Kipppunkt Ost – Folge 5: Ohnmacht & paradoxe Zuversicht!

Shownotes

In Episode #5 sprechen wir mit Aktivist*innen und Wissenschaftler*innen über zwei sich scheinbar widersprechende Gefühle, die viele demokratisch engagierte Menschen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen und Zustimmungswerte für die rechtsextreme AfD kennen: Ohnmacht & paradoxe Zuversicht.

Renate Bauer von offen.bunt.anders aus Gräfenhainichen, Razan al Assmy aus Halle, Robert Fietzke vom Soziokulturellen Zentrum ZORA e.V. in Halberstadt erzählen, wie Solidarität und konkretes Engagement helfen, sich nicht ohnmächtig zu fühlen. Der Soziologe Matthias Quent stellt seine Forschung zu Ohnmacht und Empowerment vor und wir haben für euch das neue Buch der Psychologin Pia Lamberty gelesen und stellen es vor.

Arne Semsrott erzählt, warum es sich lohnt, Konflikte einzugehen und der öffentliche Streit um seine Lesung in der Stadtbibliothek Magdeburg ein ermutigendes Beispiel für die Gegenmacht der demokratischen Mehrheiten sein kann. Eine Folge für alle, die demokratische Orte verteidigen und solidarisch sein wollen.

Arne Semsrott: Gegenmacht: Die Zivilgesellschaft schlägt zurück – Eine Anleitung für die demokratische Offensive (Drömer 2026)
Matthias Quent: Keine Macht der Ohnmacht – Wie wir Krisen bewältigen und uns gegen den Faschismus wehren (Piper 2026)
Pia Lamberty: Der Untergang kann warten – Wie wir in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen (Quadriga 2026)
Dirk Laabs & Michael Kraske: Widersetzt euch! Wie wir gemeinsam den neuen Faschismus besiegen (Kiepenheuer & Witsch, erscheint 8/2026)
Zusammen bewegen – für ein solidarisches MV
Bündnis Sachsen-Anhalt weltoffen

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich würde schon sagen, im Großen und Ganzen

00:00:02: ist ja

00:00:02: ein wirklicher Auftrieb zu spüren.

00:00:05: Und es sind wirklich sehr viele Bewegungen.

00:00:07: Es sind immer mehr Menschen, die sich engagieren aus allen Altersgruppen.

00:00:10: Das ist das Schöne dabei.

00:00:12: Kipppunkt heißt erst mal dass ein System seinen Zustand

00:00:15: schlagartig

00:00:16: verändert.

00:00:26: Hallo, herzlich willkommen zu Kipp.

00:00:28: Ost dem Podcast begleitet zu den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

00:00:33: mein Name ist Katharina Wader und wir sind heute bereits in der fünften Folge.

00:00:37: Mein Name ist Julie Katz und ich habe mich für diese Folge damit beschäftigt was Ohnmacht überhaupt is

00:00:43: Und Ich bin Heike Kleffner und ich hab mich für die Folge vor allen Dingen damit beschäftigte was wir gegen die Ohnmacht tun können, was andere gegen die ohne Nacht tun.

00:00:54: Dafür habe ich eine Reise durch kleinere und größere Städte von Sachsen-Anhalt gemacht Und mit Menschen gesprochen Die Ingriefen Heinichen in Halberstadt und Halle seit sehr vielen Jahren demokratisch engagiert sind aus dieser Folge raus und in diese Folge rein, vor allen Dingen mit sehr viel Zuversicht.

00:01:22: Das finde ich total gut Heike!

00:01:24: Dass du das sagst... Denn ich gehe in die Folge rein und jetzt mal Hand aufs Herz ...mit tatsächlichen Gefühl von Ohnmacht.

00:01:32: also Ich fühle mich ohnmächtig Und ich habe ganz viele Menschen um mich herum, die sich auch ohn mächtig fühlen Und es ist erst mal überhaupt nicht schön und wir versuchen alle irgendwie dagegen zu kämpfen.

00:01:44: Ich mach ganz viel und leiste politische Arbeit, am Ende des Tages komme ich nach Hause.

00:01:49: Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin fühle ich mich trotzdem ohnmächtig!

00:01:53: Das ist natürlich wegen der politischen und gesellschaftlichen Lage.

00:01:57: Ich kann gar nicht mehr weggucken und will auch nicht weggucken, was alles um mich herum passiert.

00:02:03: Die aktuelle Regierung ist gerade dabei, Gelder zu kürzen für Menschen mit Behinderung ... Und denen noch so die letzte Selbstbestimmung zu nehmen.

00:02:12: Es wird permanent seit sowieso schon gefühlt dreißig Jahren in meiner Welt aber natürlich noch viel länger auf Menschen, die Bürgergeldempfangen rumgehackt und dagegen gehetzt und wahnsinnig nach unten getreten, wenn sich andere deren und unsere, ich war früher davon selbst betroffen durch meine Familie kostenbereichern.

00:02:32: Und nach unten treten.

00:02:34: vor zwei Jahren sind wir noch, falls ihr euch erinnert also noch so viele Menschen gegen Remigration als Konzept auf die Straße gegangen.

00:02:43: heute lese ich das überall in den Medien und vor allem auch im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt für dir fast fünfzig Prozent der Menschen stimmen.

00:02:54: Das ist halt genau der Punkt.

00:02:56: Ich seh das nicht nur in den Medien und in der Politik, ich nehm das so stark im Umfeld war.

00:03:02: Und ich hab mir in Berlin schon irgendwie meine Blase geschaffen und jetzt wohne ich halb wieder in Wernigerode aber es macht auch keinen Unterschied mehr zu meinem Umfeld in Berlin.

00:03:12: Wenn ich zum Bäcker gehe um Sonntags Brot kaufe und Brötchen und da schon seit zehn Jahren zur Bäckerin gehe und wir immer noch einen kleinen Schnack halten Ist das immer total nett und ist nach wie vor auch total nett, aber gleichzeitig merke ich, wie sie mir so eine rechte These nach der nächsten vor den Kopf knallt.

00:03:30: Und es ist nicht nur ein theoretisches Spiel sondern hat ganz viel mit mir zu tun.

00:03:36: Ganz viele Menschen um mich herum, die stimmen für eine Partei und die stimben für Ergebnisse, die ganz existenzbedrohend für mich sind.

00:03:47: Und ich merke richtig ... dass sich so wie so ne Schlinge um meinem Hals immer enger schnürt und mir ein Gefühl von Ohnen macht gibt.

00:03:56: Denn was kann man denn noch machen?

00:03:59: Und vor allem, wie kann man den vertrauen?

00:04:02: mit der Einstellung oder dem Gefühl gehe ich in diese Episode und möchte auch vielleicht von anderen lernen, was sie machen gegen dieses Gefühl der Unmacht.

00:04:12: Also Katharina ... Ich glaub alles von dem, was du sagst können sehr viele Menschen unterstreichen und dich auch.

00:04:19: Und auch dieses Gefühl von Trauigkeit und Verlust.

00:04:24: Also Vertrauensverlust, Verluste von Freundinnen, Verlußt von Selbstwirksamkeit und gleichzeitig wie gesagt Ich bin aus Sachsen-Anhalt gekommen und hab gedacht, ich habe so viel Respekt und Zuversicht gewonnen.

00:04:43: Ich hab dir schon viele Sachen genannt die glaube ich das Ausmachen was Ohnmacht überhaupt bedeuten kann.

00:04:50: als ich über diese Folge nachgedacht habe, habe ich erst mal eine Überforderung mit dem Thema gespürt weil ich gemerkt habe ich checker eigentlich gar nicht richtig was Ohnnacht bedeutet oder wie ich das greifen kann oder welche Komponenten damit drin sind Und ich habe mich auf die Recherche begeben und euch jemanden mitgebracht, der in dieser Hinsicht vielleicht ein bisschen uns bei so einer Definitionsfrage unterstützen könnte.

00:05:12: Dessen seinen Namen habt ihr vielleicht schon mal gehört – er heißt Erich Fromm – und ist ein wichtiger Denker des zwanzigsten Jahrhunderts, war am Institut für Sozialforschung, ist vierunddreißig vor den Nazis in die USA emigriert und Bücher, deren mindestens deren Titel immer

00:05:29: bestimmt

00:05:30: vor den Augen hat, etwa zum Beispiel die Kunst zu lieben.

00:05:33: Die Furcht vor der Freiheit haben oder sein.

00:05:37: und er hat eben auch ein Essay formuliert.

00:05:40: Der heißt zum Gefühl der Ohnmacht und dieser Essay ist von neunzehnhundertunddreißig und wie ich finde aber auch sehr aktuell.

00:05:49: Ich kenne Erich Fromm also ich habe einige Texte von ihm gelesen Keine Dehn jetzt nicht und ich hätte auch nicht gedacht, dass er für das Thema interessant ist.

00:05:57: Erzähl mal mehr Juli!

00:05:58: Was sind denn die Kernpunkte?

00:06:00: Also besonders interessant fand ich eigentlich, dass der Ohnmacht als psychologisches Phänomen erst einmal begreift und von der Basis ausgeht, dass es wir ja auch vorher beschrieben habt Situationen gibt, gemeistert werden können, also wo meine eigene Handlung eingeschränkt ist oder wo ich selbst gelähmt bin.

00:06:19: Und wichtig für diese Folge zu kapieren ist erst mal das Ohnmacht eben nicht nur ein individuelles Gefühl ist was sich verspürte sondern vor allem im gesellschaftliches Phänomen.

00:06:31: Okay das kann ich nachvollziehen sagt ja auch etwas dazu wie Menschen darauf reagieren beziehungsweise was so Konsequenzen von dieser Ohn-Machtserfahrung sind.

00:06:38: dann auf individueller Ebene.

00:06:41: Also er sagt ja erst mal, Ohnmacht ist gesellschaftlich erzeugt.

00:06:44: Es gibt bestimmte soziale Verhältnisse in denen sich Menschen ohne Wirksamkeit erleben.

00:06:50: und jetzt wissen wir auch aus der späteren Verhaltensforschung übrigens nicht nur bei Menschen sondern auch bei Tieren das wenn Menschen in Dress-Situation oder Ohnmaßsituation oder Situation mit die sie nicht so gut händeln können geraten, dass sie bestimmte Strategien sich erarbeitet haben mit der Hoffnung, sich eben schnellstmöglich wieder aus diesen Situationen zu befreien.

00:07:11: Man kennt dieses Konzept unter Fight Flight Freeze und Flirt – also Fight.

00:07:16: ich gehe in den Konflikt, Flight ich suche mir eine Fluchtmöglichkeit aus dem Konflik, Freeze….

00:07:21: Ich weiß eigentlich gar nicht wie ich damit umgehe und erstatter und flört.

00:07:25: Ich mache so ne Art

00:07:26: Übersprungshandlung.".

00:07:27: Häufig bei Ohnmachterfahrungen ist es jetzt so, dass ein anderes Gefühl folgt was für uns alle wahrscheinlich sehr anschlussfähig ist.

00:07:35: Das ist das Gefühl der Wut.

00:07:37: Wir kennen das als Zerstörungswut und so nach mir die Sintflut und ich brenne alles nieder.

00:07:42: Und Erich Fromm sagt aber aus dieser Ohnmacht sehr politisch relevante Reaktionen entstehen können, die gar nicht mal so clever sind und die eben auch ordentlich gesellschaftlichen Schaden anrichten können.

00:07:56: Zum Beispiel könnte ein Gedankenmuster sein okay ich bin ohnmächtig also füge ich mich einfach autoritären Führern dann bin ich wenigstens auf deren Seite und die werden da schon meistens für mich.

00:08:08: Oder ein anderer Gedanke ist, ich eignen mir einfach selber so viel Macht an um die andere Macht platt zu machen.

00:08:14: Quasi als Kompensationsmechanismus und beide Strategien können aber gesellschaftlich total gefährlich werden.

00:08:21: Also zusammengefasst und runtergebrochen ist eigentlich wichtig aus diesem Essay dass Eric Fromm sagt wer sich ohnmächtig fühlt entwickelt oft eine extreme Gegenreaktion Und eine Methode, um das zu verändern sind Räume für echte Teilhabe.

00:08:35: Die werden im Laufe der Podcastfolge auch noch kennenlernen werden.

00:08:38: Weil sonst Ohnmacht zum Nährboden für autoritäre Haltungen werden kann.

00:08:43: Damals wie heute!

00:08:49: Das macht total viel Sinn, wie Menschen unterschiedlich mit Ohn-Macht umgehen.

00:08:53: damals wie heute und Erich Fromm hat die DDR und Wendezeit nicht mehr miterlebt.

00:08:59: ich habe die Wende Zeit sehr gut in Erinnerung arbeite ich mich ja da in meiner Arbeit auch so ein bisschen dran ab und sehe, dass ... In dem Phänomen irgendwie auch.

00:09:10: Also, ich habe vor fünf Jahren ungefähr einen Essay geschrieben, in der einem Sammelband von Heike Dier und dem Journalisten Matthias Meisner erschienen ist.

00:09:20: Da ging es noch um demokratiefeindliche ... Strömungen in der Corona-Zeit.

00:09:26: Und ich hatte über den Osten geschrieben, zu der Zeit waren Gruppen wie die Stuttgarter Querdenken EV total bekannt und haben Demonstrationen organisiert, die unter anderem Leipzig sehr groß wurden und so eine Art Reenactment von dem Montagsdemonstration kurz vor der Wende waren.

00:09:48: Und das hat mich interessiert, wie passt das zusammen?

00:09:50: Im Zuge dieser Recherche und bis heute ist mir immer mehr aufgefallen, wie stark rechte Akteure DDR-Narrative nutzen, um für sich Werbung zu machen.

00:10:02: Jetzt die Frage, was hat er mit Erich Fromm zu tun?

00:10:05: und dem, was wir gerade gehört haben ... Mich hat es daran erinnert, dass ich schon in der Wendezeit vor allem ... Ohnmachtsgefühl im Osten ausfindig machen würde, was bis heute zum Teil anhält oder was eine Erzählung ist.

00:10:23: Im Osten die bis heute anhält.

00:10:24: und dieses Ohn-Macht-Gefühl bestand natürlich daraus wie ungünstig zum Teil der Wiedervereinigung abgelaufen ist und Gefühle von Maginalisierung haben da eine Rolle gespielt von Entmächtigung von Abwertung tatsächlichen und gefühlten Ungerechtigkeiten.

00:10:43: Und was ich zum Beispiel auch total nachvollziehen kann, ist ein Gefühl von Chaos- und Kontrollverlust so... Und diese Gefühle schweben bis heute irgendwie so im Orbus, im Osten und wurden nie so richtig gut adressiert.

00:10:58: Oder auf jeden Fall gab es nie so richtige Räume, wo man das mal so ganz aufgearbeitet hat und geguckt hat, was steckt denn eigentlich dahinter?

00:11:04: Wie kommen wir gut daraus?

00:11:06: Ich würde auch behaupten, es gab nicht so richtig ein kollektives ... Hey!

00:11:10: Wir selbst ermächtigen, wir empowern uns mal dem gegenüber.

00:11:15: So.

00:11:15: aber da sind alles Gefühlen die... meiner Erfahrung nach und nach meiner Forschung auch sehr gut genutzt worden, und sehr erfolgreich genutst worden von Akteuren wie zum Beispiel der AfD.

00:11:27: Die dann davon spricht von der DDR-Zwei Punkt Null

00:11:30: z.B.,

00:11:31: und sagt hey wir leben doch jetzt in der Bundesrepublik das ist eigentlich genauso wie damals in der DDR, merkt ihr nicht die Entmündigung?

00:11:40: Die Bevormundung?

00:11:42: Ihr seid doch genau so schlecht dran damals wie in der DDR?

00:11:45: Das ist natürlich nicht faktisch!

00:11:47: sondern er wird auf den Gefühl referiert.

00:11:49: Und gleichzeitig kommen dann Begriffe rein wie Wende, auch ein großer AfD-Slogan der immer wieder auf Plakaten auftritt und auch im Programm.

00:11:59: Da geht es darum zu sagen hey ihr Ostdeutschen!

00:12:03: Ihr habt das damals doch richtig viel gerissen.

00:12:06: Ihr habt ein ganzes System gestürzt, also so einen Empowermentmoment auf das dann referiert wird und dieses Gefühl wird gepackt und gesagt so hey und ihr könnt es jetzt auch wieder machen!

00:12:16: Ihr seid doch wer?

00:12:17: Ihr werdet von allen abgewertet von der aktuellen Regierung, von den Parteien was zum Teil auch historisch stimmt.

00:12:25: Aber wir erkennen euch, wir sehen euch und wir geben euch was an die Hand womit ihr euch richtig stark fühlen könnt.

00:12:31: Und das ist etwas sehr autoritäres.

00:12:32: Das ist ein Ost-Ost-Oß Deutschland wie es dann auf Demonstrationen skandiert wird.

00:12:39: Das is'n sehr nationales, sehr rechtes Bild vom Osten aber auch von Deutschland.

00:12:45: Und dass geben wir euch an die hand und damit könnte wieder jemand sein.

00:12:48: Damit könnt ihr euch groß und stark fühl Und das funktioniert extrem gut.

00:12:52: Also aus einem Ohnmachtsgefühl wird so eine autoritäre Ermächtigung und es funktioniert nicht nur natürlich dahingehend, dass jetzt alle Ostdeutschen manipuliert werden und da reingezogen werden.

00:13:05: Das trifft ihr offensichtlich auf einen Nährboden der dafür bereit ist und auf Menschen die das gerne und dankbar annehmen.

00:13:11: also das is auch ne Wahlverwandtschaft.

00:13:13: aber ... Manipuliert wird oder was zum Nährboden wird für autoritäre Stimmungen und für den Wahlergebnis, was wir jetzt bald sehen werden.

00:13:24: Voll!

00:13:25: Und ich glaube dazu kann man auch dem Punkt anfügen es gibt ja immer noch tatsächliche Benachteiligungen wenn man sich z.B.

00:13:31: als ökonomische Daten oder so anguckt Wenn man sich Erbschaften anguckt und so da gibt's hier genau diese Schneise zwischen Ost- und Westdeutschland.

00:13:39: Wo wohnen eigentlich die reichen Leute?

00:13:42: Also hier in MV kann man an einer Hand abzählen wie ... ja, wie Reichtum verteilt ist.

00:13:48: Wie die Verteilung überhaupt funktioniert?

00:13:51: Obverteilung funktioniert und so weiter.

00:13:53: Das sind auch sehr aktuelle Probleme, wo man sagen kann, da haben sich viele Leute nicht drum gekümmert.

00:13:58: Und das ist der Nährboden dafür, dass solche Narrative, wie du gesagt hast, Katharina funktionieren und eben auch in andockfähig für Ohnmachtsgebahnen Sinn für viele Menschen.

00:14:10: Absolut!

00:14:11: Absolut und nicht nur auf dieser Ebene also auch was ökonomische Ungleichheiten angeht, was ein Riesenfaktor ist.

00:14:20: Natürlich gibt es auch weiterhin noch so Abwertungen und Maginalisierungserscheinungen.

00:14:25: also wie wir über den Osten sprechen is ja ganz stark von so einem ... Wenn wir's jetzt platt sagen von dem westlichen Siegenerativ geprägt oder von der Rhetorik die irgendwie noch aus dem Kalten Krieg kommt ihr seid schlecht damit wir gut sind.

00:14:39: das muss irgendwie auch bleiben und das merkt man In dem Sprechen über den Osten, das merkt man auch wie Probleme im Osten B gesprochen werden.

00:14:48: Nämlich nicht wirklich ernst genommen und auf Augenhöhe ernst genommen, bloß leider macht es die AfD auch nicht.

00:14:54: Die gibt das Gefühl von hey wir sehen euch und gibt irgendwie auch so eine Handlungsfähigkeit an die Hand.

00:15:02: aber das sind keine Lösungen, die da besprochen werden.

00:15:05: Das wird uns hier im Oston nicht helfen was da im Wahlprogramm steht.

00:15:10: Also Katharina, ich will noch einen Punkt aufgreifen den du eben gerade gesagt hast.

00:15:15: Dieser Blick auf den Osten der zeigt sich übrigens auch wenn wir schauen wie marginalisiert über zivilgesellschaftliches demokratisches Engagement in Ostdeutschland im Rest der Republik gesprochen wird.

00:15:35: ja das ist wirklich so Als wenn gerade so eine Gruppe von Forscherinnen durch Sachsen-Anhalt und Mecklenburg Vorpommern ziehen, und so seltene Pflanzen entdecken.

00:15:48: Und was dabei völlig übersehen wird ist dass diese demokratischen Kerne nennt das ja David Begrig aus Magdeburg voneinander Dass die vor über dreißig Jahren zum Teil schon erkämpft worden sind verteidigt worden sind und dass da immer neue Generationen von wirklich sehr stabilen engagierten Menschen dafür gesorgt haben, dass diese demokratischen Kerne nicht nur bewahrt wurden sondern das sie sich ausgeweitet haben.

00:16:22: Und dass da wirklich sehr starke Leuchttürme stehen und die gilt es ja jetzt auch zu verteidigen und zu stärken.

00:16:34: Absolut Heike, du sprichst mir da auch voll aus der Seele.

00:16:37: Und das führt mich noch zu einem Punkt den ich unbedingt in dem Zusammenhang sagen will.

00:16:41: dieses Verhältnis von Ohnmachtsgefühl und wir wählen rechts Ist naheliegend, steht aber jetzt nicht in einem direkten Korrelativen Zusammenhang.

00:16:51: Also nur weil man sich abgehängt fühlt muss man nicht rechts wählen.

00:16:54: und es gab so eine ganz komische Besprechung sehr lange vom Osten auch mit zum paternalisierenden Ton.

00:16:59: Ich wurde das oft gefragt von Radio-Sendern oder Interviews dann ach was können wir denn tun damit die Ostdeutschen mehr gesehen fühlen und nicht alle rechts wählten?

00:17:11: Und das ist nicht die Frage.

00:17:12: Also erst mal fehlt man nicht automatisch rechts, nur weil man sich abgehängt fühlt.

00:17:17: auch dieses Haach den Ostdeutschen geht es so schlecht!

00:17:20: Die müssen ja rechts wählen, sie können gar nicht anders.

00:17:24: Das ist patternisierend und das ist quatsch, das stimmt nicht.

00:17:28: Man guckt gar nicht hin zu all denen, die es eben nicht tun.

00:17:32: Und sie sich demokratisch engagieren und die dagegen halten jeden Tag.

00:17:37: Und die eine wahnsinnige Expertise dadurch haben.

00:17:40: Warum gucken wir dort nicht mehr hin?

00:17:42: Also ich hab das Gefühl, es sind Perpetuumobile.

00:17:45: Wir gucken dann so ganz paternalisierend auf die Armen Ostdeutschen, die ja gar nicht irgendwie in der Lage sind richtig zu wählen und fördern eigentlich eher noch so komische Ungleichheitsblicke und Systeme, die tatsächlich Nährboden darstellen für rechte Wahlergebnisse an Stadtszug sehen.

00:18:04: Hey!

00:18:05: Das sind Entscheidungen, die da getroffen werden.

00:18:07: Die haben aber auch bestimmte Gründe.

00:18:08: Lasst uns die Gründe anschauen und lasst uns vor allem noch mal die Leute mehr anschauen oder ernst nehmen, die ja wirklich schon ganz viel Erfahrung darin gesammelt haben, was dagegen zu tun ist.

00:18:23: Wieso ist jetzt eigentlich Ohnmacht so nützlich für die extreme rechte Heike?

00:18:28: Wenn wir aktuell auf die Wahlumfragen in Sachsen-Anhalt schauen ... Und auch in Mecklenburg-Vorpommern, gerade in Sachseneinheit, die AfD über Und wenn wir uns dann aber auch anschauen, dass diese Erzählung ... Das ist alles nur ein Problem des Ostens.

00:18:48: Ja?

00:18:49: Gar keine Realität mehr hat.

00:18:52: also Wir sehen bei den Wahlen in Rheinland-Pfalzembahn Württemberg wie hoch der AfD Anteil da war Wie die Wahlprognosen für den Bund sind Dann ist es ziemlich normal Dass sich viele Menschen die sich demokratisch engagieren und sagen, die Demokratie muss verteidigt werden.

00:19:13: Dass sie sich ohnmächtig fühlen.

00:19:16: Das ist völlig normal zumal diese Menschen ja auch mit einer krassen Rhetorik, mit krassen Drohungen konfrontiert

00:19:26: sind.".

00:19:27: Und gleichzeitig, wie ihr ja gerade auch gesagt habt, dass viele der Errungenschaften, der demokratischen Errungenschaften in den letzten Jahre Jahrzehnte übersehen wurden und deren Konsequenzen wie zum Beispiel das überhaupt zu was wie Opferberatungsstellen existieren.

00:19:42: Das wurde ja erkämpft!

00:19:44: Es ist ja nicht einmal so vom Himmel gefallen.

00:19:46: Deswegen wäre es für mich noch mal interessant da genauer reinzugehen und zu erfahren, was die Basis der Ohnmacht ist für viele Menschen, die sich demokratisch engagieren.

00:19:57: Zum einen sehen wir ja, dass in Sachsen-Anhalt eine Partei die selbst der Verfassungsschutz als rechtsextremen einstuft.

00:20:05: Um das nicht erst seit gestern sondern seit drei Jahren, dass die von über vierzig Prozent der Wahlberechtigten offensichtlich gewählt werden wird.

00:20:18: und dann ist es normal wenn man sich als demokratisch wählende Person als Minderheit führt.

00:20:28: Das ist wirklich ein paradoxes Gefühl.

00:20:31: Formal gehört man zwar noch zu einer Mehrheit, vielleicht sechzig Prozent wenn es gut läuft aber parlamentarisch und auch in vielen Situationen machen sehr viele Menschen gerade schon jetzt die Erfahrung ich bin in der Minderheid Zum Beispiel bei Familienfeiern, in der Schule auf der Arbeit am Ausbildungsplatz.

00:20:54: Das kann ich total nachfühlen.

00:20:56: also ja... Ich finde das auch manchmal als Minderheit ganz einfach wenn man sich so beengt fühlt und es so wahnsinnig bedrohlich wirkt.

00:21:07: dass doch an mich dann immer mehr rankommt, also auch dann wie du selber sagst Schule habe ich jetzt nicht mehr.

00:21:13: Aber Arbeitsplatzumfeld selbst bis hin in den Familienkreis das man sich demnicht mehr entziehen kann gibt es noch andere Gründe dafür?

00:21:22: Es gibt strukturelle Gründe die aber als individuelle Erfahrungen sich natürlich niederschlagen.

00:21:29: ja eine schlechte Politik auf der Bundesebene Hat halt und das hast du am Anfang ja auch gesagt Katharina unmittelbare Auswirkungen auf sehr viele Menschen im Alltag.

00:21:44: Es gibt Menschen, die ganz klar die Erfahrungen machen.

00:21:47: ich kann mir die Wohnung nicht mehr leisten.

00:21:49: Die Kosten steigen gerade im ländlichen Raum zum Beispiel auch für ein Transport Mittel.

00:21:56: Ja Das ist ja.

00:21:58: Wir wissen ja alle, was da für eine zweite Krise dazukommt.

00:22:01: Nämlich die Krise des öffentlichen Nahverkehrs.

00:22:04: und die Politik ändert nichts.

00:22:08: und nicht nur ändert sie nichts sondern sie verspricht auch gar nichts für sehr viele Menschen Sondern sie droht in erster Linie.

00:22:20: Und dazu kommen eben Krieg- und Klimakrise.

00:22:24: und das Erzeugt oder Kriege Klimakrisen und Katastrophen, das erzeugt wirkliche Ohnmachtserfahrung.

00:22:35: Aber gibt es denn irgendwie Orte wo Menschen sich dann begegnen können?

00:22:39: Und auch gegen diese Ohnmarkt wirken können?

00:22:42: Die Ehrenamtlerinnen die wir in dieser Folge ja auch hören, die beschreiben halt einerseits wie sie wirklich über zehn, zwanzig, dreißig Jahre Räume verteidigt haben Räume aber auch aufbauen und aufmachen.

00:23:00: Und gleichzeitig merken sie eben auch ganz drastisch, wie die Fördermittel oder auch die Preisgelder knapper werden oder ganz gestrichen werden.

00:23:12: Also Renate aus Griechen-Heinichen, die wir gleich hören werden.

00:23:17: Die hat mir im Vorgespräch erzählt, Preiswettbewerb für Demokratie und Toleranz, den es seit zwanzig Jahren gibt.

00:23:29: Seit zwei Jahren einfach nicht mehr ausschreibt weil die CDU im Bundestag dann niemanden mehr in die Syrie schickt und damit ist der Preis on hold.

00:23:41: Und da merkt man eben wie diese politisch motivierten Kürzungen, Streichungen und Blockaden sich unmittelbar auswirken.

00:23:55: Das ist eine Erfahrung wo viele Engagierte sagen meine Ehrenamtszeit ja mein ehrenamtliches Engagement wird nicht mehr wertgeschützt und dann entsteht eben Ohnmacht.

00:24:09: Und die Psychologin Pia Lamberti beschreibt das ziemlich genau in ihrem neuen Buch mit dem sehr passenden Titel, der Untergang kann warten wie wir in Krisenzeiten Hoffnung schöpfen.

00:24:28: Wenn Menschen mental ausgelaut sind, wenn sie die Hoffnung auf Besserungen verlieren hat es konkrete Auswirkungen auch auf unsere Demokratie.

00:24:39: Nämlich chronischer Stress und Zukunftsängste haben sowohl für die einzelnen als auch die Gesellschaft sehr negative Folgen.

00:24:50: Und dann sagt Pia etwas was du ja auch schon gesagt hast, Katharina.

00:24:57: Nämlich dass Hoffnungslosigkeit Menschen eben auch dazu bringt sich gesellschaftlich zurückzuziehen.

00:25:05: also wer nicht mehr kann wird sich weniger wahrscheinlich für eine bessere Gesellschaft für ne bessere Welt einsetzen.

00:25:13: und sie weiß darauf hin das ist auch noch ein Zusammenhang zwischen der mentalen Gesundheit von einzelnen und den demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten gibt.

00:25:29: Und Ihre Schlussfolgerung, die würde ich euch als Tese zur Diskussion stellen.

00:25:35: Weil es diesen klaren Zusammenhang von mentaler Gesundheit und eben demokratischer Beteilligung gibt ist es wichtig... gesellschaftlich und individuell die eigene Widerstandsfähigkeit zu stärken, um weiter aktiv bleiben zu können.

00:25:52: Demokratie schützt die Psyche, sagt Pierre, und Resilienz stärkt die

00:25:57: Demokratie.".

00:26:00: Ich kann das natürlich total gut nachvollziehen was Pierre da sagt.

00:26:05: Demokratieschütze, die Pysche, Resilience stärkt Die Demokratie.

00:26:09: also als Wechselverhältnis... Hab so ein bisschen die Frage, das ist ein bisschen henne-eimmäßig.

00:26:15: Was ist denn ... wenn ich die Resilienz nicht mehr habe?

00:26:21: Dann bricht sie demokratisch zusammen und dann hab' ich Pech gehabt.

00:26:24: oder wie also?

00:26:25: wo fängt, wo muss es manchmal anfangen Und wo kann dann auch wirklich was bewegt werden?

00:26:33: Ich empfinde immer diesen Fokus auf das Individuum.

00:26:36: Das ist natürlich wichtig, wir müssen alle bei uns selbst anfangen.

00:26:39: Aber dieser Fokus im Individium macht mich eher unmächtig.

00:26:45: Weil ich kann ja ... Resilienz bedeutet in Situationen durchzumachen und zu merken, ich komm da auch gut wieder raus!

00:26:56: So, das ist eine bestärkende Erfahrung.

00:26:59: Wir rutschen als Gesellschaft immer mehr nach rechts.

00:27:02: Soziologisch würde ich sagen, das ist auch ein Trend.

00:27:05: Da geht es wieder in eine andere Richtung.

00:27:08: danach und selbst wenn wir ganz optimistisch sind, wenn ich mir denke okay na gut jetzt hier noch was weiß ich zehn Jahre und dann bewegen wir uns wieder in ne andere Richtung.

00:27:18: Und was bleibt?

00:27:19: Ich kann mir das als Individuum denken aber was bleibt von all dem Erfahrungen an meinem Umfeld in meiner Familie, in meiner Umgebung?

00:27:32: Wie kann ich den Menschen noch vertrauen, die so leichtfertig existenzen und würde aufs Spiel setzen von anderen?

00:27:42: Ich weiß es nicht.

00:27:45: Und vielleicht eine Sache hinzugefügt, was du gesagt hast ... Manche Menschen haben ja an der Masse der Krisen, die du auch vorher zur Einleitung formuliert hast, diese Masse an Krisen noch nie erlebt.

00:27:59: Also ... hatten auch noch nie die Gelegenheit, sich überhaupt damit mit Resilienz zu beschäftigen und das zu erlernen.

00:28:07: Sondern werden dann umso mehr in diese Ohnmacht getrieben.

00:28:10: würde ich jetzt so als These aufstellen und wissen selber noch gar nicht wie bewege ich mich da individuell raus?

00:28:15: Und ich glaube schon dass basieren auf verschiedenen Diskussionen oder Sachen, die auch der deutschen Gesellschaft in den vergangenen Jahren passiert sind viele Menschen auch das internalisiert haben, was Eric Fromm gesagt hat zum Thema Wut auf einer anderen Ebene.

00:28:33: Aber schon sich auch in so einem gemeinsamen Wut zu finden, die sich wie du auch sagst an der strukturellen Ebene formen lässt zu einem Gefühl, das auch Wirkung erzeugt kann oder was auch zeigen kann hey ich bin nicht alleine mit der Situation und den Ungerechtigkeiten, die mir hier wieder fahren es gibt andere, die das auch spüren auch ein Kanal, um das nach außen zu tragen und das sichtbar zu machen.

00:29:02: Also je nachdem welche Methode man dann auch immer wählt, um dagegen vorzugehen.

00:29:07: Ja

00:29:08: also im Endeffekt was du sagst Erich Fromm ist eine Art von nicht individuelle Resilienz sondern soziale Resilience.

00:29:14: gemeinsam Resiliens meistern und gemeinsam darin auch Rückhalt erfahren.

00:29:22: Ja, glaube ich schon dass das auch gerade im Bezug darauf was ihr auch vorher formuliert habt.

00:29:27: Diese ganzen Räume die hier erhalten werden diese ganzen Errungenschaften ist ja nicht so dass hier eine Person mal hingegangen ist und gesagt hat hey wir machen jetzt zehn Räuma auf sondern das ist ja viele dieser Arbeiten sind ja unsichtbar da stecken ganz viele Menschen dahinter deren Arbeit man auch gar nie sehen kann und die trotzdem maßgeblich dafür verantwortlich sind Dass das jetzt auch Räumes sind in die Menschen gehen können wo sie sich finden können oder austauschen können oder manchmal auch einfach abhängen können und eine gute Zeit haben können, so eine Art Urlaub von der Realität.

00:30:00: Absolut!

00:30:01: Und meine These dazu ist ja dass gerade diese Räume wo es Erfahrung von Es ist ganz normal queer zu sein eine Fluchtgeschichte zu haben, es ist ganz normal links zu sein, antifaschistisch zu sein.

00:30:20: Dass diese Räume die da in den letzten dreißig Jahren verteidigt aufgebaut wieder neu aufgebaut wurden dass sie entscheidend dazu beigetragen haben gerade in kleineren Städten das viele Orte nicht schon viel früher komplett nach rechts gekippt sind Weil das auch immer wieder Orte für Kultur, für demokratische Erneuerungen und demokratische Erfahrungen sind.

00:30:50: Und ich sag's mal so ... Pia sagt es auch sehr deutlich.

00:30:56: Resilienz und diese Resilienterfahrung gibt er in diesen Orten.

00:31:01: Die haben ja Generationen von ... Jüngeren und jetzt auch älteren Menschen durchlaufen, dass Resilienz natürlich nicht nur eine individuelle Erfahrung ist sondern das sie eigentlich gemeinsam mit vielen anderen erlebt wird.

00:31:17: Und Sie sagt auch einen Satz den mag ich wirklich sehr.

00:31:20: deswegen zitiere ich Ihnen hier jetzt auch Probleme lassen sich nicht einfach weglächeln und durchs Mandala malen geht die AfD nicht weg und der Klimawandel verschwindet nicht einfach durch das richtige Mindset.

00:31:38: Und wir haben ja jetzt auch schon viel darüber gesprochen über tatsächlich diese Spannungsfeld, in dem wir uns ja alle gerade bewegen zwischen Ohnmacht, Trauer- und auch wirklichen Zorn so.

00:31:56: Und Piers Appellus eigentlich ... Wir müssen diese Negativen Gefühle auch zulassen.

00:32:04: Und sonst suchen sich eben unverarbeitete Emotionen, mit denen wir alleine sind auf anderen Wegen ihren Raum?

00:32:14: Also mit negativen Emotions meinst du ... Wir müssen auch akzeptieren, auch mal ohnmächtig zu sein!

00:32:22: Absolut, um traurig zu sein und wirklich auch fassungslos zu sein.

00:32:28: Wenn uns wieder bei irgendeiner verwandte rassistische Sprüche um die Ohren haut und das für selbstverständlich hält oder sozial-darwinistische Äußerungen über Menschen, die auf Transferleistung angewiesen sind macht und das so selbstverständliche in den Raum stellt

00:32:49: Okay, aber genau diese Ohrnachtsgefühle, die wir jetzt besprochen haben, die nutzen ja auch der extremen Rechten.

00:32:56: Inwiefern denn?

00:32:56: Oder was ist das Narrativ, was dahintersteckt?

00:33:00: Wir sehen ja, dass die extreme Rechte genau auf die Inszenierung von Übermacht setzt.

00:33:07: Die Bilder, die da in den Raum gestellt werden ... Von der Blauen Welle beispielsweise im Mecklenburg-Vorpammern und in Sachsen-Anhalt.

00:33:17: Das setzt... auf Überwältigung.

00:33:21: Und es setzt auch auf ganz knallharte Drohung, ja?

00:33:26: Auf die Drohungen.

00:33:28: Sobald die AfD in Magdeburg an der Regierung ist, werden wir alles sofort ändern und wir greifen hart durch.

00:33:37: Das ist ja real!

00:33:38: Also Ulrich Siegmund ... Der Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt hat ja auch öffentlich verkündet, wer sich einer Landesregierung der AfD... ...in den Verwaltung, in den Weg stellen wird.

00:33:51: So seine Drohungen müssen wir mit Konsequenzen rechnen.

00:33:55: und es gibt eine historische Erfahrung.

00:33:58: aber es gibt eben auch ne ganz reale Erfahrung an vielen Orten dass wir wissen die extreme Rechte hier Drogen nicht nur, die meint es so und am Ende stehen eben Gewalt.

00:34:13: Und Vernichtung und Vertreibung?

00:34:15: Ja das klingt ja erst mal nach einem psychologischen Mechanismus.

00:34:19: also ich fühle mich ohnmächtig.

00:34:20: und dann kommt jemand der sagt hey wir ändern das alles jetzt kommt ein großer Umsturz wir schaffen die Kontrolle ab wir lassen uns nicht mehr kontrollieren und wenn du uns jetzt sofort wählst wird jetzt alles besser.

00:34:31: und wir ändern alles.

00:34:33: und Daten steckt wahrscheinlich auch die Gefährlichkeit.

00:34:37: Gleichermaßen ist ja das Versprechen nie, hey wir machen jetzt hier weiter Demokratie und alles ist immer harmonisch im Gegenteil.

00:34:47: Also Demokratie bedeutet auch ich hab Positionen die wo ich mich engagiere, wo ich das verspreche bekomme, du kannst mitmachen aber du musst halt auch akzeptieren dass du nicht immer gewinnst sondern du musst in den Konflikt gehen und muss in den Streit gehen und du musst diese Position irgendwie formulieren.

00:35:06: Ich hab da letztens diesen Auftritt gesehen von Heidi Reichenegg und Echimell.

00:35:10: Die haben darüber gequatscht in so einem Videopodcast, glaub ich war das ... Inwiefern?

00:35:15: Also Politik- und Popkultur, wo es ineinandergreifen darf und wo nicht!

00:35:20: Und da... Es ist eine Aussage gefallen, die ich persönlich sehr fragwürdig finde oder die mich auch gestört hat.

00:35:26: Nämlich sinngemäß dass man sich mit dem Bündnispartnern nicht verprellen soll weil es gibt ja Sachen die noch viel schlimmer sein.

00:35:33: so habe ich das jetzt plump zusammengefasst.

00:35:36: und dann muss ich ehrlich sagen hey nee Also ich mach Demokratie, damit wir irgendwie miteinander in den Konflikt gehen und sagen diese Position finde ich gut.

00:35:44: Die nicht bitte verändert das und ich fühle mich dann vertreten wenn ich nicht das Gefühl habe alle Kumpel miteinander rum sondern fordern schon irgendwie Sachen aktiv heraus Und konfrontieren die auch, wenn wir merken es gibt Gesetze.

00:36:01: Die sind jetzt vielleicht nicht mehr das was wir wollen und die müssen wir verändern.

00:36:05: Dann erwarte ich dass jemand sich für mich hinstellt und für mich streitet.

00:36:10: Zweifel musst du glaube ich für dich selber streiten Juli Aber

00:36:16: leider noch keine Gesetzgeberin.

00:36:20: Aber ich glaube, das ist genau ein ganz zentraler Punkt.

00:36:25: Also die Fähigkeit sich zu streiten und dann Kompromisse auszuhandeln und dabei wirklich zu bedenken dass Demokratie explizit eben auch den Schutz von Minderheiten bedeutet ja also Menschenwürde.

00:36:45: Ganz zentral im Grundgesetz verankert ist der Schutz der Menschenwürde und wir wissen halt, dass genau dieser Schutz der menschen würde unter einer AfD-Regierung nicht mehr garantiert ist für sehr viele Menschen.

00:37:02: Ich habe das Gefühl, ich würde gerne mal eine Folge zu sich streiten machen.

00:37:07: Denn ich halte ja Konfliktmanagement für total essentiell und es wird sich zu wenig gut und respektvoll gestritten in unserer Gesellschaft.

00:37:17: Ich glaube tatsächlich, wenn wir das in der Schule lernen würden a. mit Emotionen umzugehen und b. wirklich gut miteinander ... In Konflikt zu gehen und das auszuhalten und Lösungen anzustreben, würden wir eine ganz andere ... Würden wir ganz anders in der Welt stehen?

00:37:34: Aber da sind wir jetzt nicht!

00:37:36: Und jetzt fühlen wir uns ohnmächtig.

00:37:39: Und ich hab aus euren Gesprächen auch noch so mitgenommen dass das erst mal ja auch total normal ist.

00:37:46: Also, dass wir uns ohnmächtig fühlen angesichts der aktuellen Unfragen und dass es auch individuelle Erfahrungen sind.

00:37:53: Ist normal, ist menschlich können wir auch sozialologisch nachvollziehen.

00:37:57: aber ich würde gerne mal wissen wie viele Menschen fühlen sich denn tatsächlich ohnmächtig?

00:38:02: Also Heike du hattest gesagt man fühlt sich dann immer als Minderheit ist man vielleicht gar nicht.

00:38:07: Aber wie vielen geht es denn so?

00:38:08: habt ihr dazu zahlen oder habt ihr da zu studieren?

00:38:12: Danke, Katharina, dass du nach Studien dazu fragst.

00:38:15: Weil diese Frage habe ich mir auch gestellt und dann hab' ich mit Matthias Quent gesprochen.

00:38:23: Mathias Quendt kennen vielleicht einige von euch?

00:38:26: Ist Soziologe in Thüringen aufgewachsen und hat bis vor Kurzem in Sachsen-Anhalt an der Hochschule Magdeburg-Stendal als Soziologie gearbeitet.

00:38:37: Jetzt ist er wieder an der Uni in Jena!

00:38:40: Und er hat in diesem Frühjahr auch ein neues Buch veröffentlicht.

00:38:44: Das heißt nämlich gegen die Ohnmacht, wie wir Krisen bewältigen und uns gegen den Faschismus wehren.

00:38:52: Und das ist natürlich eine ziemlich vielversprechende Titel.

00:38:55: Ich finde was ich aus dem Buch vor allem als sehr stark mitnehme, ist seine Forschung zu... Ohnmachtserfahrung und Selbstwirksamkeit.

00:39:08: Und das Ergebnis ist schon ziemlich überraschend, er hat in einer Bevölkerungsrepräsentativen Studie über tausende Menschen gefragt – mehr als die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich ohnmächtig oder resigniert!

00:39:25: Wie genau diese Gruppen aussehen und warum nur eine kleine Minderheit aktiv bleibt, hören wir von Matthias jetzt.

00:39:33: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Befragten sind entweder unmächtig oder resigniert.

00:39:38: Die Resignierten sind etwas aktiver, etwas sozial integrierter aber immer noch nicht so hoch engagiert oder aktiv wie die dritte Gruppe der Flexiblen

00:39:51: Also mehr als die hälfte finde ich ehrlich gesagt ziemlich krass.

00:39:55: Aber wer ist dann eigentlich die Gruppe die trotzdem handelt und handelt dann wirklich jeder gleich

00:40:00: gut?

00:40:01: Die Gruppe der Kämpfenden, das sind knapp siebzehn Prozent der Befragten.

00:40:06: Übrigens sowohl auch für faschistische Ziele kämpfen oder eben auch für demokratische Gemeintes vor allem dass die auf Krisen in der Regel in der Eigenangabe engagiert im Handeln reagieren.

00:40:18: Interessanterweise ist das auch die privilegierteste Gruppe, also die mit den höchsten Bildungs- und Einkommensgraden, diejenigen, die sagen sie kommen am besten durch Krisen, Diejenigen, wie sagen Sie reden am öftesten über ihre Gefühle, die einen offenen Umgang haben, soziale Unterstützungen haben.

00:40:35: Das ist also gar keine zufällige Gruppe!

00:40:37: Die aktiven sind privilegierter.

00:40:39: Wir haben mehr Bildung, mehr Einkommen und mehr soziale Unterstützung.

00:40:43: Ich finde das auch dahingehend interessant weil man das ja immer wieder sieht.

00:40:45: ist die sich so stark für rechts engagieren und sich auf die Fahnen schreiben so unterprivilegiert zu sein und sich da raus rettern zu müssen, die gehen dann nach Hause in ihr Einfamilienhaus.

00:40:58: In der ländlichen Idylle und haben gute Jobs und sind gut aufgestellt wo man sich immer denkt,

00:41:04: hey,

00:41:04: woher kommt denn das bitte?

00:41:06: Also das fühle ich gerade sehr.

00:41:09: aber natürlich sind auch andere, die sich engagieren, privilegiert.

00:41:12: Das kann ich auch nachvollziehen.

00:41:14: Man braucht wahrscheinlich einiges dafür um so aufgestellt zu sein dass man sich engagierend kann.

00:41:20: Oder gibt es eben doch auch einen anderen Weg, aus dieser Ohrenmacht rauszukommen?

00:41:24: Das würde ich gerne von Matthias Quent auch wissen.

00:41:28: Dass gute Krisenbewältigung die Vermeidung von Ohren macht kommt durch das Handeln.

00:41:33: ja Es ist nicht etwas für dass es ein Masterplan gibt sondern in dem Menschen sich engagieren indem sie tätig werden vielleicht auch der Verzweiflung zum Trotz.

00:41:41: dann entsteht sowas wie eine erfolgreichere Lebensbewältigung, aber auch ein höhere demokratische Orientierung und Integration.

00:41:50: Und deswegen ist Engagement bei allen Dingen die man in dieser Debatte vielleicht auch kritisch mit reflektieren kann und sollte doch wirklich ein zentrales Mittel gesellschaftlicher Integration.

00:42:02: und gerade in solchen Zeiten, in denen nicht nur der Rechtsburg sondern andere Krisen Krieg, Klimakrise.

00:42:09: Alles wird teurer und so weiter.

00:42:10: Das ist ja auch alles noch da überfordernd wahrgenommen und erlebt

00:42:14: wird.".

00:42:15: Für Matthias Quent ist dieses Gefühl von Selbstwirksamkeit ... Also ich kann was tun!

00:42:21: Und bewirken wirklich zentral auch um gegen den Faschismus zu gewinnen?

00:42:28: Die Frage ist natürlich wenn Selbstwirksamkeit so wichtig ist... Was ist eigentlich mit denen die sich nicht wirksam fühlen?

00:42:38: fühlen die sich dann nicht auch automatisch von demokratischen Prozessen ausgeschlossen.

00:42:44: Und ist es eigentlich ein Widerspruch?

00:42:47: Matthias nennt das, das Demokratieparadox und er sagt sogar Es gibt Gründe warum ein bisschen Ohnmacht zur Demokratie gehört.

00:42:59: Das Paradox daran ist, dass Ohnmacht zugleich ein Widerspruch zur demokratischen Ermächtigung von Bürgerinnen und Bürgern ist.

00:43:08: Und zu den damit verbundenen Grund- und Menschenrechten.

00:43:12: Auf der anderen Seite aber zum demokratischen Betriebssystem dazugehört zumindest einen Mindestmaß an Ohnmarkt zu akzeptieren.

00:43:20: Ja, okay.

00:43:21: Meine Partei hat die Wahl verloren.

00:43:22: Jetzt weiß ich nicht das Regierungsgebäude ab oder stürme die entsprechenden Bastionen, sondern ich akzeptiere das Wahlergebnis und sorge dafür, dass die Partei, die ich unterstütze vielleicht beim nächsten Mal die Wahl dann wieder gewinnt.

00:43:36: Wenn ich Matthias zuzuhöre, habe ich so wirklich ... mixed feelings.

00:43:42: ja.

00:43:42: also wenn ich mal vorstelle es eine demokratische Mehrheit in Sachsen-Anhalt wird es nach den Wahlen unter Umständen akzeptieren müssen, dass es trotzdem eine AfD-Landesregierung gibt.

00:43:56: Das erzeugt jetzt wirklich Ohnmachtsgefühle und die Frage ist ja ... Es gibt schon viele initiativen Kulturorte und auch Vereine, die erleben das trotz demokratischer Mehrheiten eigentlich in den Kommunen.

00:44:19: Dennoch sich zum Beispiel die CDU mit der AfD verbündet und AfD-Anträge unterstützt, um Fördermittel zu streichen.

00:44:29: Und in Sachsen-Anhalt steht es ja ganz konkret im Orten wie eben Salzwedel oder Bitterfeldwäufen.

00:44:38: ist es schon passiert?

00:44:41: eigentlich darauf vorbereiten, dass das möglicherweise ab September flächendeckend passieren wird.

00:44:49: Also wie kann man handlungsfähig bleiben auch wenn es schlimmer wird?

00:44:53: Das ist eine Frage die habe ich Matthias zum Schluss gestellt und er hat konkrete Strategien Und auch einer These Die sowohl ein bisschen prophetisch als auch Ich fand das so ein bisschen

00:45:07: kassandra

00:45:08: mäßig wir das formuliert hat.

00:45:11: Damit will er uns, glaube ich, alle nochmal wach wird.

00:45:14: Jetzt hat man noch die Möglichkeit sich vorzubereiten.

00:45:18: Es besteht die Möglichkeit, die entsprechenden Strukturen zu versuchen so unabhängig wie möglich auch von staatlichen Zugriffen zu machen.

00:45:26: Das wird unter dem Aspekt der demokratischen Resilienz ja auch in Institutionen gehandhabt.

00:45:32: Vor allem ist das eine Aufgabe an Menschen außerhalb von Sachsen-Anhalt.

00:45:36: Wo können sie unterstützen?

00:45:38: Spenden durch die Unterstützung von Rechtshilfefonds beispielsweise, also die dann in der Lage sind auch die unter Druck stehende Zivilgesellschaft zu unterstützen.

00:45:48: statt aufwändigen Klakatkampagnen oder irgendwelchen symbolpolitischen Anzeigen, die viele, viele, vielen tausend oder auch zehntausende Euro kosten.

00:45:55: Ist es vielleicht sinnvoller in Sachsen-Analtinischen kleine und mittelstädten Immobilien zu kaufen?

00:46:00: Und den der Zivilgesellschaft dort zur Verfügung zu stellen also Autonomie herzustellen Handlungsfähigkeit herzustelle auch unter schwierigen Bedingungen Rückzugsäu-Räume zu schaffen festzustellen dass sowas wie Selfcare unter den Bedingung in autoritärer Transformationen eine Form von Widerständigkeit ist, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben.

00:46:21: Es gibt unheimlich viel was man jetzt in Sachsen-Anhalt aber auch in den anderen Bundesländern tun kann um sich auf diese Situation vorzubereiten.

00:46:29: der Kampf um die Demokratie.

00:46:31: Der endet ja nicht mit einer rechtsextremen Regierungsübernahme er fängt dann eigentlich erst so richtig an um da handlungsfähig zu werden zu bleiben unter erschwerten Bedingungen.

00:46:42: Das sind ja quasi jetzt wieder die zwei Ebenen, über die wir auch gesprochen haben.

00:46:45: Nämlich einmal was bedeutet eigentlich dann so individuelle Strategien gegen Ohnmacht?

00:46:51: aber auf der anderen Seite auch welche strukturellen Strategien kann man jetzt finden um gegen Ohhnmacht und potenzielle Regierungsübernahmen vorzugehen oder da eine Demokratie auch möglichst zu sichern?

00:47:04: also es Nicht nur ein politisches Problem, sondern auch etwas was uns individuell trifft und somit auch Matthias Quent individuell.

00:47:11: Da wäre jetzt mal die Frage wie er eigentlich selbst damit umgeht?

00:47:15: Mein persönliches Gegengift gegen die Wahrnehmung von Ohnmacht ist im Grunde vor allem Gemeinschaft zu suchen und das kann man empirisch wieder zeigen in dem Moment wo man dann nicht alleine ist, wo man merkt es geht Wenn man mal ehrlich darüber spricht, auch über Gefühle spricht.

00:47:33: Es geht auch anderen Menschen so und zwar nicht nur einzeln sondern hunderttausende Millionen!

00:47:38: Und es ist auch kein neues Gefühl, sondern vieles von dem was ich in den Buch als Unmach beschreibe geht zurück auf Dynamiken die Erich Fromm schon in den neunzehntundertreißigeren in einem spektakulären Aufsatz ganz ähnlich beschrieben hat.

00:47:50: also festzustellen dass das kein individuelles Problem ist, sondern es ist ein Soziologisch Das ist ein politisches Thema und Problem führt auch zu einer neuen Handlungsmöglichkeit, zur neuen Umgangsform und vielleicht manchmal auch zu einem bisschen zynischen Humor.

00:48:06: Ja, Gemeinschaft finden, ehrlich sprechen und merken es geht auch anderen so.

00:48:11: Das sind ja irgendwie seine Prinzipien und das finde ich auch stark und gut.

00:48:14: Und er zitiert Erich Formel, zitiert indirekt aber auch andere also wenn er von Zerfka spricht.

00:48:19: Zerffka war eigentlich schon immer politisch oder kommt aus dem politischen Zusammenhang aus.

00:48:24: die schwarze US-amerikanische Bürgerrechtlerin Angela Davis hat darüber sehr stark gesprochen in den Siebzigern.

00:48:31: Wie wir, wenn wir gegen Rassismus kämpfen auch Selfcare betreiben müssen um unsere Kräfte wieder zusammenzufügen, die uns das ausnimmt.

00:48:40: also da stecken ganz viele Strategien drin würde ich sagen die auch von anderen kommen und dass ist total wichtig dass wir dieses Wissen nicht vergessen sondern mit dem wissen arbeiten Ideal in Gemeinschaft gehen, aber dann auch persönlich.

00:48:54: Und das empfinde ich als wahrscheinlich den einzigen Weg raus.

00:48:58: Das gemeinsame Suchen und gemeinsames Handeln ... und zu merken, andere verzweifeln auch, lass uns darin finden und nicht verzweifen!

00:49:07: Aber mich würde trotzdem noch mal interessieren, okay wie geht es denn jetzt weiter?

00:49:12: Wie gehen wir anders mit der Ohnmacht um?

00:49:20: Katharina also genau diese Fragen habe ich eben Menschen gestellt, die in Sachsen-Anhalt

00:49:28: schon

00:49:28: sehr lange aktiv sind.

00:49:30: Und ich habe die Frage gestellt was hilft dir dich nicht ohnmächtig zu führen angesichts der Wahlprognosen?

00:49:38: und ich wollte wissen welche Beispiele aus den eigenen Erfahrungen meine Gesprächspartnerin teilen wollen, um andere zu ermutigen und zu bestärken.

00:49:49: Also sozusagen virtuelle aber auch ganz reale Gefühle von Gemeinschaften und Gemeinsamkeiten eben zu stärken.

00:49:58: Und ich würde sagen wir hören einfach mal zwei von meinen Gesprächspartnerinnen die erstes Renate, Renate Bauer.

00:50:05: sie lebt Eine der ziemlich kleinen Städte in Sachsen-Anhalt, knapp elftausend Einwohnerinnen am Rand des großen Tagebauabbaugebiet bei Bitterfeld.

00:50:19: Und Schlagworte die man dazu glaube ich auch wissen muss Deindustrialisierung, Strukturwandel, Abwanderung und vierzig Prozent für die AfD bei der Bundestagswahl, bei den Erststimmen.

00:50:36: Das prägt die Realität von Renate und da ist sie eben in Griefen Hainichen zusammen mit anderen seit über zehn Jahren – seit Jahrzehnten in der Initiative Bund offen anders, Griechen Hainischen Welt offen aktiv.

00:50:56: Unsere Gruppe ist immer größer geworden!

00:50:58: Wir waren zum Anfang fünfzehn Personen und sind jetzt mittlerweile dreiundsechzig Mitglieder.

00:51:03: allerdings kommen dann noch viele Menschen dazu, die uns helfen wenn wir Aktionen wie Kinderfest oder Straßenfest machen, Kleiderbörse und das ist aber nur der eine Teil.

00:51:14: Der andere Teil ist dass wir auch Menschen haben die uns offensichtlich nicht mögen oder sogar fürchten.

00:51:21: Wir haben am Anfang Drohungen persönlich bekommen die in Bushaltestellen aushängen Butter-Säure Angriff vor dem Kinderfest gemacht, Schlösser verklebt damit wir auf der Freilichtbühne nicht auftreten können.

00:51:36: Dies ist alles in diesen letzten Jahren dann aber sehr zurückgegangen und auch die zum Beispiel irgendwelche lautstarken Fahrten vorm Café gibt es nicht mehr.

00:51:45: das war nur am Anfang.

00:51:47: mittlerweile sind wir akzeptiert um willkommen auch Menschen schon Ureinwohner von Kräfenheinischen sind und einfach Hilfe brauchen beim Formular ausfüllen, beim Gang zur Behörde bei einem Rat im Leben oder einfach nur Kontakt suchen.

00:52:02: Und wir versuchen dabei immer Menschen mitzunehmen dass sie von Hilfesuchenden zu helfen werden also so das Menschen die denen geholfen wurde dann auch wieder anderen Menschen helfen und einbezogen werden bei uns in unserer Arbeit denke ich ist sehr wichtig, weil es wichtig ist dass wir begreifen das Demokratie nicht ein Geschenk von oben ist sondern dass es täglich neu von uns erarbeitet werden muss.

00:52:32: Demokratie ist erkämpft worden.

00:52:33: Demokraties ist wunderbar aber sie muss auch gelebt werden und von allen auch mitgenommen werden.

00:52:42: Hilfe Also Hilfe, schon wieder so was.

00:52:45: Buttersäure Angriff vor dem Kinderfest!

00:52:48: Ich hab das Gefühl ... Man geht hier in so ein Rabbit Hole jedes Mal rein von Abscheuligkeiten die einfach tagtäglich passieren und dann Renate zu hören wie stabil sie da trotzdem bleibt und weitermacht und weiter macht.

00:53:02: Und Demokratie als unermüdliche Arbeit sieht und die auch umsetzt ist tatsächlich inspirierend.

00:53:10: Heike, du hast noch jemand anderes mitgebracht.

00:53:14: Die zweite Gesprächspartnerin hat mich genauso beeindruckt wie Renate.

00:53:19: Muss ich ganz offen sagen?

00:53:21: Das ist Rassanen und Rassani Al-Assami lebt und arbeitet in Halle.

00:53:27: Und das ist quasi ja auch das komplette Gegenteil von Griechenhainig.

00:53:32: Über ... Die AfD hat hier mit unter dreißig Prozent eines ihrer schlechtesten Wahlergebnisse im Sachsen-Anhalt bei den Bundestagswahlen eingefahren.

00:53:50: Und Rassan ist schon sehr lange aktiv.

00:53:54: Als interkulturelle Beraterin für Kitas, als Beraterinnen jetzt auch bei Miteinander und sie hat eine eigene Initiative für Frauen und Kinder mit Flucht- und Migrationserfahrungen gegründet.

00:54:08: Und aus eigener Erfahrung sagt sie...

00:54:12: ...als jemand der Krieg Flucht und Migration erlebt hat und sein Leben noch einmal von Grund auf neu aufbauen musste habe ich gelernt dass es normal ist, das gesellschaftlichen Krisen erleben.

00:54:31: Sie können auseinanderdriften aber sie können auch lernen sich weiterentwickeln und gestarkt aus schwierigen Zeiten hervorgehen.

00:54:46: In

00:54:46: meiner Arbeit begegne ich täglich Menschen die aufgrund ihrer Religion ihre Hautfarbe ihre Migrationsgeschichte oder ihre politischen Haltung von Richtergewalt betroffen sind.

00:55:05: Gleichzeitig sehe ich aber jeden Tag etwas anderes, Menschen die sich vor einander einsetzen, die solidarisch handeln und die bereit sind andere zu helfen.

00:55:22: Deshalb Schöpfe ich Hoffnung, vor allem aus meinen Vertrauen in die Menschen.

00:55:30: Ich glaube dass unser Gesellschaften in Wirklichkeit stärker sind als es manche Umfragen oder Schlagzeilen vermuten lassen.

00:55:46: Und das was Rassan erzählt hat, ja wovon sie spricht.

00:55:50: Das ist einer der Gründe warum ich eigentlich so mit Zuversicht in diesen Podcast gegangen bin und ich hoffe einfach auch dass diese Zuversich auf euch und alle dieses Hören ausstrahlt.

00:56:04: und sehr zuversichtlich hat es mich eben auch gemacht mit Robert zu sprechen.

00:56:09: Robert Fizke erst geografisch quasi auf der Mitte zwischen Renate und Rassan.

00:56:16: Er ist Sozialarbeiter und seit seiner Jugend antifaschistisch aktiv.

00:56:23: Und er leitet die Zora in Halberstadt.

00:56:26: Halberstatt ist mit vierzigtausend Einwohnern eine der größten Städte im Ostharz, ist ne Domstadt, hat ne Hochschule und Theater und ne echt hübsche Altstadt.

00:56:39: Und mittendrin in ner Altstadt ist die Zoro.

00:56:43: Das ist eines der ältesten sozio-kulturellen Zentren in Ostdeutschland, ja.

00:56:48: Also seit oneinundneunzig damals besetzt von jugendlichen, jungen Erwachsenen die antifaschistisch und einfach nicht rechts unterwegs waren im ehemaligen Wirtschaftsgebäude eines Klosters.

00:57:04: Und wenn man heute auf die Webseite von der Zora guckt dann isst die Dreisprachig Arabisch Englisch Deutsch

00:57:14: Und ich muss auch sagen, ich kam ja aus Wenigrode.

00:57:16: Das liegt neben Halberstadt und auch als ich jung war gab es pro Stadt maximal einen Jugendclub der sich irgendwie so ein Schutzraum geboten hat für alle die nicht rechts waren.

00:57:28: Da war einer davon auf jeden Fall die Zora eben in halber Stadt und total wichtig für meinen Aufwachsen zu merken, hey da gibt das eine Gemeinschaft!

00:57:36: Ich bin total gespannt was Robert Fitz gesagt.

00:57:39: Wir haben im Zuge von doch gestiegenen Bedrohungen durch Neo-Nazis etwa in Form von Hackenkreuzschmierereien, Zutrittsversuchen und auch erfolgreichen Zutritten in die Zora und anderen Aktionen haben wir dann immer wieder veröffentlicht oder öffentlich gemacht haben.

00:57:55: Haben wir eine recht große Solidarisierung aus der Bevölkerung erfahren, nicht nur aus Heiberstadt sondern auch darüber hinaus.

00:58:03: Wir haben Solidarisierungsbotschaften bekommen, wir haben konkrete Hilfsangebote bekommen Spenden erhalten, wir haben Fördermitgliedschaften erhalten.

00:58:13: Das hat doch schon stark zugenommen und das freut uns sehr.

00:58:16: Das lässt uns dann auch spüren dass es sozusagen kein Erfolg hat was die Neonazis hier immer wieder versuchen sondern eher dazu führt dass die Solidarität mit uns, mit der Zora, mit anderen Zentren und all jenen die sich für Demokratie, Wildoffenheit und offene Gesellschaft engagieren zunimmt also dass der Schuss aus Sicht der Neonazi dann eben auch nach hinten losgeht.

00:58:40: Also was mich jetzt besonders beeindruckt hat bei allen Stimmen, die du uns mitgebracht hast.

00:58:44: Heike ist das es ja nicht nur um die Projekte und das Angebot konkret geht sondern auch darum dass Menschen sich überlegen okay was brauche ich eigentlich vor Ort?

00:58:54: Und wie kann ich selbst auch mitgestalten?

00:58:57: Genau!

00:58:57: Und diese Frage... Mitgestalten, auch wenn mir wirklich harter Gegenwind entgegenschlägt.

00:59:05: Wenn Veranstaltungen abgesagt werden, wenn Räume gekanzelt werden und Fördermittel gestrichen werden.

00:59:13: Genau diese Frage habe ich mit Arne Sammsrott besprochen.

00:59:17: Und Arne, Sammsrot, viele von euch kennen den in der Leitzeit über zehn Jahren fragt den Staat das Transparenz-Portal, ist selber Journalist und hat eben auch gerade ein Buch veröffentlicht.

00:59:31: Hat einen

00:59:31: Buch mit dem sehr sprechenden Titel gegenmacht die Zivilgesellschaft Schläge zurückveröffentligt und damit ist er auf Lise.

00:59:43: Vor allem in Sachsen-Anhalt.

00:59:44: Und da, das haben ja auch viele mitgekriegt, hat erst die Absage seiner Lesung der Stadtbibliothek und dann aber die Kehrtwende ziemlich für Schlagzeilen gesorgt.

00:59:58: Ich hab Arne gefragt, wie schafft man es eigentlich erfolgreich gegen Macht zu entwickeln?

01:00:07: Konflikte durchzustehen ... und am Ende gestärkt daraus zu gehen.

01:00:14: Die Lesung konnte wieder stattfinden, weil es einen öffentlichen Aufschrei gab.

01:00:18: Weil nicht nur überregionale, sondern ganz wichtig auch regionale Medien darüber berichtet haben uns verkritisch war sehr viele lokale Aktivistinnen darauf aufmerksam gemacht haben.

01:00:30: Und dieser öffentliche Druck und diese Medienaufmerksamkeit hat sehr schnell dazu geführt dass die Stadtverwaltung auf mich zugekommen ist und mich wieder eingeladen hat.

01:00:41: Und ich glaube, ganz entscheidend ist tatsächlich diesen Konflikt einzugehen und ihn öffentlich zu machen.

01:00:48: Und nicht wie mir teilweise auch geraten wurde das dann doch unter dem Teppich zu halten aus Angst, dass letztlich die extreme Rechte das für ihre Kampagne wieder einspannen könnte.

01:00:59: also konstruktive Konflikte eingehen, das lohnt sich!

01:01:04: Ich habe in der Stadtbibliothek gemerkt Und auch davor und danach, wie groß die Solidarität ist.

01:01:10: Wie viele Menschen brennen gerade dafür was zu machen?

01:01:13: Also es ist wirklich eine enorme Energie da.

01:01:16: zur Lesung in der Stadtbibliothek sind Leute aus ganz Sachsen-Anhalt angereist um dabei zu sein.

01:01:23: Es gab einen richtig schönen Raum wo so viele Menschen von ihrem Engagement berichtet haben für ihre Initiativen geworben haben sich darüber ausgetauscht haben was sie alles machen.

01:01:34: das war einfach richtig schön

01:01:37: Anna hat es ja gerade eben beschrieben, wie es gelingt diese Gegenmacht die Zivilgesellschaft entfalten kann.

01:01:46: Dass das auch wirklich konkret dafür sorgt dass Räume aufgemacht werden und ich wollte von ihm noch mal wissen welche Faktoren es eigentlich braucht.

01:01:58: was ist da zusammengekommen?

01:02:02: An diesem Beispiel zeigt sich zum einen immer lohnt in Konflikte zu gehen, die produktiv sind und nicht aus Angst vor der extremen Rechten den Status quo zu akzeptieren.

01:02:18: In dieser ganzen Diskussion um eine Ausladung gab es einen demokratischen Streit und niemand ist auf die Idee gekommen von den Medien die AfD dazu zu befragen.

01:02:27: Die waren einfach komplett abgemeldet.

01:02:29: das ist glaube ich ganz entscheidend.

01:02:31: Arne betont eben auch nochmal, was Katharina du hast ja eben auch gesagt.

01:02:37: Ja die Zora für dich der Ort wo du in deiner Jugend warst In Halberstadt wo so viele Menschen hingehen Die anderen so zu kulturellen Zentren und Vereine oder eben auch das Café Was Renate mit der Initiative in Gräfen Heinchen quasi fünf Tage die Woche aufmacht für Seniorinnen, für Menschen die Rad suchen oder die einfach auch nicht einsam sein wollen und Arne sagt dazu.

01:03:08: Und dann gibt es noch einen letzten Punkt nämlich dass in dem Moment wo's die Absage der Stadtbibliothek gab der Moritzhof direkt eingesprungen ist mit einer Selbstverständlichkeit gesagt hat natürlich machen wir die Lesung hier also das Dritte Orte demokratische Kerne gibt, die das Rückgrat der Zivilgesellschaft sind auf die wir uns verlassen können und die gestärkt werden müssen weil sie eben auch bei solchen Konflikten ganz wichtig sind.

01:03:35: Das hat sich hier auch wieder gezeigt

01:03:39: Und ich glaube, bei den Dritten Orten – mein Spezialthema ist auch noch ein Punkt total wichtig, den ich gerne nochmal betonen würde.

01:03:48: Ich möchte euch gerne von einer journalistischen Recherche erzählen, die ich hier in MV gemacht habe zu einem dritten Ort, da hab' ich über den Demokratiebahnhof Anklam berichtet und ihn auch kennelernt als einen Ort der politischen Bildung.

01:04:03: Ich hab nämlich damals, als er geschlossen werden sollte mit einer der Engagierten dargesprochen Wie sie eigentlich jetzt mit Menschen umgehen, die augenscheinlich vielleicht rechte Coats an ihrer Kleidung tragen oder dementsprechend auftreten.

01:04:18: Und sie hat mir dann eine Situation geschildert, die ich sehr beeindruckend fand.

01:04:24: Es war nämlich eines Tages ein Jugendlicher ... vor Ort mit einer Torsteinhaarhose.

01:04:31: Also, Torsteiner ist diese Nazi-Market, die ihr bestimmt kennt und sie konnte eben das Logo sehen und wusste, wie gehen wir jetzt denn damit um?

01:04:39: Und ich glaube viele Menschen hätten dann gesagt, nee wollen wir hier nicht, tschüss Tür zu!

01:04:45: Die haben aber dann gesagt hey weißt du eigentlich was das Logos auf deiner Hose bedeutet?

01:04:51: Weißt du woher es kommt?

01:04:52: Der Jugendliche hat geantwortet ne ich habe die von meinen Eltern geschenkt bekommen So, und das fand ich total bezeichnend weil sie ihm dann erklärt haben dass das für ein Logo ist woher die Marke kommt was dahinter steckt.

01:05:05: Er hat dann das Logo abgeklebt und konnte trotzdem Teil der Gemeinschaft sein Und wurde nicht explodiert oder so.

01:05:11: und ich glaube das ist auch für Orte hier in MV zum Beispiel total wichtig diese auch als orte der politischen Bildung zu verstehen.

01:05:22: Juli, das was du vom Demokratiebahnhof in Anklam erzählt.

01:05:26: Das ist genau das, was an vielen Orten stattfindet.

01:05:31: Wo für die Zora ein Halberstadt steht eben dieser offene Raum wo ganz unterschiedliche Menschen unterschiedlichste Herkunft und Generationen zusammenkommen?

01:05:42: auch Renate und die Initiative in Gräfen Heinichen ermöglichen, ganz konkrete Räume mit dem Café, mit dem Beratungsangeboten zu schaffen.

01:05:53: Und RaSann in Halle mit ihren Initiativen, mit ihrer Initiative bringt es für mich wirklich noch mal auf den Punkt worum es jetzt geht.

01:06:05: Ober unserer Sozialmedien oder vor Ort informieren wir Menschen über Wahlen und ermutigen diejenigen, die wählen dürfen von ihrem Wahlrecht gebraucht zu machen.

01:06:22: Gleichzeitig bringen wir Menschen zusammen.

01:06:26: Menschen, die Wählen können und Menschen, Die selbst kein Wahlrecht haben sich aber sorgen um ihre

01:06:36: Zukunft

01:06:37: und die Zukunft ihrer Kinder machen.

01:06:40: so entstehen Gespräche Verständnis

01:06:44: und

01:06:44: gegenseitige Unterstützung.

01:06:47: Ich glaube, jede und jeder kann etwas dazu beitragen.

01:06:53: Hoffnung weiterzugeben, Menschen zu ermutigen und politische Beteiligung zu stärken – auch wenn es manchmal nur kleine Schritte sind.

01:07:05: Baby steps!

01:07:07: Genau diese kleinen Schritte helfen uns dabei, gemeinsam

01:07:14: voranzukommen.

01:07:17: Ja was haben wir jetzt in dieser Folge über Ohnmach gelernt?

01:07:21: Und über Paradoxenzufersicht!

01:07:25: Es ist eine Paradoxezufersucht die ja bei diesen ganzen Stimmen durchkommt.

01:07:29: also ich fand es sind gerade am Ende noch mal so ne geballte Ladung an Zuversicht und Menschen die ja wirklich vor Ort sind, die nah dran sind...die krasse Sachen machen und ganz zuversichtlich reingehen.

01:07:46: Mich lässt es schon mit einem positiven Gefühl auch irgendwie zurück, meine Ohne macht das nicht weg.

01:07:53: Aber was ich gelernt habe in dieser Episode oder was ich stark finde ist auch ... Ja, das gehört auch dazu!

01:07:59: Also so beschissen dieses Gefühl auch ist sich ohnmächtig zu fühlen dass auszuhalten ist auch Teil des Lebens.

01:08:09: Ich glaube, ich bin viel naiver in diese Folge eingestiegen.

01:08:13: Ich habe ja im Vorgespräch gesagt, also ich bin eigentlich nie ohnmächtig und kann das schon auf mich anwenden.

01:08:20: Im Sinne von ich spüre es natürlich nicht so als Struktur weil mich viele Orts zum Beispiel Magilanisierungen einfach nicht treffen und ich auch mich als weiße Frau jetzt durch MV bewege und dadurch auch vielen Mechanismen gar nicht ausgesetzt bin Obwohl ich gleichermaßen schon auch punktuell immer wieder Ohnmachtserfahrtungen mache und aber irgendwie auch schnell in meiner Handlung bin.

01:08:48: Also, ich glaube, ich habe durch diese Folge gelernt dass es auch ein Pausenknopf gibt Und man da erstmal einen Schritt vielleicht reinguckt im Sinne von, was ihr vorher formuliert habt.

01:09:01: Wo ist eigentlich dieser Trauerprozess für Sachen die nicht funktionieren oder die schief gehen?

01:09:06: Sich das zuzugestehen ist glaube ich schon etwas ziemlich Großes.

01:09:09: und dann auch das Learning zu haben wie du auch gesagt hast Katharina Ohnmach gehört irgendwo dazu.

01:09:15: wenn man über Strukturen nachdenkt wird man früher oder später automatisch da in diese an Grenzen wahrscheinlich stoßen.

01:09:24: Gleichzeitig war ein wichtiger Gedanke, den wir jetzt hier besprochen haben auch.

01:09:30: Dass ich schon auch und das möchte ich mir beibehalten ohne Macht verwandeln kann in zum Beispiel gemeinsame Wut oder grundsätzlich Gemeinsamkeit im gemeinsamen Orte um sich zu engagieren und eben nicht nur als individuelles Ohnmachtserfahrungsgefühl sondern zu sagen wo trifft es andere Menschen auch und wo, in welche Richtung gucken wir dann gemeinsam?

01:09:56: Ich würde einfach sagen wenn ich euch beiden jetzt auch noch mal zum Schluss zu höre bin wahnsinnig dankbar dafür dass so viele unter so unterschiedlichen Bedingungen, Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg Vorpaumern schon so lange demokratisch aktiv sind.

01:10:16: Und so eine unglaubliche Zuversicht ausstrahlen, das macht mich glücklich!

01:10:21: Und danke, Juli, dass du Erich Fromm mitgebracht hast.

01:10:27: Das habe ich wirklich auch gelernt ... In dieser Folge, dass diese Lesen von Büchern einen auch wirklich weiterbringen kann.

01:10:40: Und wissen diese Kombinationen aus ... Aktivismus, aus klugen Büchern, aus Engagement vor Ort?

01:10:51: Ich hoffe das so ein bisschen von dem Glück, dass wir auch hatten für bei der Produktion dieser Folge, dass wird es auch weitergeben können.

01:10:59: und ich hoffe, dass die Zuversicht, die von diesem Engagement vorort ausgeht die von den Dritten Orten, dass das wirklich was ist.

01:11:11: Was sich lohnt zu verteidigen und zu unterstützen.

01:11:14: Und auch das Verteidigung und Unterstützung, dass es auch glücklich macht.

01:11:20: Und wir mehr streiten müssen?

01:11:22: Das auch!

01:11:23: Und das Wichtigste ist ja eigentlich Gemeinschaft.

01:11:27: Es geht darum wie funktioniert unsere Gesellschaft, wie funktionieren wir miteinander.

01:11:30: Dazu können wir nur in Gemeinsschaft kämpfen.

01:11:33: Und was ich schön finde ... Auch dieser Podcast, diese Aufnahme ist ja auch eine Gemeinschaft.

01:11:39: Und es war für mich total gewinnbringend und heilsam irgendwie auch mit euch zusammen darüber zu sprechen.

01:11:46: Ich hoffe, diese Erfahrung überträgt sich auch an unsere Zuhörerinnen, denen ich jetzt gut beisagen möchte und aus der Folge ausleiten möchte.

01:11:56: Vielen Dank fürs Zuhören bei dieser fünften Folge!

01:12:00: Auch von mir, wenn euch unsere Arbeit gefällt könnt ihr uns sehr gerne unterstützen.

01:12:05: Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten eine finanzielle Möglichkeit zum Beispiel auf Steady.

01:12:09: alle weiteren Informationen findet ihr bei uns auf der Website.

01:12:13: oder

01:12:13: wir freuen uns auch wenn ihr unsere Beiträge auf Instagram teilt und unsere Arbeit so sichtbar macht!

01:12:19: Und ich will mich nochmal bedanken bei allen die sich Zeit genommen

01:12:22: haben

01:12:23: mit uns zu sprechen bei Robert, bei Matthias und Arne.

01:12:31: Und natürlich bedanken wir uns auch bei Benjamin Jennerk unserem tollen Thron-Engineur.

01:12:38: Ja macht's gut!

01:12:39: Geht raus geht in die Lesungveranstaltung und habt hoffentlich einen guten aktiven engagierten Sommer.

01:12:47: Tschüss tschüß

01:12:48: tschüss.

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