es wahnsinnig eindrücklich, Frau Lohmayer nochmal bei uns im Podcast zu hören und wirklich über diese Kraft von Solidarität sprechen zu hören, die es ihnen aber eben auch sehr vielen anderen in ländlichen Raum überhaupt nur ermöglicht umgeben von Nazis zu bleiben und dass diese Solidarität eben auch wirklich kontinuierlich sein muss.

00:40:46: Und ein anderes Bild, was ich auch wirklich sehr eindrücklich fand darüber hat Said, der eben schon

00:40:53: gesprochen nämlich

00:40:54: sowohl

00:40:55: der Migrastreik also der Streik von migrantischen Unternehmerinnen kleinen Gewerbetreibenden in Sachsen-Anhalt vor den Landtagswahlen als so ein wirklich klares Zeichen, hey wir sind hier.

00:41:10: Wir bleiben hier und wenn wir gehen dann bricht ja die Infrastruktur aber auch zusammen und natürlich das große Demokratiefestival.

00:41:21: Und seit den Wahlen gibt es für mich ein Bild.

00:41:26: was ist eigentlich So zum Symbol geworden?

00:41:31: ist?

00:41:33: zivilen Ungehorsam für Zivilcourage, die alles verändern kann und die eben auch ein klares Storbzeichen setzt den Faschisten.

00:41:45: Und wie notwendig das ist?

00:41:47: Das sind die Menschenkette der jüdischen Studierendenunion, die den Fassisten Hans-Thomas Tilschneider, der ja jetzt auch stellvertretender Landtagsvizepräsident der AfD ist am neunten Oktober daran gehindert haben,

00:42:06: die

00:42:07: Synagoge in Halle zu betreten.

00:42:09: Und Tillschneider – das war klar – wollte das Gedenken an den antisemitischen, rechtsterroristischen und rassistischen Anschlag sieben Jahre zuvor auf die Betenden in der Synagogue, auf den Kiezdöner eben missbrauchen als Bühne und zur Normalisierung.

00:42:31: Diese mutigen jüdischen Studierenden haben genau das verhindert.

00:42:37: Und diese Aktion zeigt ja wirklich weit über Sachsen-Anhalt hinaus, wenige Menschen können durch Zivilcourage und ungehorsam sehr klar dem Faschismus Grenzen aufzeigen und damit viele andere Menschen ermutigen.

00:42:58: Ich kann mich auch daran erinnern, ich fand das waren sehr bewegende Bilder.

00:43:01: Und ich weiß noch, dass ich die gesehen hatte und dachte so wow!

00:43:05: Erst mal wie mutig, wie stark aber auch wie wichtig nicht nur für Sachsen anhalt sondern auch für ein größeres Bild eben... Wir gehen aufzustehen, wenn eine Debatte um Antisemitismus von rechts instrumentalisiert wird.

00:43:19: Auch in einem größeren Zusammenhang ist es total wichtig und ich habe auch gemerkt wie viel Vertrauen mir das gegeben hat vor allem in junge Menschen, denen ich finde dass sie echt stabile wichtige Aktionen machen die man ja auch weltweit jetzt sieht.

00:43:33: Da hab' ich gemerkt das gibt mir Vertrauen.

00:43:35: Ich weiß Vertrauen und Vertrauensverlust war ein Thema was wir sehr häufig im Podcast besprochen haben auf das du dich Juli auch nochmal besonders jetzt vorbereitet hattest.

00:43:44: Genau!

00:43:45: Mein großes Thema bei Kippung Ost war Vertrauen, weil wie du schon gesagt hast ist meine Wahrnehmung dass wir jetzt in den vergangenen zwölf Episoden mit so vielen Menschen gesprochen haben und so viele Menschen uns begegnet sind deren Vertrauen in irgendeine Art und Weise erschüttert wurde.

00:44:00: Ich erinnere euch einmal an die engagierten Endemien die sagen ey Stadtverwaltung wieso lasst ihr uns eigentlich im Stich wenn wir hier gegen Rechtsextreme auf die Straßen gehen?

00:44:09: ich erinner euch an Eltern die nicht wissen ob Schule ihre Kinder schützen kann.

00:44:14: Ich erinnere euch an die vielen Menschen, die nach dem Anschlag in Berlin auf den CSD gesagt haben.

00:44:20: Okay hier im ländlichen Raum erleben wir zwar Solidarität aber wir erleben schon auch queerfeindliche Anfeindungen und sind uns gar nicht mehr so sicher wer hinter uns steht.

00:44:30: Und ich erinnere euch gerne an einen Fall und Leute, die hier erlebt haben wie demokratische Parteien mit Rechtsextremen abgestimmt haben.

00:44:38: Wir zoomen einmal noch mal in die Mecklenburgische Seemplatte wo das Programm Demokratie Leben ja auch mit CDU-Enthaltungen abgesägt wurde was von undine vom Transitfestival als Schienbeintritt für Demokraten bezeichnet wurde was aus meiner Perspektive relativ zutreffend ist.

00:44:56: Und also bin ich zu dem Gedanken gelangt.

00:44:59: Wir haben uns jetzt gefühlt dreihundertmal in allen möglichen Episoden darüber unterhalten, wie erschüttert das Vertrauen auf verschiedenen Ebenen ist und wir haben aber nie so richtig gefragt, was nun?

00:45:12: Wie stellt man das eigentlich wieder her?

00:45:14: Wie gehen wir denn damit um?

00:45:15: Ich wollte uns nicht aus dieser Staffel von Kipppunkt Ost entlassen ohne dass wir da ordentlich aufgeräumt

00:45:21: haben.".

00:45:22: Oh, bold Statement.

00:45:24: Los geht's!

00:45:25: Ja das möchte ich hören.

00:45:27: Ich auch.

00:45:28: Okay also ich habe mich natürlich erst mal wieder so eine Definitionsfrage gestellt und mich gefragt was ist Vertrauen überhaupt?

00:45:35: In der Wissenschaft gibt es dann natürlich viele verschiedene Ansätze und viele verschiedene Disziplinen die da unterschiedlich drauf gucken.

00:45:42: Ich hab euch mitgebracht Niklas Numan den Soziologen weil er einen ganz interessanten Ansatz verfolgt glaube ich der für uns wichtig sein könnte.

00:45:51: Der sagt erst mal, Vertrauen ist eine riskante Vorleistung.

00:45:56: Also immer mit Risiko verbunden, weil man sich ja auf was verlässt ohne sicher zu sein dass es dann auch so kommt.

00:46:02: und wichtig für das Verständnis ist, dass es jetzt erstmal nicht so ein gefühliges Thema ist und kein warmes Gefühl ist sondern einer Art Mechanismus also eine Art sozialer Klebstoff der überhaupt erst möglich macht, dass Menschen zusammen sein können.

00:46:19: Und Vertrauen entsteht jetzt nicht unbedingt in den Phasen, wo alles gut läuft.

00:46:22: Weil das kann jeder wenn alles easy ist und schön ist und toll ist.

00:46:27: aber Vertrauen steht vor allem in den Raffenphasen wo es mal ein paar Herausforderungen gibt.

00:46:35: Wenn Vertrauen eine Vorleistung ist, gehört quasi immer schon zur DNA von Vertrauen.

00:46:43: Und was ich gelernt habe, dass Enttäuschung erst in jüngerer Zeit so negativ konnotiert ist und früher eigentlich nur das Ende einer Täuschungen formulieren wollte.

00:46:55: Was auch Positives ist, wo häufig auch Wehtun kann.

00:46:58: aber danach sieht man einfach klarer.

00:47:00: also es kann auch eine Chance sein.

00:47:03: Also kannst du das mal konkret erklären, Juli?

00:47:07: Einerseits kann ich mir total viel drunter vorstellen.

00:47:09: Andererseits finde ich es ganz schön abstrakt.

00:47:13: und was braucht man damit Vertrauen dann wieder hergestellt wird?

00:47:17: Ja, also leider ziemlich viel.

00:47:20: Wir nehmen jetzt mal an, der Vertrauensbruch ist geschehen und ich möchte das einmal durchdeklinieren in dem Beispiel der CDU hier an der Seenplatte.

00:47:28: Also es gab diese Abstimmung und die Menschen haben gelernt hey wir können uns im Zweifel nicht auf euch CDU verlassen.

00:47:35: Ihr faltet uns in den Rücken in Räumen wo wir eigentlich gedacht haben dass ihr uns mit denkt weil wir euch als demokratische Partei wahrgenommen haben Egal.

00:47:48: Und da ist sich auch die Forschung einig, also Vertrauen lässt sich nicht herbeireden sondern wenn es einmal zerrütet ist dann dauert es lange und ist im Prozess bis es wieder nachwächst.

00:47:58: und zwar nicht durch Worte sondern eben durch verändertes und sehr konsequentes Verhalten kannst du das erst langsam wieder aufbauen.

00:48:06: dafür braucht es beide Seiten einmal die Seite die dem Bruch verursacht hat und einmal die seite die enttäuscht wurde.

00:48:13: Und was genau stellt denn das Vertrauen wieder her?

00:48:17: Also die schlechte Neuigkeit ist, der Urzustand kann leider nicht mehr erreicht werden.

00:48:22: So wie vorher wird es leider nie wieder weil die enttäuschte Seite ja jetzt gelernt hat Mist.

00:48:26: also sowas ist zwischen uns möglich und dieser fahrungswert bleibt natürlich.

00:48:31: aber daraus kann eben was anderes entstehen was zumindest das Potenzial hat was größeres draus werden zu lassen als vor dem Bruch.

00:48:39: und wichtig dafür sind verschiedene Sachen.

00:48:42: erst mal die klare Übernahme von Verantwortung dann das Angebot den Schaden wieder gut zu machen.

00:48:49: Und damit sind wir nämlich schon bei der eigentlichen Herausforderung angelangt, jetzt brauchen wir natürlich erst mal ein Angebot, dass es den Schadenerz nimmt und auch einen Reparaturversuch

00:48:59: leistet.".

00:49:00: Also das wäre wirklich schön weil da fallen mir diverseste CDU-Politikerinnen sofort ein die sich weder entschuldigt haben noch denken, dass das sinnvoll wäre Vertrauen wiederherzustellen dass sie selbst verspielt haben.

00:49:16: Julie, wie ist denn das weitergegangen?

00:49:18: Ja also jetzt geht es erst ehrlich gesagt richtig los.

00:49:21: Jetzt kommt erst der Next Level Schwierigkeitsgrad nämlich den Schaden wieder gut zu machen wenn man die demokratisch engagierten zumindest nicht einfach darauf sitzen lassen will.

00:49:31: Und problematischerweise wird das meistens, wie du sagst, Heike nicht aufgeführt.

00:49:36: Weil jetzt ist es natürlich nicht mehr easy going sondern jetzt kostet es was.

00:49:40: Die Forschung spricht in solchen Situationen von Coast-free Signals und das sind quasi Signale die symbolisieren wer jetzt bereit ist einen Preis zu zahlen für den Schaden den er angerichtet hat zeigt dass es ernst ist und das ist irgendwie etwas bedeutet.

00:49:56: und das heißt in unserem konkreten Fall das Geld, was verloren gegangen ist muss wieder her.

00:50:02: Das reicht aber nicht weil wir brauchen natürlich Verlässlichkeit als Muster und dass es anstrengend und es dauert und Vertrauen kehrt aber natürlich erst wieder zurück wenn das neue Verhalten zum Muster wird und da gibt's leider keine Abkürzungen.

00:50:15: Die Verantwortung für die Reparatur liegt bei denen sie den Bruch verursacht haben.

00:50:20: Und wenn jetzt die demokratisch engagierten quasi ohne ein Angebot oder so einfach sagen würden, ja okay wir wählen euch trotzdem.

00:50:27: Wäre das ziemlich naiv?

00:50:29: Ehrlich gesagt ich wollte euch aber noch etwas zeigen dazu.

00:50:33: Also dieser Fall hat sich ja im... Ich glaube Anfang Juni dieses Jahres geeignet und mich hat jetzt Anfang Oktober also drei Monate später eine Sprache nachher nicht erreicht von besagter und diene die mich noch mal geupdatet hat.

00:50:47: Sie hatte sich damals mit dem Transitfestival um vierzehntausend Euro beworben, die ihr dann weggebrochen sind.

00:50:54: und jetzt hat sie mir Folgendes erzählt.

00:50:56: Hallo Juli!

00:50:57: Das ist so viel los gewesen

00:50:59: und da haben wir uns gar nicht zusammen telefoniert.

00:51:01: Ich wollte dir sagen... Die Partnerschaft für Demokratie ist wiederbelebt.

00:51:04: seit gestern Nacht um zwanzig Uhr noch was in der Seenplatte.

00:51:08: Der Lars Bütner von der Linken hat mich angerufen und meinte es war jetzt diese Zucht Und jetzt muss man mal gucken, was

00:51:16: damit passiert.

00:51:18: Nur so als Info es wird wahrscheinlich... Es war Presse dort aber er meinte das war noch nichts zu lesen weil's so spät war.

00:51:24: Aber ich dachte dann weißt du vielleicht schneller Bescheid als jemand anders und ich wollte dir mal bescheid sagen.

00:51:31: Ja voll schön!

00:51:32: Also

00:51:34: das zeigt ja auch dass Protest wirklich wirksam sein kann

00:51:37: Genau.

00:51:38: Das ist zwar noch mal ein Plottwist in dieser Sache, weil sich der Kreiszagmiklimburgische Seemplatte nochmal zusammengesetzt hat und nochmal abgestimmt hat über das Programm und dann tatsächlich geschafft hat dass es Programm eben erhalten bleibt.

00:51:51: Die demokratisch engagierten haben jetzt natürlich trotzdem gelernt, was möglich ist wenn sie eben auch von demokratischen Parteien enttäuscht werden und werden jetzt in Zukunft natürlich genauer hinschauen.

00:52:02: Gleichzeitig haben Sie aber auch sich sofort formiert und haben sofort vor der Indie-Heubrandenburg eine Demo organisiert und das nehme ich so mit.

00:52:11: für uns Das

00:52:35: ist wirklich wichtig.

00:52:37: Ich fürchte halt nur ... angesichts dieser vielen Vertrauensbrüche, looking at you CDU muss ja ganz schön viel Reparaturarbeit gemacht werden.

00:52:50: Und das würde halt auch bedeuten dass Leute die sich quasi auf der Rutschbahn ins antidemokratische Lager befinden, dass sie Ansalen bekommen und dass der Rest sollte immer noch die Mehrheit sein sich wirklich zusammenrappelt und sagt, nee wir müssen um dieses Vertrauen ernsthaft kämpfen.

00:53:14: Und dafür müssen ja sehr vielen Menschen zuhören.

00:53:19: Ja, zu hören und in die Praxis gehen und uns überlegen was machen wir denn jetzt damit?

00:53:23: Weil ich glaube das ist auch wichtig festzustellen dass so Vertrauen aufzubauen oder Vertrauen zu reparieren halt eigentlich eine ständige Praxis ist.

00:53:31: Naja es würde ja auch bedeuten dass die demokratischen Parteien ja looking at SPD, Grüne Linke.

00:53:39: Dass die auch noch mal in sich gehen und überlegen das Vertrauen was die Wähler ihnen jetzt geschenkt haben dass sie das wirklich ernst nehmen und Verantwortung übernehmen

00:53:51: für

00:53:52: eine gute Politik, für ne soziale Politik Und dass das auch nur passiert wenn Die proteste und unser aller Solidarität obwohl narrablen Communities laut sind.

00:54:10: Heike, das sprichst du nicht nur mein Zauberwort Vertrauen an, sondern Verantwortung.

00:54:14: Seit Jahren denke ich darüber nach ein Buch über Verantwortung und Verantwortungsübernahme zu schreiben.

00:54:19: Denn das ist auch in der Politik aber auch in einer Gesellschaft irgendwie was, was uns allen bisschen abhandengekommen ist.

00:54:26: Und was sich in der Politik sehr stark vermisse.

00:54:29: wir müssen Verantwortung über Dinge übernehmen.

00:54:32: Aber ich dachte gerade als ich das Beispiel von Unline gehört hab Also erstmal alles richtig, was ihr gesagt habt.

00:54:37: Ich schließe mich da total an.

00:54:39: und gleichzeitig gibt es natürlich auch eine andere Ebene von Vertrauen nämlich das Vertrauen in sich selber zu merken.

00:54:46: ich habe eine Handlungsfähigkeit ich kann etwas erreichen.

00:54:50: Dafür sind solche Prozesse so enttäuschend, sie auch sind.

00:54:53: Am Ende doch für einen selber gut zu merken ... Ich hab mich gewährt und das hat was gebracht.

00:54:59: Und ich kann mir vertrauen, diesen Prozess vertrauen.

00:55:02: Darin vertrauen dass ich handlungsfähig bleibe.

00:55:05: Und vielleicht immer mal wieder Team ... Glas halb voll und hier auch, aber das nehme ich mir aus dem Beispiel mit.

00:55:14: Und das ist was, was ich auch im letzten Jahr mit euch ganz stark praktizieren konnte.

00:55:21: Selbstwirksamkeit und Vertrauen in Prozesse die vielleicht nicht direkt in der Politik liegen.

00:55:30: also... oder eher gesagt meine Hoffnungslosigkeit, die ich manchmal auch hatte und meinen Vertrauensverlust mit euch besprechen zu können.

00:55:37: Und jede ... alle vierzehn Tage immer wieder diese Plattformen haben auf die ich mich verlassen kann.

00:55:43: Die Raum für das bietet.

00:55:45: An der Stelle möchte ich mich bei euch dafür ganz herzlich und liebevoll bedanken.

00:55:51: Denn es hat mir viel bedeutet, dass ja über.

00:55:54: Es hat mir ganz viel Kraft geschenkt!

00:55:56: Und wir hatten es am Anfang ja auch schon gesagt, die erste Staffel von Kipp.

00:56:01: Ost ist mit dieser Folge zu Ende.

00:56:03: und ich wollte euch am Ende dieser Folge auch noch mal fragen was hat euch das Jahr gegeben?

00:56:11: Was ist euch in Gedächtnis geblieben?

00:56:13: Was war euch wichtig mit dem Podcast?

00:56:15: Ich habe einen Mordsrespekt gewonnen glaube ich also vor den vielen Menschen die wir kennengelernt haben für euch vor uns wie wir das alles miteinander gemeistert haben und aufgezogen haben.

00:56:31: Ich finde, dass schon toll in dem Prozess des Verstehens auch zu gehen und selber mal zu sagen ich möchte das Mikrofon abgeben an Leute die sich besser auskennen oder irgendwas mir erzählen was ich vielleicht vorher noch nicht verstanden habe und das fand ich total wertvoll und bin dankbar dafür, dass.

00:56:50: viele Leute haben ja zu uns gesagt Danke, dass ihr uns begleitet habt Aber gleichermaßen haben sie uns ja auch begleitet in diesem Prozess und in diesem Jahr.

00:56:59: Juli, ich kann mich da voll anschließen das hat mich wirklich am allermeisten geprägt jedes mal auf neue zu denken.

00:57:08: Ich habe so einen riesigen Respekt vor Menschen die in all dem Alltagsgewusel In all diesen Alltages Herausforderungen immer wieder die Kraft aufbringen rauszugehen, zu flyern.

00:57:23: Zu den Kundgebungen Konzerte zu planen, Lesung zuplanen Veranstaltungen zuplan'n das rote Sofa nach den Landtagswahlen auf dem Marktplatz in Halle aufzustellen die geschützten Räume zu schaffen in denen Menschen nach den landtagswahlen sprechen konnten.

00:57:46: also ich gehe wirklich raus mit einer unglaublichen Dankbarkeit für die vielen Communities, die ja weitermachen werden.

00:57:56: Wir sind Teil davon und ich gehe raus mit einem wirklich nochmal mehr gewachsenen Respekt für alle ganz egal wie die Entscheidungen in den kommenden Monaten aussehen werden.

00:58:11: aber ihr

00:58:11: habt

00:58:12: weit über Sachsen-Anhalt hinaus wirklich dieses Land besser gemacht und verändert.

00:58:19: Und in diesem Zusammenhang bedanke ich mich auch für die Personen, die heute uns ihre Geschichten anvertraut haben und die uns grundsätzlich ihre Geschicht anvertragt haben.

00:58:32: Ich bedanque mich bei allen, die zugehört haben, geschrieben haben oder weitererzählt haben.

00:58:38: Also wir arbeiten an der zweiten Staffel mit neuem Format muss man sagen, also auch da schon vielen Dank an Haus Eins, an Katrin für Beratung und Unterstützung.

00:58:53: Und leider das war ja auch klar sind die Themen, die die Wahl geprägt haben quasi jetzt nochmal Konzentrierte auf den Tisch und deswegen konzipieren wir erst mal hinter den Kulissen Auch von euch hören, was interessiert euch für die zweite Staffel?

00:59:16: Welche Themenwünsche habt ihr?

00:59:19: Schreibt es uns.

00:59:20: Ihr findet unsere Mail-Adresse auf unserer Website kipp.ostde.

00:59:27: Ihr könnt uns über BlueSky oder Insta Themenwunsch schreiben.

00:59:32: Wenn ihr eine coole Idee habt welche perfekten Medienpartnerschaften wir eingehen sollten schreibt uns das auch.

00:59:41: Zudem Dank gehört natürlich auch der Dank an alle Spenderinnen, an alle die uns auf Steady unterstützt haben und an alle, die die Arbeit von Kippunkt Ost gefördert haben.

00:59:54: Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen!

00:59:58: So, was mache ich denn jetzt?

00:59:59: Wenn die Sehnsucht in der Zwischenzeit zu groß ist.

01:00:02: Katharina wo finde ich dich denn und deine Arbeit?

01:00:06: Also man findet mich erstmal natürlich auf Instagram Und da berichte ich auch relativ regelmäßig viel zu unregelmäßig aber relativ regelmässig Was ich mache und nächstes Jahr kommt ja mein erster Kinodokumentarfilm raus.

01:00:20: Da werde ich natürlich auf instagram berichten und den kann man sehen.

01:00:23: und In dem Zusammenhang kann man noch nicht sehen wie sieht das bei dir aus heike?

01:00:28: Also, mich findet man vor allem auf BlueSky Instagram.

01:00:32: Was soll ich sagen?

01:00:33: Manchmal!

01:00:34: Und ihr findet mich auf diversen Veranstaltungen zum Beispiel bei der Online-Veranstaltung am vierten November zum fünften Jahrestag der öffentlichen Selbstentahnung des Nationalsozialistischen Untergrunds mit Mandy Bulgarides, Katharina König und Der Glabs und ihr findet mich in diversersten Zeitungs- und Medienformaten, weil sehr klar Rechtsterrorismus, rechte Gewalt.

01:01:09: dazu schreibe ich weiter.

01:01:10: Dazu recherchiere ich!

01:01:12: Und Juli?

01:01:13: Was ist mit

01:01:13: dir?!

01:01:14: Ja, mich findet man gar nicht mehr.

01:01:17: Mein Leben wird mobiler und ich mache neben dem Thema ländlicher Raum in Mecklenburg-Vorpommern auch noch den Themenschwerpunkt Internationales im kommenden Jahr.

01:01:28: Dafür habe ich was Neues erfunden nämlich den Postkatzenservice.

01:01:32: das sind digitale Postkatzen die Ich verschicke von den Ordnern denen ich bin.

01:01:37: Und wenn es sich interessiert Heike surfst du auf postkatzenservices.de.

01:01:41: aber ich hab gesehen Du bist ja schon meine Abonnentin.

01:01:43: Ja, und in diesem Sinne wünsche ich ... Ich weiß nicht, was ich mehr wünsche.

01:01:50: Du darfst ja alles wünschen!

01:01:52: Ja, ich wünsch mir ganz viel.

01:01:54: Und in diesem Sinn wünsch ich dir eine gute Zeit, Juli.

01:01:59: Und uns kreative Ideen für das wie es weitergeht und allen unseren Zuhörerinnen eine tolle Zeit bis dahin.

01:02:08: Tschüss!

01:02:09: Tschüss.

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